• Tim Nau

Children of Wyrmwood - Grimspire

Die Rezension ist vollkommen spoilerfrei.

Auch haben wir auf Fotos verzichtet, die euch irgendwas verraten

und somit den Spaß mildern könnten.


Children of Wyrmwood

„Children of Wyrmwood“, bei der Spieleschmiede realisiert und bei Grimspire erschienen, ist ein Escape-Spiel für 1 bis 4 Spieler ab 16 Jahren, welches mit einem düsteren Thema aufwartet.



Wir bestimmen das Schicksal von Gilbert. Er lebt in einer Stadt, die von einem düsteren Wald umgeben ist. Immer wieder verschwinden Bewohner, wenn diese sich in den Wald begeben. Haben die Wyrmwurzeln, die nicht ganz Pflanze und nicht ganz Tier sind, etwas damit zu tun?


Ein Blick in die Spieleschachtel

Uns erwarten satte 3 Storybücher, die uns durch die phantastische Geschichte führen. Des Weiteren gibt es noch eine Landkarte der Region. Dazu gibt es noch kleine Aktionssteine aus Holz und eine Vielzahl an Karten. Die Karten haben eine sehr ordentliche Qualität und die Illustrationen gefallen mir.



Dazu noch eine kleine aber sehr gelungene Anleitung. Kennt ihr diese Reihe ist ein Lesen der Anleitung nicht unbedingt erforderlich da auf der letzten Seite wesentliche Unterschiede zu den anderen Escape Tales dargestellt sind.


Das Spielsystem

Das Spielsystem ist absolut einfach und sofort verstanden. Auch für den Spielaufbau müsst ihr kaum Zeit einplanen. So sortiert ihr einfach die Karten in drei Kartenstapel (Entdeckungskarten, Raumkarten, Verausgaben- und Ausruhenkarten), legt die Aktionsscheiben griffbereit und drückt jemanden das erste Storybuch in die Hand. Die zugehörige Website, auf die ich später noch kurz eingehe, müsst ihr vorher natürlich noch aufrufen oder als App installieren. Nun kann das Abenteuer auch schon starten.


Das Spiel startet mit einem Prolog. Dieser führt euch in die Geschichte ein, stellt euch euren Charakter vor und ihr lernt den Umgang mit der App. Dieser Einstieg gefällt mir außerordentlich gut, da man toll in die Geschichte eingeführt wird und sämtliche Mechaniken erklärt werden.


An der eigentlichen Spielmechanik hat sich im Vergleich zu den anderen Escape Tales nichts geändert. So erhaltet ihr eine oder mehrere Raumkarten. Jede Raumkarte ist in einzelne Quadrate unterteilt und zeigt euch den Ort des Geschehens. Zu jeder Raumkarte gehört auch immer eine Plankarte, auf der ihr die entsprechenden Passagen seht, die im Storybuch zu lesen sind. Auf diese platziert ihr eure Aktionsscheiben und lest den zugehörigen Part. So erhaltet ihr dann Informationen und neue Karten. Dies können Rätsel-, Gegenstands- oder Modifikationskarten sein. Jede Karte könnt ihr immer mit eurer Charakterkarte kombinieren umso zu erfahren, was Gilbert über diese Karte denkt.


Des Weiteren könnt ihr alle Karten auch

immer miteinander kombinieren – bzw. versuchen Karten miteinander zu kombinieren. Die App informiert euch über das Ergebnis.


Modifikationskarten hingegen verändern die Statuswerte eures Charakters. Diese schiebt ihr neben eure Charakterkarte. Wichtig ist immer zu bedenken, dass eine Karte zu mehreren Kategorien gehören kann. So kann, zum Beispiel, eine Modifikationskarte auch gleichzeitig ein Gegenstand sein. Nutzt ihr jetzt diesen Gegenstand kann es sein, dass er eben nicht mehr existiert und dann müsst ihr auch die Modifikationskarte entfernen. Überlegt euch eure Entscheidungen daher immer ganz genau.


Die Aktionsscheiben sind allerdings limitiert. Immer wenn ihr neue Räume oder Orte entdeckt, erhaltet ihr neue Aktionsscheiben. Diese reichen nicht aus, um alles zu erkunden. Gehen euch die Scheiben aus, so bleiben euch dann nur die Ausruhen- und Verausgabenkarten. Je nach Kapitel stehen euch davon eine unterschiedliche Anzahl zur Verfügung. Doch nutzt diese Weise, denn die Karten verändern, und zwar dauerhaft, eure Statuswerte. Nicht genutzte Aktionsscheiben dürft ihr, es sei denn, dass Storybuch sagt etwas anderes, behalten.


So löst ihr Rätsel um Rätsel und erkundet zahlreiche Orte. Dabei seid ihr in euren Entscheidungen vollkommen frei und diese bestimmen auch den Ausgang eurer Geschichte.


Die App

Die benötigte App könnt ihr kostenlos herunterladen. Sehr schön ist es, dass nach einmaligem Besuch der Website kein Internetzugang mehr benötigt wird.


Die Bedienung der App ist super einfach. Ihr wählt einfach das entsprechende Rätsel-Symbol. Auf der dann folgenden Seite könnt ihr eure Antwort eingeben und diese natürlich auch überprüfen, euch die zur Lösung des Rätsels benötigten Karten anzeigen lassen oder die Hilfe-Option in Anspruch nehmen. Die Hilfe-Funktion ist sehr gut und führt euch, nach und nach, zur Lösung.


Die App funktioniert tadellos und Fehler konnten wir nicht identifizieren.


Das einzige was ich hier vermisse, ist eine kleine Erklärung der Lösung. Bei einem Rätsel war es bei uns nämlich so, dass wir auch nach sämtlichen Hilfen nicht erkennen konnten, warum man zu eben dieser Lösung kommt.


Fazit

Nach „The Awakening“ und „Low Memory“ erwartet uns hier der dritte Ableger dieser Reihe, der dieses Mal bei Grimspire erscheint. Der eigentlichen Linie, nämlich der Konzentration auf ein Thema für ältere Spieler, bleibt man treu. So präsentiert man uns auch dieses Mal ein sehr düsteres Thema. Ob dieses nun die Altersangabe ab 16 Jahren, rechtfertigt, muss jeder für sich selbst entscheiden.


Die Rätselanzahl ist enorm und hier erwartet euch ein bunter Mix aus Denk- und Logikaufgaben. Diese sind alle schaffbar und niemals unfair. Lediglich bei einem Rätsel sind wir, auch mit Hilfestellung, nicht auf das Ergebnis gekommen.


Die Spielzeit ist enorm – hier bekommt

ihr für euer Geld richtig was geboten. 450 Minuten sind auf der Spieleschachtel angegeben. Als Richtwert kann man diese Angabe bedenkenlos stehen lassen Bei uns passte es auch und wir haben irgendwas zwischen 7 und 8 Stunden für den Durchlauf benötigt. Eine konkrete Zeitangabe für dieses Spiel zu geben, ist auch sehr schwer und eure individuelle Zeit kann nach oben wie auch nach unten stark abweichen, da sich die Dauer aufgrund zweier Faktoren ergibt. Zum einen nach der Zeit, die ihr für die Rätsel benötigt und zum anderen danach, wie viele Orte ihr aufsucht.


Sehr gut gefällt mir die stetige Entwicklung der Statuswerte des Charakters. Dies bringt einen schönen Rollenspieleffekt in das Spiel. Diese Werte, sowie die zahlreichen zu treffenden Entscheidungen, haben Einfluss auf den Ausgang der Geschichte. Und dieser Ausgang kann auch durchaus negativ sein. Sehr gut gelöst ist hier das zurückspringen. So könnt ihr, nachdem ihr ein euch zur Verfügung stehendes Ende gelesen habt, eine andere Kartenkombination eingeben und schauen, was euch diese bringen würde.


Wirklichen Wiederspielreiz übt das Spiel auf mich nicht aus – dies ist natürlich auch der Dauer geschuldet. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass ihr während des einmaligen Durchspielens nicht alle Raumkarten zu Gesicht bekommen werdet. Da ihr aber kein Material zerstören müsst, könnt ihr das Spiel problemlos an Freunde weitergeben und denen eine Freude machen.


Jederzeit könnt ihr eine Spielpause einlegen und das Spiel später fortsetzen. Ihr seid vollkommen frei, wie ihr das tut. Achtet nur immer auf eine strikte Trennung eurer bereits abgeworfenen und der noch zur Verfügung stehenden Karten.


Drei kleine Tipps, die nichts spoilern, möchte ich euch mit auf den Weg geben.

- Legt Zettel und Stift bereit, denn nur so könnt ihr die Rätsel auch effektiv lösen.

- Kombiniert jede erhaltene Entdeckungskarte mit Gilberts Charakterkarte, da ihr so oftmals nützliche Hinweise erhaltet.

- Nutzt immer die App wenn ihr ein neues Rätsel erhaltet, um die Anzahl an benötigten Karten zu erfahren.


Für Freunde von Escape-Spielen eine ganz klare Empfehlung.

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