• Tim Nau

Echoes - Die Tänzerin - Ravensburger

Die Rezension ist absolut spoilerfrei - auch habe ich

keinerlei Fotos verwendet, die euch

irgendwas verraten könnten.


Echoes – Die Tänzerin

„echoes“, bei Ravensburger erschienen, ist ein kooperative Audio Mystery Spiel für 1 bis 6 Spieler ab 14 Jahren von Dave Neale und Matthew Dunstan.

Der Geist eines jungen Mädchens spuckt in einem schottischen Landhaus. Wird der Geist des jungen Mädchens Frieden finden und was ist damals passiert?


Ihr seid Ermittler mit besonderen Fähigkeiten, denn ihr könnt mysteriöse Geräusche und Stimmen hören, die an Gegenständen haften – dies sind die Echos der Vergangenheit.


Das Spielmaterial und das Spielsystem

In der kleinen Spieleschachtel befinden sich lediglich 24 Karten – 6 dicke und 18 dünnere Karten. Die Illustrationen der Karten gehen in Ordnung und erfüllen ihren Zweck. Das Spiel lebt von anderen Faktoren.

Dazu noch ein kleines Faltblatt, welches die Regeln erklärt.


Vor eurem ersten Spiel müsst ihr euch noch die App herunterladen. Diese ist kostenlos und sie funktioniert tadellos. Mittlerweile gibt es in der App auch ein Update, welches das Spielen mit allen Handys ermöglicht. Wenn euer Smartphone nämlich keine Bilderkennung/AR-Dienste unterstützt, könnt ihr den Code der jeweiligen Kartenrückseite einscannen. Doch dies bringt ein Problem mit sich, auf welches ich im Fazit eingehen werde.


Das Spielsystem ist einfach gehalten.

Falls ihr ein einfacheres Spiel wollt, so sortiert ihr vor Beginn die 9 dünnen Karten die mit einem Stern-Symbol gekennzeichnet sind aus und legt diese erst einmal zur Seite. Anschließend breitet ihr die Karten einfach auf dem Tisch aus, hört ihr euch die Einführung in die Geschichte an und könnt sofort starten.


Die dicken Karten sind immer der Beginn eines Kapitels und zu jedem Kapitel gehören drei der dünnen Karten. Eure Aufgabe ist es nun, die komplette Geschichte zusammen zu puzzeln. Dazu scannt ihr einfach eine Karte und hört dann die Echos der Vergangenheit. Anhand dieser einzelnen Fragmente, die mal länger und mal kürzer sind oder die mal mehr und mal weniger Text haben, überlegt ihr nun, welche Karten wie hintereinander gehören, damit die Geschichte schlüssig wird.

Wenn ihr meint, dass ihr die drei zu einem Kapitel gehörenden Karten gefunden habt, könnt ihr in der App von „Lauschen“ auf „Lösen“ stellen. Nun scannt ihr die 4 Karten und je nach gewählter Schwierigkeit erhaltet ihr nun unterschiedliche Informationen. Bei der normalen Schwierigkeit erfahrt ihr wie viele der Karten zum Kapitel gehören. Spielt ihr im einfachen Modus oder nutzt ihr einen Hinweis, so gibt es noch eine zusätzliche Hilfestellung. Mit dieser seht ihr, anhand von Symbolen, welche Karten nicht zum Kapitel gehören und ob die „richtigen“ Karten an der richtigen Position liegen.


Habt ihr alle Kapitel gelöst, müsst ihr diese anschließend noch in die richtige Reihenfolge bringen. Dazu scannt ihr dann einfach die dicken Karten in eurer vermuteten Reihenfolge ein.


Wenn ihr richtigliegt, habt ihr das Spiel „gewonnen“ und neben dem Epilog könnt ihr euch im Hauptmenü die Geschichte in einem „Rutsch“ anhören.

Meinung

Mit „echoes“ hat Ravensburger eine neue Reihe gestartet, die ganz grob auch in den Bereich Krimi bzw. Escape Spiele eingeordnet werden kann. Doch im Gegensatz zu vielen Genrevertretern müssen wir hier nicht Berge an Beweismaterial durchwühlen sondern uns auf unser Gehör verlassen. Neben "Die Tänzerin" sind auch noch "Der Cocktail" und "Der Mikrochip" erschienen.


Für mich als Brettspieler, der auch sehr viel mit Hörspielen anfangen kann, war dies Spiel Pflichtprogramm. Das ist eine gute Möglichkeit, um kurz was zur Tonqualität und den Sprechern zu sagen. Beides ist auf einem absoluten Topniveau und Szenekenner werden Stimmen heraushören. Besser geht es in diesem Bereich kaum.


Vorweg möchte ich noch sagen, dass es sich schon um eine Geschichte für ältere Hörer bzw. Spieler handelt, denn diese ist nicht nur mysteriös, sondern auch tragisch. Mich hat sie sofort in den Bann gezogen.


Natürlich kann man nun streiten, ob es sich denn um ein „richtiges“ Spiel handelt. Ich würde sagen, dass es eine Art „Hör-Puzzle“ ist. Für mich persönlich ist es auch ein klassisches Solo-Spiel und ich käme nie auf die Idee, dieses Spiel mit mehreren Personen zu spielen. Aber das sehen andere mit Sicherheit anders und das ist ja auch gut so.


Die Idee, durch die Wegnahme von Karten die Schwierigkeit zu reduzieren finde ich grundsätzlich gut. Die Umsetzung für Spieler, die die Karten durch Eingabe der Codes hören wollen, ist allerdings mangelhaft. Bei der Wahl der Schwierigkeit verhält es sich nämlich so, dass das Sternsymbol auf den 9 Karten, die man bei der Wahl der leichteren Schwierigkeit erst einmal beiseitelegt, ebenfalls auf der Rückseite ist. Man weiß also, dass nur Karten mit Sternsymbol und nur Karten ohne Sternsymbol zusammengehören. Eben halt 3 Kapitel aus Karten ohne Sternsymbol und drei Kapitel aus Karten mit Sternsymbol. Wenn ich den Code eingeben muss sehe ich also definitiv, ob die Karte ein Sternsymbol hat oder nicht. Und dass eben auch dann, wenn ich mich zu Spielbeginn für die schwierigere Variante entscheiden habe und eben keine Karten weggelegt habe. Das ist eine Hilfestellung, die man doch dann eigentlich nicht haben möchte.


Ich frage mich aber grundsätzlich ohnehin, warum man bitte den Code auf die Kartenrückseite geschrieben hat. Alle Karten sind groß genug, dass man diesen problemlos auf die Bildseite hätte schreiben können. Dadurch müsste ich nicht immer die Karten umdrehen, um den Code eingeben zu können. Sorry, aber das ist einfach schlecht gelöst und vollkommen nervig, dass man immer die Karten umdrehen muss. Bitte, schreibt den Code doch einfach auf die Bildseite und alle Probleme sind beseitigt.


Das reine Einscannen der Karten mit der App funktioniert problemlos und ist eindeutig die bessere Wahl.


Ein weiterer kleiner Kritikpunkt ist der fehlende Schwierigkeitsgrad. Ich hoffe, dass Ravensburger dies in Zukunft vielleicht ändert und Schwierigkeitskategorien einführt, die für den Käufer auf der Schachtel zu erkennen sind. Leicht, mittel oder schwer würde ja schon reichen.


Das klang nun nach viel Kritik. Ja, ich bewerte gerade den Punkt der Codes auch als sehr negativ aber das reine Spiel an sich ist klasse. Ich habe mich wirklich an den Tisch gesetzt und war knapp 60 Minuten in meiner eigenen Welt gefangen. Es handelt sich um ein Hörspiel-Puzzle-Vergnügen ohne Zeitdruck. Ich persönlich fand diesen Mechanismus des Hörens und anschließenden Zusammensetzens absolut erfrischend.

Mit dem Spiel wird man zwischen 45

und 60 Minuten großen Spaß haben. Meine Spieldauer betrug knapp 57 Minuten. Auch dieses Spiel ist ein klassisches einmal Erlebnis. Da kein Material zerstört werden muss, kann man das Spiel aber problemlos weitergeben.


„echoes“ ist ein Krimisnack für zwischendurch, der eine ganz klare Empfehlung erhält. Euch muss nur bewusst sein, dass es sich hier keinesfalls um ein klassisches Brettspiel handelt.



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