• Tim Nau

Helsinki - Queen Games

Helsinki

Helsinki“, bei Queen Games erschienen, ist ein Puzzle-Lege-Spiel für 2 bis 4 Spieler von Daniel Skjold Pedersen und Asger Harding Granrud.

Der berühmte Senatsplatz liegt im Zentrum der finnischen Hauptstadt Helsinki. Unsere Aufgabe ist es, den Markt zu gestalten und möglichst viele Pavillons miteinander zu verbinden.


Ein Blick in die Spieleschachtel

Das Spielmaterial geht absolut in Ordnung. Es ist genau das, was wir von den Spielen von Queen Games gewohnt sind.

Die Anleitung ist super verständlich geschrieben und es bleibt keine Frage unbeantwortet.


Das Spielsystem

Helsinki überzeugt mit einem gut funktionierenden und vor allem interessanten Spielsystem. Die Regelerklärung dauert keine 10 Minuten und mit dem Spaß kann zügig begonnen werden.


In seinem Zug führt der aktive Spieler genau 2 Aktionen durch. Zunächst einmal muss er seine Spielfigur um 1 bis 3 Felder bewegen. Anschließend kann er dann entweder die 2 Karten nehmen, die sich links und rechts seiner Position befinden oder einen Pavillon bauen. Das Handkartenlimit liegt bei 7 Karten. Überzählige Karten müssen abgeworfen werden.


Zum Bau eines Pavillons muss man Karten von seiner Hand ausspielen. Man entscheidet sich einfach für eine Karte, die man zum Bau verwenden möchte. In der Mitte der Karten sind immer die Formen abgebildet, die man dann anschließend bauen kann. Rechts und links oben in der Ecke befindet sich eine Zahl von 1 bis 5 und dies entspricht der Anzahl an auszuspielenden Karten wobei die Karte, die zum Bau verwendet wird, mitzählt. Natürlich müssen alle Karten die gleiche Farbe haben, wie die Karte, die zum Bau verwendet wird. Zudem ist neben den beiden Zahlen gelegentlich noch das Zeichen für einen Aufbau zu finden, den man zusätzlich platzieren kann. Ich komme hierauf später zurück. Darüber hinaus gibt es noch Jokerkarten, die jede Farbe annehmen können.


Nun nimmt man sich das entsprechende Plättchen und muss es einbauen. Der Clou ist, dass man das Plättchen von der Seite in sein Spielertableau schieben muss, die der Seite auf dem Senatstableau entspricht, auf der die eigene Spielfigur steht. Hierbei wird das Plättchen soweit über das Tableau geschoben, bis dieses auf die Statue in der Mitte oder auf ein anderes Plättchen stößt. Wichtig ist, dass das allererste Plättchen die Statue berühren muss.

Gelingt es das Plättchen angrenzend an ein Plättchen der gleichen Farbe zu schieben, erhält man als Belohnung eine Karte vom Nachziehstapel. Überbaut man ein Wappen, so darf man sich dieses nehmen. Ich komme auf die Nutzung der Wappen in einem gesonderten Abschnitt zu sprechen.


Zeigte die zum Bau verwendete Karte noch einen oder zwei Aufbauten, so darf man diese nun auf das eben platzierte Plättchen stellen. Die Position darf man sich aussuchen.


So geht es reihum, bis die letzte Karte vom Nachziehstapel aufgedeckt oder gezogen wurde.


Nun geht es an die Wertung. Diese ist super einfach und schnell erledigt. Es gibt nämlich lediglich 2 Punkte je vollständig bebauter Reihe und Spalte. Außerdem noch 3 Punkte für einen Aufbau an einer Kreuzung einer vollständig bebauten Reihe und Spalte sowie einen Punkt für einen Aufbau in einer vollständig bebauten Reihe oder Spalte.


Das Aktionstableau

Wie dargelegt erhaltet ihr Wappen, wenn ihr das entsprechende Feld überbaut. Diese Wappen könnt ihr auf dem Aktionstableau einsetzen und so vom entsprechenden Vorteil profitieren. So gibt es, zum Beispiel, Möglichkeiten seine Spielfigur um mehr als nur drei Felder zu bewegen, ein Pavillonplättchen für eine Karte weniger zu bauen, einen Aufbau zu versetzen oder auch einfach nur Siegpunkte.

Die Möglichkeiten hier sind mannigfaltig. Nutzt sie unbedingt, denn nicht genutzte Wappen bringen am Spielende rein gar nichts.


Die Erweiterung „Trockene Wege“

Das Spiel kommt gleich mit einer Erweiterung daher. Je nach Anzahl der Mitspieler werden einfach die entsprechenden Bonuskarten auf den Tisch gelegt und jeder Spieler platziert 4 Besucher auf die 4 Zebrastreifen seines Tableaus.


Ziel ist es nun, die 4 Zebrastreifen miteinander zu verbinden. Je früher einem dies gelingt, desto mehr Punkte erhält man.


Die Erweiterung ist klasse und sorgt für tolles Spielerlebnis. Es ist allerdings nicht einfach, alle 4 Figuren miteinander zu verbinden.


Die optimale Spielerzahl

Konzipiert ist das Spiel für 2 bis 4 Personen. Eine Anpassung aufgrund der Spieleranzahl erfolgt über die Anzahl an Karten, die vor Spielbeginn aus dem Deck entfernt werden.


Das Spiel funktioniert in jeder Spieleranzahl gleich gut.


Fazit

Ich muss wirklich gestehen, dass ich mich mit dem Schreiben des Fazits gerade sehr schwer tue, da ich nämlich dieses Spiel eigentlich mögen möchte – doch leider gibt es da etwas, was auf mich sehr unausgegoren wirkt. Ich komme darauf natürlich zurück.


Das Spiel erinnert stark an Copenhagen mit dem Unterschied, dass ihr hier nicht in die Höhe baut. Vom Komplexitätsgrad wird bei Helsinki eine Schüppe draufgelegt und es ist schon ein etwas anspruchsvolleres Familienspiel.


Der Mechanismus gefällt mir wirklich gut. Wie bei Tetris müsst ihr die Teile soweit in euer Tableau schieben, bis der Pavillon an ein Hindernis stößt. Dies kann die Statue in der Mitte oder ein bereits eingebauter Pavillon sein. Das klingt jetzt nicht wirklich interessant oder gar innovativ. Doch zusätzlich beinhaltet der Mechanismus eine interessante logistische Herausforderung. So müsst ihr ja zunächst einmal eure Spielfigur um 1 bis 3 Felder bewegen und dürft dann erst Karten nehmen oder eben bauen. Dies müsst ihr immer einplanen. Und beim anschließenden Bauen müsst ihr das Plättchen dann eben an der Seite einschieben, an der sich eure Figur jetzt gerade befindet. Das kann mitunter ganz schön verzwickt sein, macht aber großen Spaß und auch den Reiz des Spiels aus.


Dazu kommt dann auch, speziell im Spiel mit 4 Personen, dass es ein kleiner Wettlauf um bestimmte Teile wird, da diese ja endlich sind. Hier muss man schon genau planen und sollte sich von vorhinein vom Gedanken verabschieden, dass man alles ganz toll zusammengepuzzelt bekommt. Dazu kommt noch eine tolle Zugänglichkeit und eine Erweiterung, die für ein anderes Spielerlebnis sorgt.


Eigentlich ist somit alles angerichtet. Doch leider habe ich einen großen Kritikpunkt. Das Spielende kommt nämlich immer viel zu früh und abrupt. Die angegebenen 45 Minuten haben wir nie auch nur ansatzweise erreicht und das Spielertableau war nicht einmal zur Hälfte gefüllt. Ich habe mich immer darauf konzentriert zumindest eine komplette Reihe und eine komplette Spalte zu bekommen und auf der Kreuzung dann auch noch einen Aufbau zu haben. Sorry, aber das ist einfach komplett unbefriedigend und wirkt einfach nicht bis zu Ende gedacht.


Auf einem YouTube-Kanal hat schon jemand die Idee gehabt, eine Karte in die Mitte des Stapels zu schieben und sobald diese dann kommt den Ablagestapel zu mischen und unter den Nachziehstapel zu platzieren. Normalerweise spielt ihr nämlich den Kartenstapel nur einmal durch. Wir haben das getestet und es funktioniert tatsächlich gut und man kann deutlich mehr erreichen.


Eine weitere Möglichkeit wäre es natürlich die Anzahl der Karten, die man gemäß der Anleitung aus dem Spiel nehmen soll, zu reduzieren. Doch weniger Karte herauszunehmen funktioniert nur bei 2 oder 3 Spielern und in Vollbesetzung bleibt das Problem bestehen.


Das wären aber halt alles Hausregeln und ich persönlich finde, dass dieses Problem des schnellen bzw. einfach unbefriedigenden Spielendes in irgendwelchen Probepartien hätte auffallen müssen.


Es tut mir unendlich leid, denn ohne dieses Problem wäre es ein erstklassiges Familienspiel, welches immer wieder auf dem Tisch landen würde. So wirkt es leider nicht zu Ende gedacht und irgendwie halbgar.



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