• Tim Nau

Interview mit Stefan Scheidtweiler von Ornament Games

Ornament Games ist ein Brettspielverlag aus Köln, der mit "Die Baumeister von Köln" 2021 das erste Brettspiel veröffentlicht hat. Hinter Ornament Games stehen Stefan Scheidtweiler und Christian Schäfer-Scheidtweiler.



Stefan war so freundlich und hat sich die Zeit genommen und ein paar Fragen beantwortet. Viel Spaß beim Interview mit Stefan von Ornament Games.


Gaming Wolves: Zunächst einmal vielen Dank, dass du dir die Zeit für ein paar Fragen nimmst.


Stefan: Sehr gerne.


Gaming Wolves: Wann kam der erste Gedanke, dass ihr euer eigenes Spiel machen möchtet?


Stefan: Wir haben schon vor einigen Jahren ein paar Spiele entwickelt, die wir aber nie bis zur Veröffentlichung vorangetrieben haben. Der Entschluss, „Die Baumeister von Köln“ tatsächlich im Eigenverlag herauszugeben, ist vor etwa einem Jahr gefallen. Das Thema Mittelalter in Köln hat uns sehr gereizt.


Gaming Wolves: Wie kam es zur Gründung eures eigenen Verlags?


Stefan: Wir haben vorher schon Spiele zu großen Verlagen gesendet, durchaus mit positiven Rückmeldungen! Aber – wie allgemein bekannt – kommen die Redaktionen bei der großen Menge an Anfragen und Angeboten nicht hinterher. So wurden wir einfach aus Zeitmangel vertröstet. Dann ergab sich bei uns die Möglichkeit einer beruflichen Umorientierung, zeitgleich mit der Corona-Pandemie, die uns viel Zeit zuhause beschert hat. Da haben wir beschlossen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.

Das Autorenduo Stefan&Christian stolz vor einem Schwung der eigenen Spiele

Gaming Wolves: Ihr erledigt alles – also Entwicklung, Publikation und Distribution – in Eigenregie. Bleibt da noch „Zeit“ für einen anderen Beruf oder ist der Verlag eure Hauptarbeit?


Stefan: Tatsächlich war die Veröffentlichung von „Die Baumeister von Köln“ ausgerechnet zum Advent 2021 ein Fulltime-Job zumindest für einen von uns. Aber das hatten wir eingeplant und waren darauf vorbereitet. Nun wird ja nicht immer Weihnachtsgeschäft sein, und die zeitlichen Anforderungen des Normalbetriebs werden wir neben unseren Hauptjobs leisten können.



Gaming Wolves: Habt ihr in eurem Verlag noch weitere Unterstützung?


Stefan: Da müssen wir unseren Freund Daniel nennen, der nicht nur ein hervorragender Grafiker ist, sondern auch bei der Entwicklung unserer Spiele immer mit Kreativität und einem kritischen Auge hilft.


Gaming Wolves: Gibt es Arbeiten bei euch, die nur der eine bzw. eben der andere erledigt?


Stefan: Ja, sicherlich. Chris kommt von der IT, daher betreut er unsere Website und regelt alles, was online anfällt. Ich kümmere sich um Kundenkontakt und Auslieferung. Die Entwicklung und die grafische Gestaltung machen wir aber immer zusammen.


Gaming Wolves: Wie kam es zum Namen „Ornament Games“?


Stefan: Wir haben eine Vorliebe für schöne und alte Dinge, zum Beispiel für historische Architektur. Da spielen Ornamente eine große Rolle. Und eine hübsche und detailreiche Gestaltung unserer Spiele ist uns sehr wichtig. Außerdem klingt das Wort auch einfach schön, ist international verwendbar, und man verbindet Positives damit.


Gaming Wolves: Habt ihr Vorbilder was Spieleautoren betrifft?


Stefan: Wir können tatsächlich keinen konkreten Namen nennen, dessen Stil oder bestimmte typische Merkmale uns geprägt hätten. Dafür ist unser Geschmack dann wohl zu breit gefächert.


Gaming Wolves: „Die Baumeister von

Köln“ bedient eher den Familienspielesektor. Wie dürfen wir uns grundlegend eure Planungen für die Zukunft vorstellen. Also ist was für Kennerspieler geplant oder wollt ihr auch mal ein Kinderspiel machen?


Stefan: Unsere Planungen gehen tatsächlich gerade in beide Richtungen: Ihr dürft euch also in nächster Zeit sowohl auf ein einfacheres als auch auf ein komplexeres Spiel freuen. Es wird einerseits lustig und satirisch und andererseits apokalyptisch und kooperativ.


Gaming Wolves: Wie können wir uns einen Arbeitstag von euch vorstellen?


Stefan: Im Normalfall ganz unspektakulär in unseren Hauptjobs! Wir arbeiten meistens am Abend und am Wochenende an unseren Spielen. Dafür machen wir aber dann durchaus genaue Aufgabenlisten und Pläne, was wann zu tun ist.


Gaming Wolves: Was fasziniert euch am Spielen und am Erfinden von Spielen?


Stefan: Für uns ist das einfach eine tolle Möglichkeit, uns kreativ auszutoben, denn das liegt uns beiden wirklich im Blut. Das Spielen an sich mögen wir unter anderem deshalb, weil man bei allem Spaß trotzdem intensiv das Hirn nutzen muss, denn Rumgammeln in der Freizeit liegt uns überhaupt nicht.


Gaming Wolves: Was ist das Besondere an euren Spielen?


Stefan: Uns ist eine enge Verbindung zwischen Thema und Spielmechanik wichtig. Dann macht es einfach mehr Spaß, finden wir.


Gaming Wolves: Was interessiert euch neben den Spielen in eurer Freizeit?


Stefan: Reisen ist ein schönes Hobby, wenn nicht gerade Pandemie ist. Aber zuhause können wir auch stundenlang LEGO basteln…


Gaming Wolves: Was ist euer persönliches Lieblingsspiel?


Stefan: Wer jetzt erwartet, den Namen eines aktuellen superkomplexen Hype-Spieles zu lesen, wird wohl enttäuscht. Wir würden „Cabo“ nennen, ein ganz simples Kartenspiel, dass uns immer wieder sehr viel Freude bereitet und mit dem wir daher auch schon etliche Freunde beschenkt haben.


Gaming Wolves: Vielen Dank für deine Zeit. Ich drücke euch die Daumen und wünsche viel Erfolg.





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