Rising Cultures - HUCH!
- Tim Nau
- vor 1 Minute
- 5 Min. Lesezeit
Rising Cultures
„Rising Cultures“, von HUCH!, ist ein kartengetriebenes Zivilisationsspiel für 2 Spieler von Aske Christiansen und Francesco Testini.

Wir wollen unser Volk zu Ruhm führen. Dazu nutzen wir das individuelle Kartendeck, um Bauwerke zu errichten, Personen auszuspielen und Ressourcen zu generieren. Doch auch den militärischen Bereich und den kulturellen Fortschritt dürfen wir nicht vernachlässigen.
Meinung
Rising Cultures ist ein reines 2-Personen-Spiel, welches in einer recht kleinen Schachtel daherkommt. In dieser befinden sich, neben ein paar Pappmünzen und den Spielertableaus ausschließlich Karten.
Neben der sehr verständlich geschriebenen Anleitung enthält das Spiel noch eine Übersicht für jedes Volk. Diese Übersicht ist klasse und so hat jeder Spieler alles im Blick, was er für sein Volk benötigt. So werden, auf der einen Seite, komplett alle Karten des persönlichen Decks beschrieben.

Die Qual der Wahl zu Spielbeginn und ein sehr hoher Wiederspielwert
Zu Beginn des Spiels muss man sich erst einmal für eines der 4 Völker (Ägypten, Persien, Rom oder Abbasiden) entscheiden. Und das ist keine leichte Entscheidung, da die 4 Völker super asymmetrisch sind. Jedes Volk hat ein eigenes Kartendeck und individuelle Fähigkeiten, die immer eine andere strategische Herangehensweise verlangen. Kein Spiel gleicht so dem anderen und der Wiederspielwert ist extrem hoch, was ein großer Pluspunkt an diesem Spiel ist. Für den Einstieg des Spiels empfiehlt die Anleitung Persien und Rom, da sich diese beide Völker ein wenig leichter spielen.
Das Spielsystem an sich ist sehr übersichtlich. Gespielt wird das Spiel über 7 Runden und jede Runde ist in 3 Phasen unterteilt. In der ersten Phase erhalten die Spieler Einkommen, in der zweiten Phase, dem Herzstück des Spiels, werden die Handkarten ausgespielt und in Phase 3 geht es dann um die aktuelle Provinzkarte.
Werfen wir einen kurzen Überblick auf die einzelnen Handlungsmöglichkeiten.

Das Spielsystem und die Multi-Use-Cards
In der Einkommensphase erhaltet ihr einfach die entsprechende Anzahl an Münzen, die ihr euch freigespielt habt. Geld ist eher eine knappe Ressource im Spiel und ihr benötigt es dringend. Neben der Bezahlung zum Übergang in das Goldene Zeitalter (wir kommen darauf gleich zurück) braucht ihr Geld um Effekte zu nutzen oder um fehlende Ressourcen zu kaufen.
Nun folgt mit dem Ausspielen der Handkarten das Herzstück des Spiels. Zunächst ziehen wir 4 Karten, von denen wir in dieser Phase 3 ausspielen werden und die vierte wird am Ende des Zuges wieder oben auf das Deck gelegt. Wir wissen folglich, dass wir diese Karte im nächsten Zug ziehen werden.
Gesteuert wird das Spiel über Multi-Use-Karten, was uns Spielern immer wieder vor schwierige Entscheidungen stellt. Eine einmal getroffene Entscheidung können wir nicht mehr rückgängig machen. Schauen wir uns nun die Möglichkeiten an, unsere Karten zu nutzen. Das Spielertableau können wir uns als Herrschaftsbereich unsere Provinz vorstellen.
Karten, die wir rechts an das Tableau spielen, steigern unsere militärische Stärke. Ausschlaggeben ist das Symbol in der rechten unteren Ecke unserer Karte. Hier gibt es die Symbole Schwert, Schild und Reiter. Die Anzahl der hier gesammelten Symbole ist ausschlaggebend für die dritte Phase, in der es um den Erhalt der aktuellen Provinzkarte geht.

Unten an eurem Tableau befindet sich der Ressourcenbereich. Oben sind die Ressourcen ersichtlich, die euch die jeweilige Karte bringt. Ihr legt die Karte überlappend unten an das Tableau und verfügt nun über die entsprechenden Ressourcen. In Rising Cultures verbraucht ihr keine Ressourcen, sondern müsst diese besitzen und dann stehe sie euch zur Verfügung.
Ressourcen benötigt ihr, um Karten in den oberen Bereich, die Auslage, zu spielen. In diese spielt ihr Gebäude oder Herrscher. Die Kosten für das Ausspielen befinden sich rechts in der Mitte der Karte. Diese Karten bringen immer einen Effekt oder Siegpunkte.
Immer dann, wenn wir eine Karte als Gebäude oder Herrscher in die Auslage spielen können wir entscheiden, kulturell aufzusteigen und eine Karte in den Fortschrittsbereich zu legen, der sich auf der linken Seite befindet. Dieser Schritt muss überlegt sein. Die Karte, die wir nämlich in den Fortschrittsbereich spielen müssen wir aus unserem Ressourcenbereich entfernen. Es handelt sich immer um die Karte, die ganz unten liegt. Folglich verringern sich dadurch die uns zur Verfügung stehenden Ressourcen.
Die Runde endet, nachdem jeder Spieler 3 der 4 Karten ausgespielt hat. Die 4. Karte wandert wieder oben auf den Nachziehstapel. Ihr kennt also schon eine der 4 Karten, die ihr nächste Runde ziehen werdet und das ist nur einer der vielen strategischen Elemente dieses Spiels.
Nun geht es um die Provinzkarte. Von den 15 Karten habt ihr zu Spielbeginn 7 gezogen und der Nummerierung entsprechend ausgelegt. Am Ende jeder Runde spielt ihr um die äußerst links liegende Karte. Auf jeder Karte sind 1 oder mehr Militärsymbole abgebildet. Es erhält der Spieler die Karte, der über die meisten Symbole verfügt. Die eroberte Karte legt ihr in euren Bereich. Diese bringen Siegpunkte oder weitere Effekte. Allerdings hat das seinen Preis. Ihr müsst nämlich die zuletzt gelegte Militärkarte entfernen und auf euren Ablagestapel legen. Dies symbolisiert also eigene Verluste oder das Neusammeln der eigenen Truppen. Ihr seid nicht gezwungen euch am Kampf um die Provinzkarte zu beteiligen.

Nach 7 Runden endet dann das Spiel und es geht an die Schlusswertung. Hierbei ist ein wenig Konzentration gefragt, da die Karten in eurer Auslage alle gewertet werden müssen.
Das Goldene Zeitalter
Ein weiterer strategischer Faktor des Spiels ist der Übergang in das Goldene Zeitalter, den ihr frei wählen könnt. Die Kosten betragen 7 abzüglich eines Geldes je Paar aus Karten im Militär- und Fortschrittsbereich. Neben 3 Siegpunkten bring euch das Goldene Zeitalter auch Vorteile bei den Boni im Fortschrittsbereich.
Der Zeitpunkt des Übergangs will gut gewählt sein. Je früher ihr wechselt, desto eher profitiert ihr zwar von den Vorteilen, aber der Wechsel ist eben teuer und eventuell fehlt euch bei zu frühem Wechsel dringend benötigtes Geld.
Fazit
Rising Cultures überzeugt mich vollkommen und ist insgesamt für mich persönlich eines der Highlights aus dem Jahre 2025 im Bereich der 2-Personen-Spiele. Es handelt sich hier definitiv um ein Kennerspiel, welches man einige Male gespielt haben muss, um die Möglichkeiten zu kennen.

Ein Grund ist die taktische Tiefe. Dieses Spiel ist recht wenig durch Glück geprägt. Über Sieg oder Niederlage entscheidet maßgeblich die eigene Strategie. Es gibt viele Stellschrauben an den man drehen kann und die man beachten muss. Hauptaspekt ist natürlich welche Karte spielt man an welche Position. Diese Entscheidung muss wohlüberlegt sein. Dieser Aspekt wird noch einmal strategischer, da man ja in jeder Runde nur 3 der 4 gezogenen Karten ausspielt. Da die 4. Karte wieder oben auf den Stapel gelegt wird weiß man, dass man diese in der nächste Runde definitiv zur Verfügung hat und kann die eigene Vorgehensweise daran anpassen. Dann wäre da der Zeitpunkt des Wechsels ins Goldene Zeitalter, den man mit Bedacht wählen muss.
Dann wäre da natürlich der Wiederspielwert. Zum einen aufgrund der Tatsache, dass man das jedes Volk erst einmal kennenlernen muss und zum anderen gibt es eben 4 Völker und jedes Duell spielt sich immer anders. Die Lernkurve dieses Spiels ist unheimlich hoch und je öfter man ein Volk spielt, desto mehr wird man seine eigene Strategie emntwickeln und die Möglichkeuten entdecken.
Ein absoluter Pflichtkauf für alle Fans von 2-Personen-Spielen.




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