Unstoppable - Schwerkraft-Verlag
Unstoppable
„Unstoppable“, von Renegade Game Studios und beim Schwerkraft-Verlag als deutsche Version erschienen, ist ein Deckbau-Spiel mit Card-Crafting-Mechanik für 1 oder 2 Spieler.
Eine dunkle Gefahr bedroht den Stadtplaneten Ceres II, die Wälder von Virenos und die raue Einöde von Mithras. Nur wenige erkennen, wie prekär die Lage ist.

Hier kommen wir ins Spiel, denn eine Gefahr, die das Ende der Welt bedeuten könnte, muss beseitigt werden. Wir müssen trainieren, um Unstoppable zu werden und das Ende der Welt verhindern...
Meinung
Vorab möchte ich sagen, dass die auf den Bildern zu sehenden Spielematten nur separat erhältlich sind und nicht zum Grundspiel gehören. Ich persönlich finde diese absolut genial und verbessern bei mir persönlich auch das Spielgefühl. Ein Muss sind diese nicht – das kommt dann darauf an, ob ihr das Geld in die Matten investieren möchtet oder eben lieber nicht. Ich würde euch die Matten empfehlen.
Auch wenn ich „Unstoppable“ nun bereits seit dem Herner Spielewahnsinn habe und mittlerweile unzählige Partien hinter mir liegen, habe ich bis heute auf die Veröffentlichung meines Eindrucks gewartet. Einfach deshalb, weil die SPIEL jetzt genau vor der Tür steht und dieser Titel auf der Wunschliste jedes Spielers stehen sollte, der gerne alleine spielt.
Erst einmal ist das Spiel optisch eine echte Augenweide. Das fängt bei der Box an und erstreckt sich über die kompletten Karten, deren Illustrationen ihresgelichen suchen - ein echter Eye-Catcher.
Ok, theoretisch kann man das Spiel bestimmt auch gut im kooperativen Modus spielen, was ich allerdings nie getan habe. Für mich ist es ein Solo-Spiel – ein erstklassiges Solo-Spiel.

Vor dem ersten Spiel steht allerdings erst einmal ein klein wenig Arbeit an, denn in der Schachtel befinden sich zahlreiche Karten, von denen ihr 121 zunächst einmal in Hüllen verstauen müsst, die dem Spiel natürlich beiliegen. Das Spiel verwendet nämlich eine Card-Crafting-Mechanik und dementsprechend werden Karten verbessert, indem ihr eine andere Karte in die Hülle der Karte schiebt und ihr dann einen weiteren bzw. stärkeren Effekt habt. Das ist hier ziemlich gut gelungen, denn ihr könnt Karten sogar zweimal aufwerten. Doch in einen Sleeve befindet sich nicht nur die eigene Aktionskarte, sondern es wird noch eine Gegnerkarte hineingesteckt. Wenn ihr nun eure Aktionskarte verbessern wollt, schiebt ihr die Verbesserung zwischen diese beiden Karten. Das hat manchmal auch zur Folge, dass ihr Gegner stärker macht. Nach dem Spiel müsst ihr natürlich auch noch ein wenig Arbeit leisten, um das Spiel wieder zu resetten. Will heißen, dass ihr alle Verbesserungen wieder aus den Karten entfernen müsst und alle Karten wieder sortieren müsst. Gut, dass es da die praktischen Trenner in der Box gibt.

Dann heißt es erst einmal Lesen, um sich mit den Regeln vertraut zu machen. Die Anleitung ist sehr verständlich geschrieben und dank einiger Beispiele bleiben auch, zumindest erst einmal, keine Frage offen. Bei ein paar Karten-Effekten werden diese aber wohl später auftauchen. Im Grunde müsst ihr, zumindest eigentlich, die Karte einfach von oben nach unten „abarbeiten“ und dann kann nichts schiefgehen. Sollten dennoch Fragen auftauchen, gibt es im Internet zahlreiche Hilfeseiten oder die KI, die euch bei der Beantwortung helfen.
Werfen wir einmal, nur überblicksartig, einen Blick auf die Regeln.
Zunächst einmal führt ihr einen allgemeinen Aufbau und den Spieler-Aufbau durch. Beim Spieler-Aufbau müsst ihr euch für einen der 4 Charaktere entscheiden, der für euch in den Kampf ziehen soll. Jeder Charakter verfügt über 3 individuelle Charakterkarten. Zu diesen 3 Karten kommen noch 7 Karten, die bei jedem Charakter gleich sind. Diese 10 Karten bilden euer Startdeck. Anschließend müsst ihr euch für einen der drei Bossgegner entscheiden und dessen individuellen Aufbau durchführen. Über die Bosse möchte ich jetzt nicht zu viele Worte verlieren, da ihr diese lieber selbst entdecken solltet. Nur so viel sei verraten: Sie unterscheiden sich sehr voneinander und es kommt sogar einer mit einem Story-Modus daher…
Ein Spielzug gliedert sich dann in 5 Phasen, die nacheinander abgehandelt werden. Die einzelnen Phasen sind auch auf dem Spielertableau abgedruckt und wenn man Punkt für Punkt durchgeht, kann man auch nichts vergessen.

In der Versorgungsphase erhaltet ihr 3 Aktionspunktscheiben. Diese benötigt ihr, um eure Aktionen „zu bezahlen“. Auf den Karten ist immer angegeben, wie viele Aktionspunkte euch das Ausspielen kostet. Dann dürft ihr eure eingesetzten Verbündeten auffrischen und wickelt noch eventuell vorhandene aktive Effekte ab, die in der Vorbereitungsphase ausgelöst werden.
Anschließend geht es dann in die Nachziehphase. Eine Besonderheit des Spiels ist es, dass ihr nur hier eine Karte durch „normales“ Ziehen erhaltet. Um weitere Karten zu erhalten müsst ihr Gegner besiegen. Von welchem der 6 Stapel ihr ziehen dürft, hängt von eurem Level ab. Hier gibt es eine weitere Besonderheit. Ihr habt nämlich eine große und eine kleine Level-Scheibe. Die große Levelscheibe gibt euer aktuelles Level an und die kleine Level-Scheibe kann durch Effekte temporär nach vorne gesetzt werden. Ihr dürft von der Position ziehen, über sich eure kleine Disc befindet. Diese müsst ihr anschließend dann wieder auf die größere Disc legen. Je höher das Level ist, desto stärker sind natürlich die Karten, die euch zur Verfügung stehen. Die so gewählte Karte müsst ihr allerdings in eine der Bedrohungskarten stecken, bevor ihr diese auf eure Hand nehmen dürft.

Danach geht es dann in die Hauptphase in der ihr Karten spielt, Verbündete erschöpft und Verbesserungen kauft. Hier können dann, durch das Besiegen von Gegner, neue Karten auf eure Hand kommen, die ihr dann auch sofort einsetzten dürft. Grundsätzlich gibt es mit Taktik- und Verbündetenkarten 2 unterschiedliche Kartenarten. Taktikkarten haben einmalige Effekte und werden in der Aufräumphase abgeworfen, wohingegen Verbündetenkarten wiederholbare Effekte und im Spiel bleiben. Sie werden erst abgeworfen, wenn die Erfahrungsstufe erhöht wird. Um Effekte der Verbündetenkarten auslösen, müsst ihr diese erschöpfen. Des Weiteren könnt ihr noch Verbesserungen kaufen, die dann einer Karte hinzugefügt werden. Euer Ziel ist es, den Gegnern Schaden zuzufügen, um die Karte dann auf die Hand zu bekommen. Anschließend könnt ihr dann die ehemalige Gegnerkarte als eigene Aktionskarte ausspielen.
Könnt oder wollt ihr keine Aktionen mehr durchführen geht es in die Bedrohungsphase. In dieser erleidet ihr Schaden von den aktiven Bedrohungen. Die aktiven Bedrohungen sind die Gegner, die sich auf dem Schlachtfeld befinden. Je erlittenen Schaden müsst ihr den Rüstungsmarker um eine Position nach unten verschieben. Dies geht natürlich nur in dem Fall, falls ihr in der aktuellen Runde Rüstung erhalten habt. Habt ihr keine Rüstung erhalten oder diese sinkt auf 0, müsst ihr Schaden von euren Lebenspunkten abziehen. Falls der Lebenspunktemarker irgendwann 0 anzeigt, habt ihr sofort verloren.

Anschließend geht es dann in die Aufräumphase, in der ihr noch ein paar administrative Aufgaben zu erledigen habt. Unter anderem müsst ihr hier auch wieder die aktiven Bedrohungen auslegen. Ist dieser Stapel leer, so geht es an den eigentlichen Level-Aufstieg. Auch die nun zu erledigenden Schritte findet ihr auf dem Spielertableau.
Klar muss euch sein, dass Unstoppable schon auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad eine Herausforderung ist, der ihr euch stellen wollen müsst. Es benötigt schon eine gute Taktik, um zum Erfolg zu kommen und den Boss zu Fall zu bringen. Immer wieder müsst ihr überlegen, wie ihr auf Situationen reagiert. Konzentriert ihr euch lieber auf eure Rüstung oder sammelt ihr Geld, um Ausrüstung zu kaufen, ist nur eine Entscheidung, die ihr treffen müsst. Es muss euch gelingen, Synergien zu erzeugen und dann einen Gegner zu schlagen, der am besten auch noch einen Effekt mit sich bringt der es euch erlaubt, weiteren Schaden zu verteilen. Doch gerade das mögen wir Solo-Spieler doch.
Und genau das macht das Spiel auch so stark. Ihr habt unheimlich viele Optionen, die es abzuwägen gilt und seid nicht auf einen Weg eingeschränkt. Dabei müsst ihr natürlich viel beachten, was insbesondere für die Fraktionen gilt. Konzentriert ihr euch auf eine Fraktion oder doch besser viele unterschiedliche Typen haben? Das Spiel hat eine enorme Lernkurve und ihr werdet von Mal zu Mal besser. Glück spielt, wie es nun einmal beim Ziehen von Karten üblich ist, auch eine Rolle. Doch hier entscheidet im Wesentlichen die eigene Taktik.

Je nach Boss und eigenem Spieltempo dauert eine Partie ca. 40 bis 90 Minuten, was eine sehr angenehme Spielzeit ist.
Nun bleibt mir nur noch zu sagen, dass ihr euch dieses Spiel anschauen solltet – euch erwarten viele Stunden Spielspaß und ich hoffe, dass bald eine Erweiterung erscheint, die uns neue Bossgegner bringt.




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