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  • Tim Nau

Der Herr der Ringe - Gemeinsam zum Schicksalsberg - Kosmos

Der Herr der Ringe – Gemeinsam zum Schicksalsberg

„Der Herr der Ringe – gemeinsam zum Schicksalsberg“, von Kosmos, ist ein kooperatives Familienspiel für 1 bis 4 Spieler von Michael Rieneck nach den Geschichten von J. R. R. Tolkien.

Es gilt, den „Einen Ring“ im Schicksalsberg zu vernichten. Diese Aufgabe obliegt dem Ringträger, der von der Gemeinschaft des Rings begleitet wird.


Erlebt noch einmal die gefährliche Reise des Ringträgers und seiner Gemeinschaft. Nur wenn Frodo den Ring in den Schicksalsberg wirft, gewinnen wir das Spiel.


Ein Blick in die Spieleschachtel

Wie für Kosmos üblich, erwartet uns ordentliches Spielmaterial. Zunächst einmal muss man sich die Rückseite des Spielbretts anschauen, denn dort bekommen wir ein herrliches Bild zu sehen. Das ist klasse und sehr stimmungsvoll, denn meistens ist das Spielbrett auf der Rückseite einfach „nur“ einfarbig.

Hauptanteil des Spiels machen die Kartendecks aus. Diese überzeugen durch gute Qualität und sehr schönen Illustrationen. Daneben gibt es noch zahlreiche Spielfiguren sowie Würfel und das war es dann auch schon.


Die Anleitung ist klasse, man liest sie einmal und kann sofort in das Spiel einsteigen. Alle Fragen werden beantwortet.

Das Spielsystem

Das Spielsystem ist super einfach, die Regeln schnell erklärt und auch der Aufbau zügig abgeschlossen.


Natürlich ist es euer Ziel, den "Einen Ring" in den Feuern des Schicksalsberges zu vernichten. 5 Etappen und dann noch der Schicksalsberg liegen vor euch. Ihr gewinnt, wenn ihr den Ring hineinwerft. Ihr verliert, wenn eure Zuversicht ein Minimum erreicht oder aber ihr einen Nazgul platzieren müsst und dieses nicht mehr könnt, weil bereits alle platziert sind.


Ein wesentliches Spielelement bilden die Etappen-Karten, die unten auf die Zahlen von 1 bis 6 gelegt werden. Hierbei ist es wichtig, dass die Karten 1 und 6 verdeckt herum gelegt werden, wohingegen die anderen Karten offen hingelegt werden.


Der aktive Spieler würfelt mit den beiden schwarzen Würfeln und wählt noch 2 der farbigen Würfel aus. Jeder farbige Würfel ist einem der Gefährten zugeordnet. Nach dem Würfelwurf muss ein schwarzer Würfel und einer der Gefährten-Würfel ausgewählt werden und auf dem Würfel-Tableau platziert werden. Das Würfel-Tableau ist dazu in Buchform, mit 2 Seiten, aufgebaut. Der ausgewählte schwarze Würfel wird auf die linke Seite nach oben und der Gefährten-Würfel daruntergelegt. Somit ist die erste Seite des Buchs ausgefüllt. Nun darf sich der aktive Spieler einen weiteren Gefährten-Würfel aussuchen und wirft diesen und die beiden im Rahmen der ersten Auswahl nicht genutzten Würfel. Anschließend wird der schwarte Würfel und einer der beiden Gefährten-Würfel wieder auf dem Würfel-Tableau, dieses Mal auf der rechten Buchseite, platziert. Nach der Würfel-Auswahl erfolgt die „Abarbeitung“ der Ergebnisse. Zunächst die linke Seite von oben nach unten und dann die rechte Seite – eben als ob man ein Buch lesen würde, was ich persönlich super gelungen finde.


Die schwarzen Zahlen stehen hierbei immer für die Karte des entsprechenden Nummern-Slots. Zeigt der schwarze Würfel also eine 2, führt ihr die Anweisung des Textes auf Karte 2 durch. Die Masse der Karten bleibt auf dem Slot liegen, so dass euch das Ereignis mehrmals treffen kann. Einige Karten werden allerdings auch entfernt, was ihr am Symbol rechts unten erkennt. Werden Karten entfernt, so kommt eine Aktion zum Vorschein, die ihr von nun an durchführen müsst, wenn der schwarze Würfel die entsprechende Zahl zeigt. Ihr müsst dann, zum Beispiel, einen Nazgul platzieren oder dürft einen Gefährten weiterziehen.


Die Masse der Karten bringen euch negative Ereignisse oder verstricken euch in Kämpfe. Auf das Kampfsystem gehe ich gleich gesondert ein. In den ersten Etappen gibt es allerdings auch Freundes-Karten, die ihr dann in euren persönlichen Vorrat nehmen dürft. Den Effekt der Karte dürft ihr dann nutzen. So könnt ihr, zum Beispiel, einen der Gefährten bis zum nächsten Etappenziel vorrücken lassen oder dürft einen Würfel erneut werfen.


Im Falle des Gefährten-Würfels rückt ihr den entsprechenden Gefährten um das Würfelergebnis nach vorne. Welchen Würfel ihr nutzt ist aus mehreren Gründen wichtig.

Unterschiedliche Gefahren erwarten euch auf der Reise

Ein wesentlicher Grund ist der Kampf. Werdet ihr in einen Kampf verstrickt, so ist nämlich immer die Position des Ringträgers entscheidend, da er das Ziel der Attacke ist. Unterstützt wird der Ringträger von allen Gefährten, die sich auf dem gleichen Feld wie er oder vor ihm auf der gleichen Etappe oder dem Feld des Etappenziels befinden. Nun werft ihr den Kampfwürfel. Jedem der Gefährten ist eine Waffe zugeordnet. Wie wir es beim Herrn der Ringe kennen, nutzt Legolas vorzugsweise den Bogen oder Gimli die Axt. Würfelt ihr das Waffensymbol eines Gefährten der euch unterstützt, gewinnt ihr den Kampf. Des Weiteren gibt es noch das Sauron-Symbol, welches zu einer Niederlage führt und das Gandalf-Symbol. Im Falle des Gandalf-Symbols gewinnt ihr den Kampf, wenn ihr eine Gandalf-Karte abgebt. Auf die diese Karten komme ich gleich wieder zurück. Niederlagen bedeuten immer einen Verlust von Zuversicht. Und wenn diese zu gering ist, habt ihr das Spiel verloren. Da dies die häufigste Ursache des Scheiterns ist, solltet ihr immer die Position eurer der Gemeinschaft im Auge haben und genau überlegen, wen ihr nun setzt. Doch dieses System macht das Spiel auch aus und oft werdet ihr riskante Entscheidungen treffen müssen, weil ihr ja auch irgendwann einmal das Etappenziel mit dem Ringträger erreichen müsst.


Schauen wir uns das System der Etappenziele an. Erreicht ihr mit einem Gefährten genau das Feld, so steigt eure Zuversicht und ihr schiebt den Marker einfach ein Feld nach oben. Das ist natürlich der Idealfall, da euch dieser Gefährte auch weiterhin im Kampf unterstützt. Doch gelingen wird dies eben nicht immer. Ist das Würfelergebnis zu hoch, überschreitet ihr einfach das Etappenziel, was im Spiel oft vorkommen wird. Erreicht ihr mit dem Ringträger genau das Feld des Etappenziels, so dürft ihr eine Karte vom Gandalf-Stapel ziehen. Würdet ihr es mit der gewürfelten Augenzahl überschreiten, so bleibt der Ringträger trotzdem auf dem Feld stehen und ihr legt die oberste Karte des Gandalf-Karten-Stapels einfach ab. Die Gandalf-Karten, von denen ihr eine bereits zu Spielbeginn ziehen dürft, bringen euch sehr nette Vorteile, die euch die Reise erleichtern. In beiden Fällen des Ringträgers endet die Etappe. Nun legt ihr alle Karten der Etappe ab und bestückt die Slots mit Karten der nächsten Etappe.


So müsst ihr euch dann durch 5 „normale“ Etappen schlagen, bevor ihr endlich den Schicksalsberg erreicht. Diese Etappe verläuft ein wenig anders. Achtet darauf, dass möglichst viele der Gefährten das letzte „normale“ Etappenziel punktgenau erreichen, da ihr den Ringträger, für jeden Gefährten dem dies gelungen ist, bereits um ein Feld auf dem Schicksalsberg nach vorne rücken dürft, was echt Gold wert ist. In dieser Etappe würfelt ihr nur einen schwarzen Würfel, handelt das entsprechenden Ereignis ab und setzt anschließend den Ringträger um ein Feld nach vorne – ausgenommen ihr werdet von Kankra eingesponnen. Erreicht ihr das letzte Feld bevor eure Zuversicht unterhalb des Minimums gesunken ist, gewinnt ihr die Partie.


Die optimale Spieleranzahl

Das Spiel ist konzipiert für 1 bis 4 Personen.


Es macht tatsächlich keinen Unterschied in Bezug auf den Spielspaß, in welcher Teilnehmerzahl ihr spielt. Ihr würfelt zweimal, wählt eure Würfel, macht die Aktionen und gebt das Würfelboard dann an den nächsten Spieler weiter. Hierbei sprecht ihr dann ab, welche Aktionen denn für euer Weiterkommen den größtmöglichen Erfolg versprechen. Spielt ihr alleine, seid eben immer nur ihr am Zug und entscheidet halt für euch allein. Anpassungen aufgrund der Spielerzahl gibt es nicht und sind auch nicht nötig.


Im Schnitt liegt die Spieldauer bei einer Partie in welcher ihr den Schicksalsberg erreicht, bei ca. 45 Minuten. Wenn euch das Glück mal nicht hold ist, kann ein Spiel aber auch schnell vorbei sein.


Fazit

„Der Herr der Ringe – Gemeinsam zum Schicksalsberg“ ist ein kooperatives Familienspiel, welches natürlich aufgrund des Themas zunächst einmal für viele Spieler von Interesse sein dürfte. Doch kann das Spiel auch überzeugen?


Ja, dass kann es. Zumindest dann, wenn man es als das nimmt, was es denn ist und auch sein soll. Es handelt sich um ein Familienspiel, welches auch stark vom Würfelglück abhängig ist.

Oftmals überlebenswichtig!!!

Gemeinsam versucht ihr, die einzelnen Etappenziele zu erreichen und am Ende dann den Ring in das Feuer des Schicksalsbergs zu werfen. Gelingt euch dies, dann habt ihr gemeinsam das Spiel gewonnen. Ihr verliert das Spiel, wenn die Zuversicht unter das Minimum sinkt oder ihr einen Nazgul platzieren müsst und dieses nicht mehr könnt.


Der aktive Spieler würfelt und ihr entscheidet dann gemeinsam, welche Würfel denn genommen werden sollten. Auch wenn bei Uneinigkeit eigentlich der aktive Spieler entscheidet, kann es hier zu einem Alpha-Spieler-Problem kommen.


Jede Etappe verfügt über 7 Karten, von denen nur 6 ins Spiel kommen. Dies sorgt leider für zu wenig Varianz. Ebenso wie bei den Gandalf-Karten wäre es hier klasse gewesen, wenn noch 3 oder 4 Karten mehr beiliegen würden, da dies dann die Variabilität erhöht hätte. So bleibt es dann wohl dabei, dass man einige schöne Partien spielen wird und das Spiel, bei dem einen früher bei dem anderen später, wieder ausziehen wird und dann aber einem anderen Freude bereiten wird.


Dass das Spielbrett jetzt nicht auf der offiziellen Karte basiert, stört mich persönlich nicht. Ich finde das Brett wirklich schön. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass sich größere Fans mit diesem Umstand wohl schwertun.

Insgesamt ein Spiel, welches mir sehr gut gefallen hat. Für mich persönlich aber ein Spiel, welches man vorzugsweise mit der Familie oder alleine spielt. Ich persönlich käme jetzt nicht auf die Idee, dieses Spiel zu einem Spieleabend mit Freunden mitzunehmen.




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