Die Hängenden Gärten - Piatnik
- Tim Nau
- vor 3 Minuten
- 4 Min. Lesezeit
Die Hängenden Gärten
„Die Hängenden Gärten“, von Piatnik, ist eine Mischung aus Lege- und Set-Collection-Spiel für 1 bis 5 Spieler von Grégory Grard und Matthieu Verdier.

Über 4 Runden machen wir uns daran, ein Wunderwerk der Natur für die Gemahlin des Königs von Babylon zu errichten. So sammeln wir seltene Baumarten, exotische Tiere oder wunderschöne Blumen. Wird es uns gelingen, den prächtigsten Hängenden Garten zu errichten?
Meinung
Das Spielmaterial ist wirklich so gelungen. So erwarten uns zahlreiche Pappteile mit einer sehr ordentlichen Dicke, einige Holzteile und nett illustrierte Karten.
Auch die Anleitung ist verständlich geschrieben und beantwortet alle Fragen.

Das Spielsystem
Das Spielsystem ist einfach gehalten und schnell verstanden. Klingt es zu Beginn nur danach, dass man eine Karte nehmen muss, diese in seine Auslage legt und ggfs. noch eine Verschönerung kauft oder ein Ziel erfüllt, so zeigt sich die Tiefe erst nach und nach und man erkennt, wie viel mehr in diesem Spiel steckt.
Bevor wir uns kurz gemeinsam das Spielsystem anschauen, möchte ich mit euch einen Blick auf die Karten und deren Besonderheiten werfen.

Zunächst einmal wäre da die Bewässerung. Ob eine Karte eine Bewässerung hat, erkennt man oben in der Mitte. Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler einen Bewässerungsplan für seinen Garten mit vorgegebenen Stellen, an denen eine Bewässerung liegen soll. Am Ende des Spiels gibt es Punkte, wenn eine Karte mit Bewässerung an einer vorgegebenen Stelle liegt. Je mehr Karten an der richtigen Stelle liegen, desto mehr Punkte gibt es logischerweise. Dann gibt es noch Karten mit Blumen. Euer Ziel ist es bzw. sollte es sein, möglichst große Gruppen von Blumen mit der gleichen Farbe zu bilden. Bei den exotischen Tieren kommt die Anzahl der Punkte darauf an, in welche Ebene man die Karte gelegt hat. Des Weiteren gibt es noch Karten mit Bäumen. Hier erkennt ihr auf der Karte wie viele Bäume ihr zu einer Gruppe legen müsst, um die entsprechenden Punkte zu bekommen. Dann gibt es noch Gäste. Hier ist auf der Karte angegeben, für was euch der Gast am Spielende Punkte bringt. Als letztes wären da noch die Karten, die weder Tier noch Baum noch Gast zeigen. Auf diese Karten könnt ihr Verschönerungen legen. Wir kommen auf dieses Thema nachher noch zu sprechen.

Der aktive Spieler führt 4 Schritte durch, von denen die ersten beiden verpflichtend und weiteren beiden optional sind.
Zunächst wird eine Spielfigur auf ein noch freies Feld des Gartenteam-Tableaus gestellt. Die zur Verfügung stehenden Felder sind mit einer der drei Spalten des Spielplans verknüpft. Aus eben der zugehörigen Spalte nimmt man sich nun eine der ausliegenden Karten. Hierbei ist die unterste Karte umsonst und je höher man geht, desto mehr Werkzeuge muss man für die Karte bezahlen. Diese Karte legt man nun in seinen Garten. Hierbei gelten sehr einfache Legeregeln. So muss die erste Karte in die erste Ebene gelegt werden. Jede weitere Karte muss immer angrenzend an eine bereits liegende Karte gelegt werden. In die zweite und dritte Ebene seines Gartens darf man eine Karte erst liegen, wenn unterhalb der neuen Karte bereits 2 Karten liegen. Ist auf der Karte ein Bonus abgebildet, erhaltet ihr diesen nun. So kommt ihr an Münzen, Werkzeuge oder den Start-Spieler-Marker.
Anschließend werden alle Karten oberhalb der genommenen Karte nach unten geschoben und der nun freie Slot mit einer neuen Karte aufgefüllt. Die nächsten beiden Schritte sind nun optional.
So könnt ihr genau eine Verschönerung kaufen und auf eine leere Karte eures Gartens legen. Es gibt einfache Verschönerungen, Verschönerungen mit Bonussymbol und Verschönerungen mit Bewässerung.

Nun besteht noch die Möglichkeit ein königliches Ziel zu erfüllen. Zu Spielbeginn werden vier Ziele gezogen und diese werden auf die entsprechenden Felder gelegt. Bei königlichen Zielen ist es immer das Ziel eine bestimmte Anzahl (3 oder 4) des entsprechend geforderten (z. B. 3 Gäste oder 4 blaue Blumen) in einer Ebene zu platzieren. Und hier gibt es einen schönen Kniff. Der Start-Spieler-Marker dient nämlich dazu, diese Anzahl an geforderten Symbolen um eins zu reduzieren, was die Erfüllung deutlich vereinfacht.
Anschließend ist auch schon der nächste Spieler an der Reihe. Das Spiel endet nach der 4. Runde und in diesem Moment besteht euer Garten dann aus 12 Karten.
Nun erfolgt die Schlusswertung. Es gibt Punkte für die Bewässerung, für die Blumen, die Bäume, die Tiere, die Gäste und für die königlichen Ziele.
Fazit
Die Hängenden Gärten der Semiramis, auch die Hängenden Gärten von Babylon genannt, sind eines der sagenumwobenen antiken Sieben Weltwunder und existieren heute nicht mehr. Auch der genaue Standort ist bis heute archäologisch nicht zweifelsfrei bewiesen. Dennoch waren diese schon öfter Thema für ein Brettspiel.
Bevor ich das Spie erhalten habe, sagte es mir tatsächlich gar nichts. Entsprechend ging ich auch komplett ohne irgendwelche, weder positive noch negative, Erwartungen ins Spiel hinein.

Die Regeln sind super einfach und das Spiel ist innerhalb von 10 Minuten erklärbar. Aufgrund des super einfachen Systems richtet es sich auch an Wenig- oder Familienspieler. Doch auch Vielspieler werden ihre Freude haben. Schnell erkannt man nämlich, dass in diesem Spiel deutlich mehr Taktik steckt als zunächst angenommen und man erkundet immer neue Wege der Punktegenerierung, was großen Spaß macht. Die Lernkurve hier ist schon recht steil.
Auch die Spannung im Spiel bleibt die ganze Zeit hoch. Einerseits wird ja nach jedem Zug eine neue Karte aufgedeckt und andererseits hofft man immer inständig, dass eine dringend benötigte Karte nicht von einem Gegenspieler weggeschnappt wird. Doch in eine Sackgasse, weil man sich auf etwas Spezielles konzentriert hat, manövriert man sich aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten nie. Es kommt immer darauf an, was man mit dem zur Verfügung stehenden macht.
Ein weiterer Pluspunkt ist es, dass das Spiel in jeder Spielerzahl super funktioniert. Je nach Spieleranzahl nutzt ihr eine andere Seite der Gartenteam-Tableaus und auch der Spielplan ist doppelseitig. Da die Spielzüge super schnell erledigt sind, entsteht auch in Vollbesetzung kaum Downtime. Einmal mit den Regeln vertraut dauert eine Runde nur knapp 30 Minuten.
Auch an die Solo-Spieler wurde gedacht und hier macht das Spiel ebenfalls enorm großen Spaß. Für diesen Modus liegen dem Spiel 18 Solo-Karten bei. Auf den Karten erkennt ihr den Platz, auf den die Spielfigur eures Gegenspielers gesetzt wird, die Karte, die aus der entsprechenden Spalte entfernt wird und eine Bonusaktion. Knapp 20 Minuten dauert eine Partie und es bleibt selten bei einer Runde.
Insgesamt ein super Spiel, welches mir immer wieder große Freude bereitet und eine ganz klare Empfehlung erhält.




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