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  • Tim Nau

Maps of Misterra - Sit Down! Games

Maps of Misterra

„Maps of Misterra“, von Sit Down! Games, ist ein Strategiespiel für 1 oder 4 Spieler von Mathiei Bossu, Thomas Cariate und Timothée Decroix.



Eine neue Insel wurde entdeckt und diese gilt es natürlich zu kartieren. Wir sind einer der Leiter der Expedition. Doch werden wir die Gegebenheiten vor Ort realitätsgetreu wiedergeben?

 

Ein Blick in die Spieleschachtel

Das Spielmaterial ist sehr gut. Die Geländeplättchen sind super dick, das Spielbrett und die Spielertableaus sehen klasse aus und die Karten sind schön gestaltet. Hier gibt es keinen Grund für irgendeine negative Kritik.

 

Auch die Anleitung kann überzeugen. Einmal gelesen, kann man sofort mit dem Spiel starten. Sehr gelungen sind hier die zahlreichen Beispiele, die eine erstklassige Erklärung für eventuelle Unklarheiten sind.

 

Das Spielsystem

Das Spielsystem ist einfach gehalten. Schnell merkt man allerdings, dass es einiges zu beachten gilt bzw. dass man sich sehr konzentrieren muss.

 

Der Spielzug eines Spielers besteht aus zwei „Halbzügen“, in denen man die gleichen Möglichkeiten hat. Bevor wir dazu kommen, schauen wir uns die Kernelemente des Spiels an. 


Der Inselplan

Zum einen wäre das die Insel, auf der wir uns mit unserem Charakter bewegen. Zum anderen ist dies unser Pergament-Tableau, auf dem wir die Insel kartieren. Beachtet hier unbedingt die korrekte Lage. Diese ergibt sich aufgrund der Lage des Inselplans. Zu Zugbeginn liegen immer 5 Skizzenkarten aus. Auf diesen sind immer 2 unterschiedliche oder auch 2 gleiche Geländetypen (Steppe, Dschungel, Lagune, Gebirge) abgebildet. Diese Karten werden auf eurem Pergament-Tableau platziert und auf den Inselplan werden die Geländeplättchen platziert. Jedes Gelände hat einen unterschiedlichen Effekt den ihr ausführen könnt, wenn ihr euch mit eurer Figur auf das entsprechende Plättchen bewegt. So dürft ihr bei der Steppe eure Figur sofort u ein Feld weiterbewegen und auch dort dann den entsprechenden Effekt nutzen. Bei der Lagune dürft ihr eine Skizzenkarte aus der Auslage entfernen und durch eine neue Karte ersetzen. Im Falle des Dschungels dürft ihr nicht Kartieren und das Gebirge erlaubt es auch den Sichtbereich um ein Feld zu erhöhen. Wir kommen darauf gleich noch einmal zu sprechen.

 

Des Weiteren erhält jeder Spieler zu Spielbeginn 4 Vermutungskarten, von denen er zwei auswählt. Diese gelten nur für ihn und stellen dem Spieler bestimmte Voraussetzungen, für die es am Spielende dann Punkte gibt. Beachtet unbedingt, dass die Vermutungskarten sich auf die Lage der Skizzenkarten auf eurem Pergament-Tableau beziehen und nichts mit dem eigentlichen Inselplan zu tun haben. Trotz Erklärung kam es hier in Partien oft zu Unklarheiten, weil man es einfach vergessen hat.


So, schauen wir uns nun einen Zug bzw. einen Halbzug an. Zu Beginn eures Zugs müsst ihr euren Kartografen um ein Feld, nur waagerecht oder senkrecht, bewegen. Im allerersten Halbzug ist die Bewegung das Setzen des Kartografen auf ein Strandfeld.

 

Als nächstes müsst ihr eine der ausliegenden Skizzenkarten nehmen.

 

Nun könnt ihr Kartieren oder Beanspruchen. Im Falle des Kartierens legt ihr die Skizzenkarte auf euer Pergament-Tableau. Natürlich gilt es hierbei ein paar Regeln zu beachten.


So muss eine Hälfte der Karte im Sichtbereich eurer Figur liegen. Der Sichtbereich ist das Feld, auf dem eure Figur steht und die 4 orthogonal angrenzenden Felder. Steht ihr auf einem Gebirgsplättchen, erhöht sich die Sichtweite in jede Richtung um ein Feld.

 

Anschließend müsst ihr den Inselplan aktualisieren. Hierzu vergleicht ihr die Insel mit eurem Pergament-Tableau. Hierbei ist nur die zuletzt gelegte Skizzenkarte von Interesse. Ist das Inselfeld leer, so platziert ihr ein entsprechendes Geländeplättchen auf der Insel. In diesem Fall verwendet ihr die unklare Seite. Liegt dort bereits ein Plättchen mit einer unklaren Seite, so müsst ihr es ersetzen, falls der Typ eurer Skizzenkarte nicht mit dem Plättchen auf der Insel übereinstimmt. Stimmt der Typ hingegen überein, so dreht ihr das Plättchen von der unklaren Seite auf die bestätigte Seite. Ein einmal bestätigtes Plättchen wird nicht wieder von der Insel entfernt. Daraus folgt, dass das bestätigte Plättchen auf der Insel liegen bleibt, auch wenn der Plättchentyp der Skizzenkarte ein anderer ist.


Skizzenkarten

Alternativ könnt ihr ein Gebiet beanspruchen. Auch hier gelten selbstredend Regeln. So müsst ihr noch über einen Anspruchsmarker verfügen (ihr startet das Spiel mit 3 Anspruchsmarkern), eure Figur muss sich auf einem bestätigten Geländeplättchen befinden, kein anderer Spieler darf die Region schon beansprucht haben und ihr dürft den Regionstyp noch nicht selbst beansprucht haben. Für beanspruchte Gebiete erhaltet ihr am Spielende extra Siegpunkte. Es kann im Verlauf der Partie dazu kommen, dass aus jeweils einem beanspruchten Gebiet von unterschiedlichen Spielern ein komplettes Gebiet wird. In diesem Fall ist der Anspruch umstritten, beide Marker werden im Rahmen der Punktevergabe entfernt und niemand erhält die zusätzlichen Punkte.

 

Am Ende des Zuges liegen dann nur noch drei Skizzenkarten in der Auslage. Nun wird wieder auf 5 Karten aufgefüllt und der nächste Spieler ist an der Reihe.

 

Das Spielende wird ausgelöst sobald am Ende eines Zuges auf der kompletten Insel nur bestätigte Geländeplättchen liegen, alle Skizzenkarten aufgebraucht wurden oder alle Felder auf dem Pergament-Tableau abgedeckt wurden.

 

Nun geht es an die Wertung. Zunächst einmal werden alle unklaren Geländeplättchen von der Insel abgelegt und Anspruchsmarker in umstrittenen Regionen entfernt. Anschließend erhaltet ihr 2 Punkte für jedes Pergamentfeld, dessen Geländetyp mit dem Inselplan übereinstimmt und jedes leere Pergamentfeld kostet euch einen Punkt. Nun erhaltet ihr die Punkte für eure Vermutungskarten und eventuell noch 2 Punkte je Plättchen in einer beanspruchten Region.


Das PErgament-Tableau

 Die optimale Spielerzahl

Konzipiert ist das Spiel für 1 bis 4 Personen. Auf den Solo-Modus gehe ich im Anschluss kurz gesondert ein.

 

Grundsätzlich kann man das Spiel in jeder Konstellation spielen. Persönlich finde ich allerdings, dass es mit 2 Personen am besten funktioniert, da man hier noch einigermaßen planen kann, sich aber trotzdem in die Quere kommt. Beim Spiel mit 3 oder gar 4 Personen, muss man sich schon auf sein Glück verlassen und die Insel wird andauernd durcheinandergewirbelt. Ein wirklich taktisches Vorgehen ist hier nur schwer möglich.

 

In allen Konstellationen liegt die Spieldauer bei ca. 45 Minuten.

 

Auch an die Solo-Spieler wurde gedacht. Hier spielt man gegen Ottoma, der über ein eigenes Kartendeck gesteuert wird. Grundsätzlich erst einmal ein sehr schönes System. Man deckt die oberste Karte des Ottoma-Stapels auf und legt diese rechts neben den Stapel. Nun ergibt sich anhand der Rückseite der aufgedeckten Karte, die den Ort der Aktion zeigt und der nun obersten Karte des Ottoma-Stapel, welche die Aktionen zeigt, der Zug von Ottoma. Das ist super einfach und sehr schnell „abgearbeitet“.

 

Leider muss ich sagen, dass das System nicht wirklich gut funktioniert. In meinen Partien war es nämlich immer so, dass ca. ab der Hälfte des Spiels der Ottoma kaum noch etwas gemacht hat, weil auf den gewählten Feldern schon immer bestätigte Geländeplättchen lagen. Das ist schade und führt dazu, dass man es nicht noch einmal für eine Solo-Partie aus dem Schrank holt.


Ottomas Deck besteht aus einer Kombination von 2 Karten

Alleine beträgt die Spieldauer ca. 30 Minuten.

 

Fazit

Maps of Misterra ist ein Spiel, welches ich vor der SPIEL 2023 gar nicht so richtig auf dem Schirm hatte. Bei meinem Gespräch mit der Pressevertreterin von Sit Down! bin ich dann aber schnell hellhörig geworden.

 

Grundsätzlich ist es ja erst einmal „nur“ ein Tile-Placement-Spiel, welches aber durch die Verbindung mit dem Pergament-Tableau einen coolen Kniff erhält. Diesen Mechanismus kannte ich so nicht und dieser führt dazu, dass ihr immer ein Auge auf den Inselplan und euer Pergament-Tableau haben müsst da ihr ja, zumindest im Idealfall, hier durch Übereinstimmung am Ende, zumindest theoretisch, 50 Punkte abgreifen könnt. Da nun einmal die Mitspieler die Insel auch andauernd verändern, wird euch dies natürlich nicht gelingen - im Solo-Spiel hingegen ist dies sehr gut möglich. Je mehr Mitspieler mitspielen, desto schwieriger wird es, seinen Plan zu verwirklichen.



Schnell merkt man, dass man sich schon gehörig konzentrieren muss. Zum einen will man ja die Übereinstimmung, zum anderen will man aber auch die Bedingung seiner Vermutungskarten bestmöglich erfüllen, da man hierrüber auch noch einmal ordentlich Punkte sammeln kann. Und dann wäre es auch noch ein lohnendes Ziel, mindestens ein- besser 2 oder 3, lukrative Gelände zu beanspruchen.

 

Die Altersempfehlung liegt bei 10 Jahren, was so in etwa Familienspiel plus bedeutet. Dieser Einschätzung würde ich mich anschließen. Es steckt deutlich mehr in dem Spiel, als man zunächst annimmt.

 

Insgesamt gefällt mir Maps of Misterra gut und wenn ihr auch Spaß bei ein wenig puzzeln habt, dann solltet ihr ruhig ein Auge riskieren.

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