Die Jury - Zwei Gesichter - Ein Schuss - Kosmos
- Tim Nau
- vor 13 Minuten
- 3 Min. Lesezeit
Die Rezension ist absolut spoilerfrei und wir zeigen auch keine Fotos,
die euch irgendwas verraten würden.
Die Jury – Zwei Gesichter – ein Schuss
„Zwei Gesichter – ein Schuss“, von Kosmos, ist ein Audio-Erlebnis-Spiel für 2 bis 5 Spieler von Jacob Berg. Die Geschichte basiert auf einem realen Kriminalfall.

Ein junger Mann wird beschuldigt, einen tödlichen Schuss abgegeben zu haben. Schuldig oder nicht schuldig? Das Urteil liegt in unseren Händen…
Meinung
Als ich das erste Mal von „Die Jury“ gehört habe und mir das Spielkonzept angeschaut habe, war ich sofort begeistert. Wir Spieler sind die Jury und entscheiden anhand von Zeugenaussagen über Schuld oder Unschuld des Angeklagten. Haben also eine enorm wichtige Aufgabe.
Das Spielkonzept
In der kleinen Schachtel befindet sich wenig Inhalt. So gibt es 52 Spielkarten, einen Block mit Einschätzungsprotokollen und Urteilsplättchen. Das Spiel selbst wird über die Kosmos-App gesteuert und wie üblich müsst ihr euch den Inhalt zunächst herunterladen.

Jeder Spieler erhält zu Spielbeginn 3 Einschätzungsprotokolle – für jeden Verhandlungstag einen. Auf jedem dieser Bögen befinden sich 4 Personen, deren Aussagen ihr an diesem Tag hören werdet. Auf den Bögen könnt ihr dann ankreuzen, ob ihr den Verdächtigen eher für schuldig oder unschuldig haltet und euch kleinere Notizen machen.
Das eigentliche Spiel startet dann mit der ersten Karte und ihr führt die entsprechenden Instruktionen aus. Das ist alles super einfach gemacht und Fragen treten keine auf. Dennoch muss man hier anmerken, dass man auch komplett auf Karten hätte verzichten können und das Spiel komplett über die App hätte laufen lassen können. Die meisten Karten sind ganz einfach überschlüssig, da auf diesen eben nur steht, dass man sich die nächste Aussage anhören soll. Vielleicht wollte man durch den Einsatz der Karten dafür sorgen, dass die Spieler zumindest ein wenig „Arbeit“ haben, da man ansonsten eben einfach nur zuhören muss.

Nach 4 Personen endet dann der erste Tag und ihr könnt mit euren Mitspielern über eure Einschätzung diskutieren. Des Weiteren und das finde ich super genial, erhält jeder Spieler auch noch eine Karte eines anderen Geschworenen, die dessen Einschätzung zum momentanen Zeitpunkt erhält. Hier frage ich mich lediglich, warum die Texte der anderen Geschworenen nicht ebenfalls eingesprochen wurden.
Das Spiel endet nach dem 3. Verhandlungstag und dann müsst ihr das Urteil fällen.
Mehr Hörspiel als Spiel
Das Spiel besticht mit einem klasse Konzept und ich mag es immer, wenn man sich traut, neue Wege zu gehen. Die Audioaufnahmen sind erstklassig und wurden von professionellen Sprechern gesprochen.
Die Masse des Spiels, dem muss man sich vor dem Kauf klar sein, besteht in dem Hören der Audiofiles. Ich persönlich denke, dass man dieses Spiel bzw. das Konzept entweder mag oder eben eher nicht. Meine Frau war sehr angetan von diesem Spiel, wohingegen ich eher ein wenig zwiegespalten bin. Wahrscheinlich bin ich aber mit falschen Erwartungen an dieses Erlebnis rangegangen. Diese Erwartungen wurden insbesondere durch einen Passus in der Anleitung in mir geschürt. Hier steht nämlich, dass der Teufel im Detail steckt und wir uns nicht in die Irre führen lassen sollen. Ich bin davon ausgegangen, dass ich mehr kombinieren und Rätseln muss, um beim Fall zu einem „richtigen“ Urteil zu kommen. Ihr müsst euch bewusst sein, dass dem absolut nicht so ist. Die Masse besteht in dem Hören der Audiofiles und der Fall verläuft sehr linear.

In den Pausen führt man dann Diskussionen mit den Mitspielenden. Mein Eindruck war jedoch, dass diese eher oberflächlich geführt wurden, weil die eigentliche Geschichte sehr linear verläuft und kaum eine Grundlage für Diskussionen bietet. Es gibt keine Wendungen oder wirkliche Wiedersprüche, die dazu anregen würden. Das Urteil liegt eigentlich auf der Hand und das kann nicht Zweck des Ganzen sein.
Sehr gelungen finde ich das Ende, da wir hier noch einmal hören, wie das reale Urteil des Falles damals ausgefallen ist.
Insgesamt muss man bei „Die Jury“ wissen, worauf man sich einlässt bzw. man muss wissen, was einen erwartet. Wer damit dann etwas anfangen kann, der ist mit diesem Spiel gut beraten und wird nette 2 Stunden erleben.




Kommentare