top of page
Titelbild_new.jpg

Heredity - Die Geschichte von Swan - Pegasus Spiele

  • Tim Nau
  • vor 3 Minuten
  • 6 Min. Lesezeit

Die Rezension enthält keine Spoiler


Heredity – Die Geschichte von Swan

„Heredity“, von Darucat und als deutsche Version bei Pegasus Spiele erschienen, ist ein kooperatives Kampagnenspiel für 1 bis 4 Personen von Jérome Cance und Laurent Kobel.


 

Nach einem kompletten Zusammenbruch des Internets und aller technischer Systeme herrschen Anarchie und Gewalt. Alle versuchen in den Trümmern zu überleben und haben sich in Gruppen zusammengetan. Nicht aber Djamal und Maeve, die sich mit ihren drei Kindern Brick, Selena und Swan in ein altes Farmhaus weit draußen zurückgezogen haben. Keines der Kinder hat jemals mehr von der Welt gesehen als das Farmhaus und die direkte Umgebung. Bis dato hat man die Familie in Ruhe gelassen, doch damit ist es jetzt vorbei…

 

Meinung

Eine Rezension zu diesem Spiel zu schreiben ist nicht einfach, da ich euch rein gar nichts spoilern möchte. Ich werde daher nur Karten zeigen, die ihr ohnehin in den ersten 2 Minuten zu sehen bekommen werdet und auch rein gar nichts zur eigentlichen Geschichte bzw. zur Entwicklung dieser erzählen, damit ihr in diese selbst eintauchen könnt. Im Vordergrund soll die Mechanik stehen und ich hoffe das ihr erkennen werdet, ob dieses Spiel etwas für euch ist.


 

Das Spielmaterial ist recht umfangreich. So erwarten euch knapp 350 Karten, zahlreiche Papp-Marker, Standes und weitere Marker aus Holz. Sehr gut gefällt mir hier, dass ihr genau erkennt, welche Figuren ihr für welches Kapitel benötigt, da es auf dem Tisch ohnehin sehr voll wird.

 

Achtet darauf, dass ihr im Rahmen der Spielvorbereitung genau nach der Anleitung vorgeht und euch nur Karten anschaut, die ihr euch anschauen dürft. Sehr gut ist es hier, dass die Karten für die einzelnen Kapitel in separate Stapel verpackt sind. Die Basis- und Geheimniskarten hingegen benötigt ihr bei jedem Kapitel. 

 

Nach dem ersten Spielaufbau kommt ihr auch nicht drumherum, die Anleitung zu lesen, die euch mit der grundsätzlich Spielmechanik vertraut macht. Die Anleitung an sich ist sehr verständlich geschrieben. Die Spielmechanik ist auch gar nicht so schwer und sehr leicht zu erlernen. Schwieriger ist es da schon, die einzelnen Kapitel erfolgreich zu meistern. Schauen wir uns die wesentlichen Grundlagen und Mechaniken gemeinsam an.

 

Grundsätzlich könnt ihr das Spiel mit 1 bis 4 Personen spielen. Egal in welcher Teilnehmerzahl kommen immer alle 4 Charaktere (Maeve, Djamal, Selena und Brick) ins Spiel und ihr müsst diese unter euch aufteilen. Wir haben das Spiel mit zwei Personen gespielt und tatsächlich sehe ich auch wenig Sinn darin, es mit mehr als 2 Personen zu spielen. Aber das ist mit Sicherheit Geschmackssache. Je mehr Spieler teilnehmen, desto größer wird auch die Alpha-Spieler-Gefahr. Das gemeinsame Reden und besprechen der Aktionen ist essentieller Bestandteil um das Spiel zu meistern. Gelingt euch dies nicht, werdet ihr von den Geschehnissen überrollt.

 

Auch als Solo-Spiel, wo ihr dann eben alle 4 Charaktere spielt, eignet sich das Spiel daher perfekt. Zu jeder Figur gehören ein Standee, drei Aktionsmarker und natürlich die drei Karten, die eure Figur darstellen. Auf die dort befindlichen Aktionsfelder legt ihr die Marker und könnt außerdem noch Gegenstände an eure Figur anlegen, die ihr im Laufe des Spiels finden werdet.

 


Jedes Kapitel wird über einen eigenen, durchnummerierten Kartenstapel, erzählt. Dadurch baut sich dann eben auch das Spielfeld auf und über dieses bewegt ihr dann eure Figuren und führt Aktionen aus. Zu Beginn des ersten Kapitels besteht es lediglich aus 2 Karten, die Räume eures Farmhauses darstellen.

 

Immer wenn ihr eine Karte zieht, handelt ihr diese von oben nach unten ab. Mit beige, schwarz und rot können Karten bis zu 3 Farben aufweisen - einige Karten haben auch nur 2 der 3 Farben. Der Bereich in beige ist eine Erzählung, den ihr einfach vorlest. Im schwarzen Bereich befinden sich Regeln und/oder Anweisungen, die ihr ausführen müsst. Hierdurch kommen dann neue Regeln oder Aktionen ins Spiel. Befindet sich hier ein Klammer-Symbol, müsst ihr diese Karte in eure Zeitleiste legen. Die Zeitleiste ist der zentrale Mechanismus des Spiels und mega genial. Schauen wir uns diesen daher ein wenig genauer an.

 

Hatte die Karte das Klammer-Symbol, legt ihr diese entweder ganz rechts oder links an eure Zeitleiste an. Die Farbe, blau oder grün, bestimmt dabei, ob die Karte rechts oder links angelegt wird. Im Verlaufe des Spiels werden Karten dann auch unter andere Karten geschoben und dann müssen beim Abhandeln beide Karten berücksichtigt werden. Den roten Bereich der Karte dürft ihr noch nicht ausführen.

 

Zu Beginn des Spiels befindet sich nur eure Familienkarte in der Zeitleiste und auf dieser befindet sich der Zeitmarker. Diese Karte ist nun quasi aktiv und ihr führt den roten Bereich aus. Dadurch holt ihr dann eure Aktionsmarker zurück (natürlich erst ab Runde 2) und dürft diese dann neu verteilen. Dadurch könnt ihr dann interagieren, kämpfen, sprechen oder was sonst auch immer. Ihr platziert dazu einfach einen der Aktions-Marker auf dem entsprechenden Slot eures Charakters und führt die korrespondierende Aktion aus.  

 

Nach Abhandlung der Karte wandert der Zeitmarker dann um eine Karte weiter nach rechts und ihr handelt diese ab. Befindet sich rechts neben der aktuellen Karte keine Karte mehr, bewegt ihr den Marker auf die Karte, die sich am weitesten links in eurer Leiste befindet. So wandert der Marker dann durch eure Zeitleiste. Was ihr unbedingt immer machen solltet ist, euch die Texte im roten Bereich der kommenden Karten durchzulesen, um euch auf das Kommende vorzubereiten bzw. um Begegnungen zu bekämpfen. Diese agieren nämlich erst, wenn sie dran sind. Erledigt ihr Feinde vorher, kommen diese gar nicht erst zum Zug und ihr erspart euch einen mühevollen Kampf, den wir uns jetzt kurz anschauen.

 

Landet eurer Zeitmarker auf einer Begegnungskarte mit einem Feind, greift dieser euch an. Wie gesagt, versucht besser, den Feind vorher zu besiegen. Das Kampfprozedere ist sehr einfach durchzuführen. Ihr selbst könnt mit Händen oder Füßen angreifen bzw. mit Waffen oder Gegenständen, wenn euch diese zur Verfügung stehen. Hände und Füße besitzen dabei einen Schadenswert von 1 und Waffen bzw. Gegenständen zeigen einen bestimmten Grundschadenswert. Anschließend zieht ihr dann eine Karte vom Karma-Stapel und addiert, subtrahiert oder multipliziert dann euren Grundwert. Diesen Wert vergleicht ihr dann mit dem Rüstungswert eures Gegners. Die Karma-Karten sind ein Zufallselement und der Stapel besteht aus 9 Karten. Doch im Verlaufe des Spiels werdet ihr, abhängig von euren Entscheidungen, dazu aufgefordert, bestimmte Karten auszutauschen. Das ist ein echt cooles Spielelement und euren Stapel nehmt ihr dann auch in jedes weitere Kapitel mit. Einige Gegner alleine zu besiegen ist ein schier hoffnungsloses Unterfangen. Ihr solltet, wann immer möglich, gemeinsam gegen Begegnungen kämpfen, da ihr eure Grundwerte dann addieren dürft und nur eine Karma-Karte zieht.

 

Auch der Angriff eines Gegners läuft nach diesem Muster ab. Auf der Karte ist immer der Grundwert angegeben und auch der Gegner muss eine Karma-Karte ziehen. Ihr kassiert dann entsprechenden Schaden und müsst Schadens-Marker auf der Charakter-Karte verteilen. Beachtet hier, dass ihr diese nur auf Felder platzieren dürft, die ein Herz-Symbol zeigen. Müsst oder wollt ihr den dritten Marker auf einem Körperteil platzieren, so dreht ihr die Karte um und der Charakter erleidet eine schwere Verletzung.

 

Neben den vielen positiven Faktoren gibt es aber auch negative Punkte, die angesprochen werden müssen.

 

Da wäre für mich einmal der Wiederspielwert bzw. Wiederspielreiz. Für mich persönlich ist dieser nicht gegeben, da ihr eben die Story, die den Reiz des Spiels ausmacht, kennt und auch wisst, an welchen Schrauben ihr drehen müsst, um das Spiel zu schaffen. Und man muss ganz ehrlich sein, dass gewisse Entscheidungen die man trifft, keinen sehr wesentlichen Einfluss auf den Fortgang der Geschichte nehmen. Doch da ihr nichts kaputt macht und nach dem Spielen die Karten wieder sortieren könnt, kann das Spiel problemlos weitergegeben werden und dann wird die nächste Partei damit ihre helle Freude haben. Und bis es soweit ist, habt ihr einige Stunden Spielspaß genossen. Dieser Punkt fällt also nur gering ins Gewicht.

 

Dann wäre da die Länge der Kapitel. Zur Absolvierung eines Kapitels benötigt ihr Zeit (ca. 3 Stunden benötigt ihr schon für ein Kapitel) und ihr werdet, zumindest sehr wahrscheinlich, nicht jedes Kapitel im ersten Anlauf schaffen. Entweder habt ihr also Durchhaltevermögen oder ihr macht eine Pause und lasst das Spiel aufgebaut auf dem Tisch liegen, wenn ihr ein Kapitel an einem Abend nicht beenden könnt oder wollt. Nach Absolvierung eines Kapitels könnt ihr euren Spielstand dann problemlos speichern.

 

Auch die Materialverwaltung ist ein wenig nervig. Ihr müsst andauernd die winzigen Tokens verteilen und wieder wegnehmen, Karten tauschen oder Kartenstapel mischen.

 

Insgesamt ist Heredity ein Spiel, welches irgendwie unter dem Radar läuft, was ich mir nicht erklären kann. Es handelt sich um ein großartiges Kampagnenspiel, mit einer sehr erwachsenen Story. Ich kann dieses Spiel bedenkenlos empfehlen.

 

 

 

 

Kommentare


GAMING WOLVES

logo_schwarz_mit_text.jpg

Hallo zusammen.

Wir sind Nina und Tim und gemeinsam sind wir die Gaming Wolves.

In unserem Blog rezensieren wir aktuelle aber auch ältere Spiele, schreiben Kolumnen und Berichten über News aus der Welt der Brettspiele. Wir hoffen, dass wir euch mit unseren Artikeln eine schöne Auszeit geben können und diese für euch als Entscheidungsfindung dienen werden.

Wenn ihr Fragen, Wünsche, Anregungen oder Kritik habt, dann kontaktiert uns gerne.

Und nun wünschen wir euch viel Spaß!

Eure Gaming Wolves

Nina & Tim

  • Instagram
  • Twitter Social Icon
  • Facebook
bottom of page