Waldland - Immergrün & Artenreich - Piatnik
- Tim Nau
- vor 11 Minuten
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Waldland – Immergrün & Artenreich
„Waldland“, von Piatnik, ist ein Set-Collection-Spiel für 1 bis 4 Spieler von Tim Eisner mit Illustrationen von Vincent Dutrait

Wir befinden uns in den gemäßigten Regenwäldern des Pazifischen Nordwestens. Hier wachsen Baumriesen, es siedeln sich Tiere an und die Pflanzen blühen. Doch auch vor Waldbränden, Dürre oder Krankheiten müssen wir uns in Acht nehmen.
Meinung
Mit Waldland bewegt sich Piatnik, zum ersten Mal in den Bereich der dann doch gehobenen Familienspiele. Zumindest ist es mein erstes Piatnik-Spiel, welches in diesen Bereich fällt. Und auch reine Kennerspiele werden gut bedient.
(Fast) ausschließlich tolles Material
Das Material ist echt schön und von sehr guter Qualität. Besonders gelungen ist es, dass es für alles Boxen gibt in die man es verstauen kann und die Boxen können dann in die Schachtel gestellt werden. So bleibt alles immer an seinem Platz und beim Spielen können die Boxen einfach auf den Tisch gestellt werden, was immer den Aufbauaufwand deutlich reduziert. Ich wünschte mir, dass das immer so wäre.

Lediglich die dann doch sehr labbrigen Spielertableaus sagen mir nicht so zu.
Die Anleitung ist verständlich geschrieben und alle Fragen werden beantwortet.
Das Spielsystem
Das eigentliche Spielsystem ist super einfach.
Jeder Spieler verfügt über ein eigenes Waldtableau, auf dem sich Bonus-Plättchen befinden, die freigeschaltet werden können. Des Weiteren erhält jeder Spieler noch eine Wurzel und ein Start-Tier (Rotfuchs, Schwarzbär, Fleckenskunk, Puma oder Hummel). Jedes Tier hat eine individuelle Fähigkeit, die einmal pro Saison aktiviert werden kann.

Je nach Spieleranzahl wird eine bestimmte Anzahl Sammelplätze ausgelegt. Auf diesen Sammelplätzen befinden sich die Waldkarten, die durch die Spieler genommen werden können.
Hier unterscheidet sich das Spiel mit 2 Personen deutlich von dem Spiel mit 3 oder 4 Personen. Im Spiel mit 2 Personen liegen die Sammelplätze alle in der Tischmitte und im Rahmen des Nehmens kann man diese von links nach rechts durchgehen. Im Spiel mit 3 oder 4 Personen hingegen liegt ein Sammelplatz immer zwischen benachbarten Personen und nur ein Sammelplatz in der Tischmitte. Im Rahmen des Nehmens von Karten hat man hier zunächst Zugriff auf den Sammelplatz, der links von einem liegt, geht dann anschließend auf den Sammelplatz in die Mitte und dann auf den Sammelplatz rechts. Das heißt, dass man nicht auf alle Sammelplätze Zugriff hat.
Schauen wir uns überblicksartig den Spielzug eines Spielers an. Optional kann als erstes ein Tier angelockt werden. Diese befinden sich auf dem Tiertableau und es liegen immer drei offen aus. Bezahlt werden müssen die Tiere mit Nahrung. Es gibt 3 unterschiedliche Tiere. Aktive Tiere haben eine besondere Fähigkeit, die wir 1 x in jeder Saison nutzen können. Suchende Tiere geben uns am Spielende Punkte, wenn wir die auf der Karte angegebene Voraussetzung erfüllen. Die wertvollen Tiere geben uns am Spielende die aufgedruckte Punktzahl.

Anschließend werden dann die Sammelplätze in der vorgegebenen Reihenfolge durchforstet.
Dazu nehmt ihr die Karte des ersten Sammelplatzes und schaut euch diese an. Wollt ihr diese behalten, nehmt ihr die Karten und müsst diese im nächsten Schritt auslegen. Anschließend legt ihr eine Karte vom Nachziehstapel auf den Sammelplatz. Wollt ihr die Karten nicht behalten, legt ihr diese zurück und legt eine zusätzliche Karte vom Nachziehstapel verdeckt auf den Sammelplatz – damit wird der Stapel dann für den nächsten Spieler attraktiver. Dann geht ihr zum nächsten Sammelplatz über und wiederholt das Prozedere. Maximal könnt ihr euch so die Karten von 3 Sammelplätzen anschauen. Wollt ihr auch die Karten des dritten Sammelplatzes nicht behalten, zieht ihr eine Karte vom Nachziehstapel und entscheidet, ob ihr diese behalten möchtet oder nicht.
Die genommenen Karten legt ihr anschließend, in beliebiger Reihenfolge, in euer Ökosystem aus. Pflanzen-, Wetter- und Bedrohungskarten legt ihr vor euch aus, um möglichst starke Sets zu bilden. Die Erklärungen hier auf den Karten sind super und es sollten keine Fragen aufkommen. Weisen Karten einen Sofort-Effekt auf, führt ihr diesen auch sofort durch.
Baumkarten hingegen kommen auf den Ablagestapel, nachdem ihr die entsprechenden Wurzeln, Stämme oder Wipfel erhalten habt. Wurzeln stellt ihr einfach auf einen beliebigen freien Platz eures Tableaus, Stämme steckt ihr auf eine Wurzel bzw. auf einen bereits vorhandenen Stamm und mit Wipfeln schließt ihr Bäume ab, was eine sofortige Wertung nach sich zieht.

Bäume sind aus 2 Gründen wichtig. Zum einen erhaltet ihr für einen Baum mit Wipfel sofort Siegpunkte (Baumhöhe x Wipfelwert) und zum anderen benötigt ihr diese, um die Bonus-Plättchen einzusammeln. Immer dann, wenn 2 Bäume abgeschlossen sind, erhaltet ihr das dazwischenliegende Bonus-Plättchen. Allerdings nur dann, wenn einer der beiden Bäume aus 3 oder mehr Baumplättchen besteht. Die Bonus-Plättchen behaltet ihr für den Rest des Spiels.
Eine Saison endet, wenn auf keinem Sammelplatz mehr Karten liegen. Nun werden die Punkte zum Ende einer Saison verteilt. Zum Abschluss entfernt ihr alle Waldkartenaus eurem Ökosystem. Ihr behaltet nur die angelockten Tiere und freigeschalteten Bonus-Plättchen.
Nach der Wertung der dritten Saison kommt es noch zu einer kurzen Endwertung. In dieser erhaltet ihr noch Punkte für die wertvollen Tiere, für Tierfamilien, für den Tierkreislauf und für übriggebliebene Nahrung. Wer nun die meisten Punkte hat gewinnt die Partie.

Fazit
Waldlande ist ein sehr gelungenes Spiel, welches mit einem tollen Thema, schönem Material, gelungenen Illustrationen und einer einfachen Spielweise überzeugt.
Kernelement des Spiels ist der absolut gelungene Auswahlmechanismus und dieser trägt das Spiel. Es werden eben nicht einfach Karten aus einer offenen Auslage genommen, sondern geheim angeschaut und dann muss man entscheiden. Immer wieder kommt es zu der Frage, ob man diesen Stapel jetzt nehmen soll oder doch lieber noch eine Runde liegen lässt und hofft, dass noch Karten hinzukommen. Dann läuft man allerdings Gefahr, dass ein anderer Spieler zugreift. Hier kommen noch Push Your Luck Elemente hinzu und diese Kombination ist klasse.
Allerdings muss man sagen, dass es im Regelfall so ist, dass maximal 3 Karten auf einem Stapel liegen. Kein Spieler „gönnt“ einem anderen 4 oder sogar mehr Karten. Ich glaube, dass ich es in meinen Partien maximal 2-mal erlebt habe, dass ein Stapel aus 4 Karten bestand.
Das Spiel ist konzipiert für 1 bis 4 Personen und funktioniert in jeder Spielerzahl gut. Wie oben dargelegt spielt es sich mit 2 Personen deutlich anders als mit 3 oder 4 Spielern. Eine Partie dauert ca. 60 Minuten.
Auch alleine kann man das Spiel sehr ordentlich spielen. Weitestgehend verläuft das Spiel nach den normalen Regeln. Ca. 45 Minuten benötigt ihr hier für eine Partie.
Auf der negativen Seite muss man allerdings sagen, dass sich die Partien dann allerdings doch recht schnell ähnlich werden, weil es bei den Karten wenig Abwechslung gibt. Es wird also kein Dauerbrenner sein, der dauernd auf dem Tisch liegt. Allerdings holt man das Spiel dann gerne mal wieder aus dem Schrank und ist eben auch sofort in den Regeln drin.
Waldland ist ein schönes Spiel und erhält eine Empfehlung.










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