Wanderlust - Discover the World - Pektis Studio
- Tim Nau
- vor 4 Tagen
- 5 Min. Lesezeit
Wanderlust – Discover the World
„Wanderlust“, von Pektis Studio, ist ein Reise-Wettrenn-Spiel für 1 bis 5 Spieler von Julian Asleh.

Pack die Koffer und begib dich auf Reisen. Wir versuchen unsere Routen geschickt zu planen, um schneller zu sein, als unsere Gegenspieler. Dabei wollen wir viele Souvenirs sammeln, Postkarten verschicken und Fotos von Naturwundern schießen.
Meinung
Zunächst habe ich mich nach meiner ersten Partie gefragt, warum man dieses Spiel denn Wanderlust nennt, da es eben nichts mit wandern zu tun hat. Da es für mich ein negativer Faktor war, habe ich einfach mal bei google nachgeschaut und bin dann darauf gestoßen, dass hier der Begriff Wanderlust Englisch ist und dieser bedeutet Sehnsucht nach Ferne und hat nichts mit unserem deutschen Begriff Wanderlust gemein. Das ergab dann Sinn.

Das Spielmaterial ist gut. Die Pappmarker haben eine tolle Dicke, die Karten fühlen sich gut an und sind mit schönen Illustrationen versehen und vor allem das Holzmaterial ist erstklassig. Besonders gefällt mir, dass die einzelnen Spielerfiguren alle individuell sind. Absolutes Highlight sind für mich aber die Spielertableaus, die einen Reisepass darstellen sollen.
Dazu kommt eine sehr verständlich geschriebene Anleitung, die alle Fragen beantwortet.

Grundsätzliche und das Spielsystem
Schauen wir uns ein paar Grundmerkmale des Spiels an. Das überdimensional große Spielbrett ist in 7 unterschiedliche Zonen aufgeteilt. Als Ortstypen gibt es Städte, Häfen und Naturwunder. Die einzelnen Ortstypen sind mit Linien untereinander verbunden. Diese Linien geben das Verkehrsmittel an welches ihr benötigt, um zum angeschlossenen Ort zu reisen. Dafür braucht ihr natürlich ein entsprechendes Ticket, um das Verkehrsmittel auch nutzen zu dürfen.
Das Spiel überzeugt mit einem einfachen Spielsystem.
Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler einen Charakter. Jeder Charakter verfügt über eine individuelle Fähigkeit. So kann ein Charakter, zum Beispiel, immer 2 Tickets vom verdeckten Stapel ziehen und eins davon behalten oder ein andere Charakter erhält immer ein Ticket vom Stapel, wenn er 2 Collectables gesammelt hat. Grundsätzlich sorgt das schon einmal für kleine Unterschiede zwischen den Spielern.
Der Spieler am Zug verfügt über 2 Aktionspunkte und es gibt nur 3 verfügbare Aktionen. Es ist auch erlaubt, eine Aktion zweimal durchzuführen. Schauen wir uns die Aktionen einmal kurz an.

Zum Reisen benötigt ihr Tickets, von denen es 6 (Auto, Zug, Schiff, Leichtflugzeug, Airliner und Wild-Card) unterschiedliche gibt. In eurem Zug könnt ihr einen Aktionspunkt kaufen um entweder eines der 5 offenliegenden Tickets zu nehmen oder ein Ticket blind zu ziehen. Nehmt ihr ein offenes Ticket, wird sofort aufgefüllt.
Dann könnt ihr natürlich Reisen, was auch einen Aktionspunkt kostet. Um zu reisen, müsst ihr Tickets abgeben. Welche das sind, erkennt ihr an den entsprechenden Verbindungen zwischen den Städten. Das Wild-Card-Ticket könnt ihr für eine beliebige Strecke einsetzen. Von einem Flughafen könnt ihr mit dem Airliner zu einem beliebigen anderen Flughafen fliegen. Neben dem schnellen Vorankommen bietet dieses Transportmittel auch noch den Vorteil, dass ihr euch eine Reisebekanntschaft nehmen dürft. Diese Reisebekanntschaften geben klasse Vorteile. Wir kommen gleich noch kurz auf diese zurück. Wichtig ist, dass ihr nur von eurem derzeitigen Aufenthaltsort nur zu einem der 3 ausliegenden Reiseziele reisen könnt. Ihr dürft unterwegs nicht anhalten.
Seid ihr am Ziel angekommen, erhaltet ihr die Karte und Reiseerfahrungspunkte. Die Punkte richten sich nach der Anzahl der genutzten Tickets. So erhaltet ihr nämlich 1 Reiseerfahrungspunkt je Ticket, wobei Wild-Card-Tickets nicht mitzählen.
Die 3. Möglichkeit ist das Sammeln von Collectables. In einer Stadt erhaltet ihr Souvenirs, im Hafen könnt ihr eine Postkarte verschicken und an einem Naturwunder könnt ihr ein Foto machen.
Gelingt es euch am Ende des Zuges beide Aktionspunkte verbraucht zu haben und gleichzeitig keine Tickets mehr zu haben, spricht man von guter Planung und ihr werdet mit 2 Tickets vom verdeckten Nachziehstapel belohnt.
Die Ziele im Spiel
Einfaches Hin- und Herreisen bringt uns in diesem Spiel allerdings nicht weiter. Man muss seine Route schon nach einer gewissen Strategie wählen, um viele Punkte zu machen. Klar, es stehen immer nur 3 unterschiedliche Orte zur Auswahl, die ihr auch bereisen müsst. Doch sobald ein Spieler einen Ort erreicht hat, kommt ein neuer ins Spiel.

Ihr sammelt Reiseerfahrungspunkte für das Ausspielen der Tickets – es lohnt sich folglich auch, mal einen Umweg in Kauf zu nehmen, um mehr Tickets auszuspielen. Doch auch weitere Faktoren gilt es zu beachten. So könnt ihr zahlreiche Punkte durch die Collectables sammeln. Ebenfalls müsst ihr bei der Wahl des Ziels auch darauf achten, möglichst viele Zonen zu besuchen und außerdem gibt es am Ende des Spiels viele Punkte aufgrund des Besuchs gleicher Ortstypen. Diese Set-Collection-Elemente gefallen mir sehr gut.
Das Spiel endet, nachdem einer der Spieler das 2. Hauptziel erfüllt hat. Hier weist das Spiel eine schöne Varianz auf, da in jeder Partie nur 3 der insgesamt 8 Hauptziele ins Spiel kommen. Nun hat jeder Spieler noch 2 letzte Aktionspunkte und anschließend geht es an die Schlusswertung.
Zu den bis dahin gesammelten Reiseerfahrungspunkten kommen noch Punkte für Collectables (sowohl einzeln als auch für ein Set), für das Erreichen der Hauptziele, für die Anzahl der besuchten Ortstypen, für die Anzahl verschiedener Zonen die man besucht hat sowie für die Geheimmission und das persönliche Ziel.
Die Reisebekanntschaften
Eine klasse Erfindung sind die Reisebekanntschaften, die man im Spielverlauf, nämlich bei jedem Langstreckenflug, macht. Jede Reisebekanntschaft belohnt den Spieler mit einer klasse Fähigkeit. So kann man sich, zum Beispiel, sofort zu dem auf der Karte angegebenen Ort bewegen oder erhält Collectables.
Fazit
Wanderlust ist insgesamt ein Familienspiel, welches mit recht einfachen Regeln und einer guten Zugänglichkeit daherkommt. Spielt ihr die einfache Variante gibt es nur Punkte für die Collectables und das Erreichen der Hauptziele. Diese Variante haben wir mit unserem fast 7-jährigen ausprobiert und nach einer kurzen Eingewöhnung hat das dann auch sehr gut geklappt.

Weiterhin besticht es durch recht kurze Spielzüge und einer geringen Downtime. Ein klein wenig Zeit sollte man sich dennoch für seine Reiseplanung nehmen, denn immerhin bedeutet jedes Ticket, mit Ausnahme der Wild-Card, auch einen Reiseerfahrungspunkt. Und so lohnt es sich auch manchmal, einen kleinen Umweg zum nächsten Ziel in Kauf zu nehmen. Des Weiteren müssen natürlich die Set-Collection-Elemente beachtet werden. Je mehr gleiche Ortstypen man besucht, desto mehr Punkte gibt es, die Collectables dürfen auch nicht vernachlässigt werden und gleichzeitig möchte man allerdings auch noch in möglichst viele Zonen reisen.
Ein klein wenig stört mich der dann doch recht hohe Glücksfaktor beim Ziehen der Tickets und auch der Reiseziele. Oft stand ich am Ort und habe drei Runden damit verbracht Tickets zu ziehen, weil ich die benötigten Tickets einfach nicht erhalten habe oder musste noch eine Postkarte schreiben und es kam einfach kein Hafen. Aber insgesamt geht der Glücksfaktor für ein Familienspiel absolut in Ordnung.

Grundsätzlich macht das Spiel in jeder Besetzung Spaß. Ich persönlich finde allerdings, dass der größte Spaßfaktor mit 3 oder 4 Spielern besteht. 5 sind mir einfach zu viel und 2 zu wenig. Im Schnitt dauern die Partien so zwischen 45 und 75 Minuten.
Auch an die Solo-Spieler wurde gedacht. Hier spielt ihr gegen 1 bis 3 Gegner. Je nachdem gegen wie viele Gegner ihr spielt, hat das Einfluss auf die Spieldauer und bestimmt, wie viele Aktionspunkte diese haben. Eure Gegner nutzen ihre Aktionspunkte immer zum Reisen und halten deshalb auch an Orten, die nicht das eigentliche Reiseziel sind. Wohin gereist wird, richtet sich nach einer bestimmten Priorität, die ganz leicht abzuarbeiten ist. Lediglich wenn „Collector“ eines der Hauptziele ist, nutzen die Gegner ihr Aktionspunkte auch zum Sammeln von Collectables. Ich persönlich habe beim Solo-Spiel, zumindest bis dato, immer ordentlich auf die Mütze bekommen. Na ja, ich werde es weiter versuchen. Die Spieldauer liegt hier zwischen 20 und 45 Minuten.
Insgesamt ein sehr nettes Familienspiel, welches aber für reine Kennerspieler zu wenig Abwechslung bietet.










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