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  • Tim Nau

Mit Quacks & Co. nach Quedlinburg - Schmidt Spiele

Mit Quacks & Co. nach Quedlinburg

„Mit Quacks & Co. nach Quedlinburg“, von Schmidt Spiele, ist ein Bagbuilding-Spiel für 2 bis 4 Spieler von Wolfgang Warsch.

Einmal im Jahr findet traditionell das große Wettreiten der Kinder der Stadt statt. Hier wird auf dem geritten, was der Stall hergibt und so geben sich Esel, Schaf, Schwein und Kuh die Ehre. Dieses Jahr sind wir mit dabei und warten ungeduldig auf den Start. Ist dieser erfolgt versuchen wir unseren Vierbeiner mit etwas wundersamem Futter zu motivieren, was allerdings nicht immer klappt. Manchmal bleibt das Tier auch einfach stehen und befindet sich im Traumland. Wer wird den Sieg davontragen?

 

Ein Blick in die Spieleschachtel

Das Spielmaterial ist erstklassig. Besonders liebevoll gestaltet sind die Player-Boards und die zugehörigen Holz-Tiere. Dies sorgt dafür, dass man sich sofort mit seiner Figur identifiziert und diese in sein Herz schließt. Alle Pappmaterialien haben eine klasse Dicke und das Spielbrett ist sogar doppelseitig bedruckt. Hier gibt es einen kurzen und einen längeren Weg zu bewältigen.

Etwas verwundert bin ich über die Beutel, da hier unterschiedliches Material verwendet wurde. Der graue und der braune Beutel (Kuh und Esel) sind wunderbar weich, wohingegen die beiden anderen Beutel sich nicht so gut anfühlen. Auf das Spiel hat das keinen Einfluss. Toll auch, dass die Öffnung so groß ist, dass auch Erwachsene ohne Probleme in den Beutel greifen können.

 

Sonderlob gibt es noch für die tolle Schachtel. Hier kann das Material wunderbar einsortiert werden. Das sorgt für Ordnung und reduziert die Aufbauzeit, da die Futter-Marker einfach aus den entsprechenden Fächern genommen werden und an denen steht auch noch, wie viele Rubine dafür zu entrichten sind.

Die Playaerboards sind wunderschön

Die Anleitung ist super verständlich geschrieben und alle Fragen werden beantwortet. Dazu gibt es noch ein Beiblatt, auf dem die Aktionstafeln erklärt werden. Dazu gibt es noch ein Übersichtsblatt, auf dem die Aktionen der Tafeln dargelegt sind.

 

Das Spielsystem

Das Spielsystem ist super einfach und auch der Aufbau schnell abgeschlossen.

 

Zu Beginn einer Partie muss sich erst einmal auf eine Seite des Spielbretts geeignet werden. Hier gibt es eine Seite mit einem kurzen und eine Seite mit einem längeren Weg. Dies wirkt sich natürlich auf die Spieldauer aus.

 

Die wichtigste Entscheidung ist aber die Wahl der Aktionstafeln. So gibt es ein Raupen-und ein Schmetterling-Set. Beide Sets können mit 4 Aktionstafeln oder aber 6 in einer erweiterten bzw. fortgeschrittenen Form gespielt werden. Das Raupen-Set wird für etwas unerfahrenere Spieler empfohlen. Ihr legt die 4 oder 6 Aktionstafeln dann aus. Diese bestimmen, welche Aktion mit welchem gezogenen Futter durchgeführt wird.

 

Anschließend wählt jeder Spieler noch eines der Tiere und der Futterbeutel wird mit den Startchips bestückt. Die Startchips sind für alle Tiere gleich.

 

Der aktive Spieler zieht nun einen Chip aus seinem Beutel. Handelt es sich hierbei um einen Futterchip wird das eigene Tier zunächst um die entsprechende Zahl auf dem Chip nach vorne gesetzt. Nun wird die Aktion des Chips ausgeführt. So erhaltet ihr dann, zum Beispiel, Rubine, weitere Chips oder dürft einen Würfel werfen. Der gezogene Chip bleibt auf eurem Board liegen.


Das Raupen-Set

Handelt es sich hingegen um einen Traumkraut-Chip, hängt das Tier seinen Tagträumen nach und bewegt sich diese Runde leider nicht. Diesen Chip legt ihr auf die nächste freie Traumblase. Sobald ihr einen dritten Traumkraut-Chip zieht, könnt ihr neue Chips kaufen. Um neue Chips zu kaufen, benötigt ihr allerdings Rubine, die ihr vorher also durch das Ziehen der entsprechenden Chips ansammeln müsst. Der Kaufpreis richtet sich dabei nach der Zahl auf dem Chip. Hier müsst ihr euch nichts merken, da die Preise an den einzelnen Fächern stehen. Beim Kaufen gelten allerdings ein paar Regeln. So könnt ihr immer nur einen Chip einer Farbe kaufen, ihr dürft keine Rubine aufbewahren und im Falle das euer Tier gerade an letzter Position steht dürft ihr euch vor dem Kauf einen Rubin aus dem allgemeinen Vorrat nehmen. Dieser kleine Aufholmechanismus gefällt mir gut. Nach der Kaufaktion wandern alle Chips in den Beutel.

 

Das Spiel endet, sobald ein Tier den Marktplatz von Quedlinburg erreicht hat. Dieser Spieler gewinnt dann den begehrten goldenen Kessel.

 

Fazit

Mit Quacks & Co. nach Quedlinburg orientiert sich stark an den Quacksalbern von Quedlinburg, welches 2018 zum Kennerspiel des Jahres gekürt wurde und welches ich immer noch super gerne spiele.


Oftmals ist es so, dass das eigentliche Spielgefühl bei derartigen Umsetzungen auf der Strecke bleibt. Dies ist hier absolut nicht der Fall. Gekonnt ist es Wolfgang Warsch gelungen, die Komplexität zu reduzieren und dabei gleichzeitig das Spielgefühl aufrechtzuhalten.

 

Zunächst einmal überzeugen die liebevollen Illustrationen und das super tolle Material. Jedes Kind wird wohl sofort sein favorisiertes Tier finden und mit diesem dann an den Start des Rennens gehen.

 

Wie auch bei den Quacksalbern wird das Bagbuilding-System verwendet. Dieses ist bewusst einfach gehalten, ohne aber zu viel Entscheidungsfreiheiten und Möglichkeiten zu nehmen. Die Kinder entwickeln im Laufe der Partien schnell eine eigene Taktik und lernen, wie man durch den Kauf neuer Chips die Ziehwahrscheinlichkeit steigern kann. Natürlich bedarf es auch einer ordentlichen Portion Glück und manchmal ist es schon ärgerlich, wenn dieses einem nicht hold ist und man dadurch das Spiel sogar verliert. Doch auch diesen Umstand müssen Kinder lernen.

 

Ein großer Pluspunkt ist auch die Variabilität des Spiels. So gibt es auf den Aktionstafeln die Raupen- und die Schmetterlingsseite und die Möglichkeit, dass Spiel mit 4 oder 6 Aktionstafeln zu spielen. Neben der großen Abwechslung trägt die Möglichkeit auch dazu bei, dass man das Spiel, aus meiner Sicht, problemlos schon mit einem vierjährigen Kind spielen kann, was wir auch getan haben. So startet man nämlich einfach mit der zugänglicheren Raupen-Seite und nimmt zunächst nur 4 Aktionstafeln, um die Grundlagen des Spiels und der Mechanik zu erklären.

 


Das Spiel ist konzipiert für 2 bis 4 Personen. Es spielt keinerlei Rolle in welcher Teilnehmerzahl ihr das Spiel nun spielt, da es immer die gleiche Freude bereitet. und dauert ca. 20 bis 30 Minuten.

 

Für mich persönlich eines der besten Brettspiele im Kinderbereich und eine ganz klare Empfehlung.

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