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  • Tim Nau

Moesteiro - Pythagoras Games

Moesteiro - Mittelalterlicher Klosterbau

„Moesteiro“, von Pythagoras Games und im Vertrieb von Huch, ist ein Würfeleinsatz-Spiel für 2 bis 4 Spieler von Costa und Rola.

Das Kloster Santa Maria da Vitoria ist eines der elegantesten Klöster Portugals und der Bau wurde Ende des 14. Jahrhunderts angeordnet. Wir wetteifern darum, erfolgreichster und wichtigster Architekt dieser Zeit zu werden.

 

Ein Blick in die Spieleschachtel

Das Spielmaterial ist super. So bekommen wir sehr viel Material aus Holz, welches super aussieht. Dazu gibt es eine Menge an Pappmaterial, welches mit einer super Dicke punkten kann.

Sonderlob gibt es noch für das tolle Insert. Hier hat alles seinen Platz und ist super aufgeräumt.

 

Die Anleitung ist sehr strukturiert und Verständnissschwierigkeiten sollten nicht auftreten.

 

Das Spielsystem

Das Spielsystem ist super eingängig und auch die Regelerklärung schnell abgeschlossen.

 

Schauen wir uns als erstes ein paar Spielgrundlagen an, bevor wir zum Spielsystem und dem Aktionsüberblick kommen.

 

Moesteiro ist ein klassisches Würfeleinsatz-Spiel. Das heißt, ihr setzt eure Würfel auf Aktionsfelder und führt anschließend die korrespondierende Aktion durch. In Moesteiro gibt es kleine und große Würfel. Die kleinen Würfel repräsentieren Arbeiter, wohingegen die großen Würfel, die nur über die Würfelwerte 1 bis 3 verfügen, Meister darstellen. Eure gewürfelte Augenzahl wird als Stärke bezeichnet. Die benötigten Stärkepunkte sehr ihr immer an der entsprechenden Aktion. Eure Würfel setzt ihr in der Einsetzphase auf den unterschiedlichen Aktionsfeldern ein. Hierbei sind Würfel grundsätzlich auf das äußerst linke freie Feld zu platzieren. Allerdings ist zu beachten, dass Arbeiter mit einer geringeren Stärke immer links von Arbeitern mit einer größeren Stärke einzusetzen sind. Bei gleicher Stärke wird euer Würfel rechts vom bereits platzierten Würfel eingesetzt. Mit einer kleineren Änderung gilt diese Regelung auch für eure Meister. Ein Meister wird links von einem Meister mit größerer Stärke und links von einem Arbeiter mit größerer oder gleicher Stärke eingesetzt.

Das Einsetzen ist natürlich das Herzstück des Spiels. Immer müsst ihr beachten, dass die Einsetzfelder begrenzt und ihr keinen Würfel mehr platzieren dürft, wenn die Aktionsfelder voll sind. Dieser limitierende Faktor wird aber erst bei einer Partie mit 4, sehr selten bei 3, Personen interessant.

 

Schauen wir uns nun gemeinsam einmal kurz die Stärkeleiste an. Hier habt ihr nämlich die Möglichkeit, eure Würfelwerte zu manipulieren. Ihr könnt euren Marker nach links rücken und erhaltet für jedes Feld einen zusätzlichen Stärkepunkt, den ihr dann „ausgeben“ könnt. Wichtig hierbei ist es, dass sich die Position eures Würfels nicht verändert. Benötigt ihr nicht die komplette Stärke eines Arbeiters oder Meisters, so setzt ihr euren Marker ein Feld nach rechts. Hierbei ist es egal, wie viel Stärke ihr nicht verbraucht habt. Solltet ihr einen Würfel gar nicht benötigen, erhaltet ihr zwei Schritte auf der Stärkeleiste. Dieser Bereich ist enorm wichtig für euer Spiel und ihr müsst hier genau überlegen. Es ist nämlich so, dass es am Ende Siegpunkte für eure Position auf der Leiste gibt. Und je weiter ihr euch rechts befindet, desto mehr Punkte bekommt ihr.

 

Zu Beginn einer Runde erhalten alle Spieler zunächst einmal einen Bonus. So erhalten, zum Beispiel, in der ersten Runde alle Spieler einen Stein und einmal Holz und in der dritten Runde einen zusätzlichen Arbeiter. Anschließend wirft jeder Spieler die ihm zur Verfügung stehenden Würfel. Nachdem dies geschehen ist wählt jeder Spieler, in Reihenfolge der Stärkeleiste, einen König. Dieser König unterstützt euch nun mit seiner Fähigkeit in dieser Runde. So könnt ihr, zum Beispiel, Siegpunkte erhalten oder Schritte auf der Kranleiste nach vorne rücken. Nun folgt die Würfel-Einsetz-Phase.

 

5 unterschiedliche Bereiche stehen euch für den Einsatz zur Verfügung, die wir uns einmal kurz gemeinsam anschauen wollen.


Auf den Wald- und Landwirtschaftsfeldern könnt ihr Holz erwerben und/oder euch auf der Nahrungsleiste bewegen.

 

Darunter befindet sich das Dorf. Hier könnt ihr euch an der Entwicklung beteiligen. Zur Verfügung stehen euch die vier offenliegenden Dorfplättchen. Nach Bezahlung der Kosten nehmt ihr das Plättchen und legt es entweder in die Reihe in der sich euer Marker auf der Nahrungsleiste befindet oder in die Reihe darüber. Anschließend erhaltet ihr den Bonus des Feldes.

 

Unterhalb des Dorfes befindet sich der Steinbruch, indem ihr Steine, Sturzbögen und Säulen erwerben könnt. Steine stehen den Spielern unbegrenzt zur Verfügung, wohingegen die zur Verfügung stehenden Säulen und Sturzbögen in jeder Runde limitiert sind. Die zur Verfügung stehende Anzahl richtet sich nach den Würfelergebnissen.

 

Links unten befindet sich die Baustelle. Diese ermöglicht euch Mauerwerk-Plättchen zu erhalten. Ihr erhaltet das Mauerwerk-Plättchen, welches sich oberhalb eures Würfels befindet. Des Weiteren erhaltet ihr noch Schritte auf der Kranleiste entsprechend der Zahl unterhalb eures Würfels.

 

Direkt darüber gibt es die Möglichkeit Bleiglas-Fenster zu bekommen.

 

Nachdem alle Spieler ihre Aktionen abgeschlossen haben geht es an den Bau des Klosters.

Ihr wählt ein Bauplättchen und legt dann alle oder einige der benötigten Ressourcen auf dieses Plättchen. Konntet ihr alle Ressourcen liefern, so erhaltet ihr die vollen Siegpunkte, die auf dem Plättchen aufgedruckt sind. Liefert ihr nicht alle benötigten Ressourcen, so erhaltet ihr drei Siegpunkte je gelieferter Ressource. Anschließend müsst ihr so viele Schritte auf der Kranleiste zurückgehen, wie auf eurem Plättchen angegeben. Nun werden die Plättchen auf das entsprechende Baufeld gelegt.

 

Anschließend endet die Runde und ihr startet in die nächste Runde. Nach der fünften Runde endet das Spiel. Jetzt erhaltet ihr noch Punkte entsprechend der Sätze, die ihr aus euren gesammelten Mauerwerk- und Bleiglasplättchen bilden könnt und außerdem noch Punkte entsprechend der Position auf der Stärkeleiste.

 

Die optimale Spielerzahl

Konzipiert ist das Spiel für 2 bis 4 Personen.

 

Wird nicht in Vollbesetzung gespielt, so werden in der Würfelphase 2 (bei 3 Spielern) bzw. 3 (bei 2 Spielern) Arbeiter-Würfel einer nicht beteiligten Spielerfarbe geworfen und auf Feldern in den Aktionsbereichen Wald/Landwirtschaft sowie Kran eingesetzt. Diese Dummy-Würfel sorgen dafür, dass das Spiel auch in dieser Größenkonstellation funktioniert. Wobei ich allerdings sagen muss, dass mir persönlich das Spiel erst ab 3 Personen, lieber in Vollbesetzung, Spaß macht. Trotz der Dummy-Würfel fehlen mir in einer 2-Personen-Partie die Mitspieler-Würfel und die daraus resultierenden Möglichkeiten, die eine der Stärken dieses Titels sind.

 

In jeder Teilnehmerzahl beträgt die Spielsauer ca. 40 bis 60 Minuten.


Fazit

Moesteiro überzeugt zunächst einmal mit seiner Optik und durch ein eingängiges Spielsystem mit überschaubaren Regeln.

 

Thematisch holt mich das Spiel nicht wirklich ab, da es Kloster- bzw. Kirchenbau im Mittelalter nun wahrlich schon oft genug gegeben hat. Lobend muss man hier dann aber absolut sagen, dass man sich mit dem Bau des Klosters durch das Ablegen der Plättchen auf dem Spielbrett wirklich was Schönes ausgedacht hat. Von Runde zu Runde schreitet dieser voran und ist dann am Ende der letzten Runde abgeschlossen. Etwas seltsam finde ich lediglich, dass das Kloster immer fertig gebaut wird. Dabei ist es vollkommen egal, ob man denn nun die Anforderungen der Plättchen komplett erfüllt oder nicht. Mich persönlich stört das jetzt nicht aber es wirkt irgendwie seltsam. Spieltechnisch hat das keinerlei Einfluss.

 

Kernmechanik ist der Würfel-Einsatz-Mechanismus. Dieser Mechanismus funktioniert wirklich gut und wird dank der Arbeiter- und Meisterwürfel interessant weiterentwickelt. Hier gilt es immer genau zu überlegen und zu planen und dabei auch immer die Würfel der Gegenspieler im Auge zu behalten, um am Ende dann die Würfel bestmöglich platzieren zu können. Dieses Taktieren ist eine der großen Stärken des Spiels.

 

Gepaart ist dieser mit Ressourcen-Management und ein wenig Set-Collection. Unterschätzt gerade die Wertigkeit der Mauerwerk- und Bleiglasplättchen nicht, da euch ein Set aus 5 unterschiedlichen Plättchen satte 25 Punkte bringt.

Lobend muss man ebenfalls erwähnen, dass es 2 unterschiedliche Sätze an Bauplättchen gibt, die auch kombiniert verwendet werden können.

 

Doch trotzdem muss ich sagen, dass mir das Spiel insgesamt einfach zu wenig Abwechslung bringt. Jede Runde fühlt sich irgendwie gleich an. Ich glaube, dass reine Kenner- oder Expertenspieler ein paar Runden spielen werden und dann das Spiel wohl eher nicht mehr auf den Tisch kommt. Für Familienspieler, die ein klein wenig tiefer in die Materie eintauchen wollen ist das Spiel dagegen sehr gut geeignet.

 

Insgesamt für mich ein solides Spiel, welches ich in Vollbesetzung gerne mal mitspielen.

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