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  • Tim Nau

Art Gallery - Piatnik

Art Gallery

„Art Gallery“, von Piatnik, ist ein Familienspiel mit Set-Collection-Mechanik für 2 bis 6 Spieler von Francesco Frtittelli.

Das wunderschöne Cover sorgt für Aufmerksamkeit

In Art Gallery übernehmen wir die Rolle eines Tourguides und wollen die Besucher dieses weltberühmten Museums mit erstklassigen Führungen begeistern. Nun laufen die Vorbereitungen zur neuen Ausstellungseröffnung. Für uns bedeutet dies Arbeit. So streifen wir durch das Museum, um schlussendlich die stimmigste Route zu finden. Wem dies am besten gelingt, dem sind Lob und Anerkennung sicher.

 

Ein Blick in die Spieleschachtel

Durch das Cover gelingt es, dass man sich das Spiel anschauen möchte - zumindest dann, wenn man sich annähernd für Kunstwerke interessiert. Das sich dann in der Schachtel befindliche Material kann ebenfalls überzeugen.


Als erstes sticht das modulare Spielbrett ins Auge, welches aus den Teilen A bis D besteht. Je nach Spielerzahl werden die Teile dann zusammengesetzt. Nächster Blick gilt jetzt den Gemäldekarten. Hier finden wir die 48 bekanntesten Gemälde aus den Museen dieser Welt wieder. Das ist natürlich ein Hingucker. Dann wären da noch die Gemäldplättchen aus dicker Pappe, die Aktionskarten sowie Spielfiguren und Marker in den Spielerfarben. Hier ist alles sehr gut gelungen.

Ebenfalls vortrefflich auch die Anleitung. Sie ist strukturiert und verständlich. Fragen werden alle beantwortet. Gut gefällt mir auch, dass wir zu jedem Gemälde kurze Informationen finden.

 

Das Spielsystem

Das Spielsystem ist super eingängig und auch die Regelerklärung schnell abgeschlossen.

 

Schauen wir uns ein paar Grundlagen des Spiels an, bevor wir zu den Aktionen kommen.

Das Spielbrett ist aufgeteilt in einen Shop- und je nach Spielerzahl in vier bis acht Galerie-Bereiche. Im Shop-Bereich erhaltet ihr Gemäldeplättchen und in den Galeriebereichen erhaltet ihr Gemäldekarten. Am Ende des Spiels erhaltet ihr für Gemäldeplättchen 1 Punkt. Verfügt ihr allerdings über die passende Gemäldekarte, ist das entsprechende Plättchen 3 Punkte wert.

 

Jeder Spieler verfügt zu Spielbeginn über 9 Aktionskarten mit den Werten 0 bis 8. Diese Aktionskarten werden zum Bewegen der Spielfigur und für die Abgabe der Gebote genutzt. Im Verlauf des Spiels kann bzw. wird sich die Zusammensetzung der Werte auf euren Karten ändern. Ihr werdet aber immer 9 Handkarten zu Beginn einer Spielrunde zur Verfügung haben.

 

Die Aktionsdurchführung ist super einfach. Der aktive Spieler wählt zunächst eine seiner Handkarten und bewegt dann seine Spielfigur, im oder gegen den Uhrzeigersinn, um die entsprechende Anzahl an Sitzbänken weiter. Wichtig hier ist es, dass ihr keine Schritte verfallen lassen dürft und das auf einer Sitzbank auch mehrere Spielfiguren stehen dürfen.

 

Auf dem Zielfeld angekommen gebt ihr dann euer Gebot auf die Karte bzw. auf die Plättchen ab. Dazu wählt ihr eine Handkarte und legt diese verdeckt auf das zum Shop oder zur Galerie gehörende Feld. Anschließend platziert ihr einen Marker auf das Feld mit der niedrigsten noch sichtbaren Zahl der Markerleiste im entsprechenden Bereich.

 

Dann ist auch schon der nächste Spieler am Zug.

 

Diese Aktionen werden insgesamt viermal durchgeführt. Folglich habt ihr anschließend noch eine Aktionskarte auf der Hand. Wer über die Karte mit dem höchsten Wert verfügt, wird in der nächsten Runde Startspieler.

 

Nun erfolgt die Verteilung der Plättchen und Karten. Begonnen wird bei diesem Schritt immer beim Shop und anschließend dann weiter im Uhrzeigersinn.

 

Starten wir also im Shop-Bereich. Ohne die Reihenfolge der Karten zu verändern werden diese umgedreht. Die Marker auf der Leiste dienen dabei zur Orientierung. Die unterste Karte ist folglich die gespielte Aktionskarte des Spielers dessen Marker auf dem ersten Feld steht.

Der Besitzer der Karte darf sich nun ein oder zwei Gemäldeplättchen aussuchen. Der Kartenwert gibt hier an, von welchen Feldern das oberste Plättchen genommen werden darf. Die Felder haben hierbei die Werte 1, 3, 5 und 7. Der Kartenwert darf auch auf 2 Felder aufgeteilt werden aber es dürfen niemals 2 Plättchen vom gleichen Stapel genommen werden. Nachdem jede Karte abgehandelt wurde erfolgt die Verteilung der Aktionskarten. Die Reihenfolge ergibt sich aufgrund der Markerposition. In entsprechender Reihenfolge dürfen sich die Spieler nun eine der gespielten Aktionskarten auf die eigene Hand nehmen. Je Marker gibt es eine Aktionskarte zurück auf die Hand.

 

Ähnlich verläuft es auch in den Galerie-Bereichen, von denen jeder Bereich einzeln abgehandelt wird. Da je Bereich nur eine Karte zur Verfügung steht, werden hier die Kartenwerte der abgelegten Karten je Spieler addiert. Eine Besonderheit ist die Karte mit dem Wert 0. Hat ein Spieler zwei oder mehr Karten auf dem Feld abgelegt, so zählt die 0 als 10. Der Spieler mit dem höchsten Gesamtwert erhält die Gemäldekarte.

 

Anschließend erfolgt auch hier die Verteilung der Aktionskarten, die wir uns ja oben bereits angeschaut haben.


Die erhaltenen Gemälde werden offen vor den Spieler ausgelegt und neue Gemälde müssen immer rechts des vorherigen Gemäldes angelegt werden. Niemals darf die Reihenfolge geändert werden.

 

Das Spielende wird eingeleitet sobald nicht mehr genügend Gemäldekarten nachgelegt werden können oder im Shop-Bereich, abhängig von der Spielerzahl, eine bestimmte Stapelanzahl leer ist.

 

Nun erfolgt die Schlusswertung.

 

Zunächst werden die Symbolreihen, jede für sich allein, gewertet. Ihr ermittelt hierzu den Wert der wertvollsten zusammenhängenden Kette gleicher Symbole und addiert diese Ergebnisse. Anschließend erhaltet ihr 1 Punkt je Gemäldeplättchen - 3 Punkte, wenn ihr auch über die passende Gemäldekarte verfügt. Nun addiert ihr noch die Werte der Handkarten, die ihr zum momentanen Zeitpunkt auf der Hand habt und teilt dieses Ergebnis durch 4. Zuletzt erhält noch 3 Punkte der Spieler, der gerade im Besitz der Startkarte ist.

 

Die optimale Spielerzahl

Konzipiert ist das Spiel für 2 bis 6 Personen.

 

Der modulare Spielplan sorgt dafür, dass das Spiel in jeder Teilnehmerzahl spielbar ist.

 

Durch den Biet-Mechanismus entfaltet das Spiel, aus meiner Sicht, seine komplette Stärke erst ab 4 Spielern. Hier nimmt das Spiel dann richtig Fahrt auf und macht großen Spaß.


Mit 2 oder 3 Personen macht mir das Spiel persönlich weniger Spaß, da es sich dann doch zu sehr in die Länge zieht und der Biet-Mechanismus nur eine untergeordnete Rolle spielt. Taktisch bietet es dafür dann vielleicht ein wenig mehr, da sich doch die meisten Plänen durchführen lassen. Ihr solltet überlegen einen Schlussstrich zu ziehen, wenn die 10. oder 15 Gemäldekarte in die Sammlung eines Spielers eingezogen ist, da ansonsten Ermüdungserscheinungen auftreten können.

 

Eine Partie dauert ca. 45 bis 60 Minuten.


Fazit

Art Gallery überzeugt zunächst einmal mit wunderschöner Optik. Dazu gesellen sich recht einfache Regeln die dafür sorgen, dass das Spiel wunderbar für Familien geeignet ist.

 

Als Spielmechanik wird hier der Set-Collection-Mechanismus verwendet. Dies führt dazu, dass es gar nichts bringt, einfach auf irgendein Gemälde zu gehen bzw. einfach möglichst viele Gemälde zu bekommen. Der Kniff ist nämlich, dass immer nur die längste bzw. wertvollste zusammenhängende Kette jeder Symbolreihe in die Wertung einfließt. Dies verlangt ein wenig Planung.

 

Hinzu kommt der interessante Aktions-Karten-Mechanismus. Immer werdet ihr euch fragen, welche Karte ihr denn nun wann und für welche Aktion ausspielt. Auch hier gilt es ein wenig zu planen.

 

Insgesamt ist Art Gallery ein Spiel, welches sehr gut für eine lockere Familienrunde geeignet ist.

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