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  • Tim Nau

Beer & Bread - Deep Print Games

Beer & Bread – Deep Print Games

„Beer & Bread“, von Deep Print Games und im Vertrieb von Pegasus Spiele, ist ein kartengesteuertes Strategiespiel für 2 Personen von Scott Almes.

Wir sind jeweils ein Dorfvorsteher und führen die lange Tradition des Bierbrauens und Brotbackens fort. Nachbarschaftlich teilen wir uns die Äcker mit dem gegenüberliegenden Dorf. Ab und zu treten wir aber in einen freundschaftlichen Wettstreit. Diesen gewinnt, wer am Ende von 6 Jahren das meiste Geld für den Warenverkauf erhalten hat. Doch Vorsicht, es zählt das Ergebnis der Warenart, die weniger Münzen eingebracht hat.


Ein Blick in die Spieleschachtel

Es ist schon beachtlich, was alles in eine so kleine Schachtel passt. Ich war schon wirklich baff, als ich das Spielbrett auseinandergefaltet habe. Dazu kommen wirklich tolle Ressourcen aus Holz und super schöne Karten. Alles ist mit herrlichen Illustrationen versehen.

Die Anleitung ist erstklassig und es werden alle Fragen beantwortet.


Das Spielsystem

Das Spiel überzeugt mit einer super eingängigen Spielweise, die sehr schnell verstanden ist. Bereits im Verlauf der ersten Partie merkt man aber, dass man doch viel mehr beachten bzw. überdenken muss, als man zunächst annimmt.


Der Spielaufbau geht super zügig und es kann schnell begonnen werden.


Das Spiel verläuft über 6 Jahre und in denen wechseln sich fruchtbare und trockene Jahre ab. Bevor wir zu den elementaren Unterschieden kommen, die großen Einfluss auf die Spielweise haben, schauen wir uns die Gemeinsamkeiten und den grundlegenden Spielablauf in den Jahren an.

Werfen wir dazu zunächst gemeinsam einen Blick auf die tollen Karten. Hierbei handelt es sich um Multi-Use-Cards. Das heißt, dass ihr mit einer Karte unterschiedliche Aktionen durchführen könnt. Auf der Karte ist dann immer nur ein gewisser Teil von Interesse.


Grundsätzlich stehen euch immer 3 unterschiedliche Aktionen zur Verfügung.


Für die „Ernte und Lagerung“ ist der obere Teil der Karte von Interesse. Hier sind immer Ressourcen abgebildet. Wollte ihr diese Aktion nutzen legt ihr die Karte vor euch ab und startet damit eine Erntereihe bzw. setzt diese fort. Ihr überprüft, welche Ressourcen auf der gerade gespielten Karte abgebildet sind. Nun nehmt ihr euch von jeder dieser Ressourcen so viele, wie ihr in eurer Erntereihe im Gesamten habt. Voraussetzung ist natürlich, dass sich noch Ressourcen auf den Ernte-Feldern befinden, da diese begrenzt sind. Steht eine Ressource nicht zur Verfügung, könnt ihr diese auch nicht nehmen.


Jetzt kommt noch ein toller Clou ins Spiel. Euer Lager hat eine, auf 9 Ressourcen, begrenzte Kapazität. Über Ausbauten könnt ihr die Kapazität erhöhen. Ihr müsst nun die neu erhaltenen Ressourcen in eurem Lager verteilen. Hierbei könnt ihr das Lager beliebig umsortieren. Alle Ressourcen die ihr nicht mehr unterbekommt müsst ihr aber eurem Gegenüber anbieten. Dieser darf nun von diesen Ressourcen so viele nehmen, wie er möchte und in sein Lager passen. Eine Sache die man gerne vermeiden möchte, aber die ihr wohl in jeder Partie machen werden müsst. Hier gilt es, den eigenen Vorteil genau abzuwägen.


Für die Aktion „Produktion und Verkauf“ ist der mittlere Teil der Karten von Interesse. Warum die Aktion „Verkauf“ heißt, erschließt sich mir nicht wirklich, da ihr euer Produkt mit dieser Aktion noch nicht verkauft. Aus meiner Sicht dürfte die Aktion nur „Produktion“ heißen. Das ist aber nur eine kleine Ungereimtheit. Wie dem auch sei, seht ihr im Mittelteil der Karten welche Ressourcen für das Brauen bzw. das Backen benötigt werden. Legt diese zurück in den allgemeinen Vorrat und die Karte auf den entsprechenden Platz der Bäckerei oder Brauerei. Achtung: Auf jedem der Felder darf sich nur eine Karte befinden, wenn ihr nicht über einen Ausbau verfügt.


Last but not least haben wir dann noch die Aktion „Ausbau und Reinigung“, für die der Kartentext unten von Bedeutung ist. Für den Ausbau stehen euch 6 unterschiedliche Slots zur Verfügung. Jeder dieser Slots bezieht sich auf einen bestimmten Aspekt des Spiels. So könnt ihr, zum Beispiel, eure Lagerkapazität erhöhen oder dürft 2 Karten auf eurer Bäckerei oder Brauerei liegen haben. Jegliche Kartentexte brechen dann die eigentlichen, normalen Regeln des Spiels. Perfekt ist es hier, dass die Texte komplett verständlich sind und man Effekte nicht nachlesen muss. Ist trotzdem mal was unklar, so findet man in der Anleitung eine kurze Erklärung zu allen Ausbauten. Spielt ihr die Karte als Ausbau, so wird gleichzeitig auch die Reinigung durchgeführt. Dazu werden alle Karten von der Bäckerei und Brauerei entfernt und ihr legt diese vor euch ab – ihr habt das Bier bzw. Brot gerade verkauft. Ihr solltet natürlich immer versuchen, dies in Kombination durchzuführen. Ihr dürft jeden Ausbau-Slot auch mehrfach verwenden. Aus meiner Sicht solltet ihr besonderes Augenmerk auf die Karten legen, die euch am Ende des Spiels zusätzliche Siegpunkte bringen.


Ein Jahr endet, wenn beide Spieler alle ihre Handkarten ausgespielt haben. Nun erhält der Spieler mit weniger Ressourcen noch den Tauschmarker und das Spiel geht in das nächste Jahr.


Nach dem sechsten Jahr endet das Spiel und ihr zählt separat die Punkte für eurer verkauftes Bier und Brot. Die niedrigere Punktzahl ist euer Ergebnis.


Die fruchtbaren und trockenen Jahre

In „Beer & Bread“ wechseln sich fruchtbare Jahre und trockene Jahre ab. Das Spiel startet mit einer fruchtbaren Phase.


Die fruchtbaren Jahre beginnen grundsätzlich mit 5 Handkarten, die vom Nachziehstapel gezogen werden. Die trockenen Jahre hingegen beginnt ihr mit den Karten, die ihr in der zuvor durchgeführten fruchtbaren Phase als Erntereihe ausgespielt habt. Ihr nehmt diese auf die Hand und zieht auf 5 Handkarten nach. Dieser Mechanismus ist super interessant und sorgt dafür, dass ihr in der fruchtbaren Phase schon genau überlegen und vorplanen müsst, da ihr diese Karten ja in der folgenden trockenen Phase wieder auf die Hand bekommt.


Spielt ihr die trockene Phase mit den eigenen Handkarten, so müsst ihr in den fruchtbaren Jahren eure Handkarten nach jeder Aktion an euren Gegenspieler übergeben, was ebenfalls für einige Überlegungen sorgt.


Zu großen Problemen kommt es auch immer aufgrund der Ressourcen-Limitierung. Es stehen nämlich nur die Ressourcen zur Verfügung, die sich auf den Ernte-Feldern befinden. Und das sind in den trockenen Jahren noch weniger, als in den fruchtbaren Jahren.


Des Weiteren werden in der Kartenphase der trockenen Jahre noch 3 Tauschkarten ausgelegt und ihr habt die Möglichkeit, auf diese zurückzugreifen. Dazu tauscht ihr einfach eine Handkarte gegen eine der Tauschkarten. Diese müsst ihr allerdings dann sofort für eine der drei Aktionen nutzen.


Fazit

„Beer & Bread“ ist das erste Spiel aus einer angekündigten Spiele-Reihe für 2 Personen von Deep Print Games. Dieses entführt zwei Spieler in ein kleines Dorf und dort führen wir die Tradition des Bierbrauens und Brotbackens fort.


In der kleinen Schachtel steckt mehr Taktik als man zunächst vermuten würde. Das Spiel überzeugt mit ausgeklügelten und unterschiedlichen Mechaniken die ziemlich einfach sind aber, das wird einem schon im Laufe der ersten Partie klar, einiges an Gedankenarbeit von euch verlangen. Alle verwendeten Mechaniken greifen zudem perfekt ineinander. Das Spiel befindet sich auf jedem Fall auf Kenner-Niveau.

Die gesamten Aktionen führen wir mit Karten durch und dieses sind hier Multi-Use-Cards. Das heißt, dass wir mit jeder Karte die drei unterschiedlichen Aktionen durchführen können. So müssen wir ganz genau planen, was wir mit welcher Karten denn machen möchten. Dazu kommt auch noch der Mechanismus der fruchtbaren und trockenen Jahre, die unsere Planungen beeinflussen oder aber auch konterkarieren können. Im Rahmen der fruchtbaren Jahre führen wir nämlich eine Aktion durch und müssen dann die Karten an unser Gegenüber abgeben – wir wissen folglich gar nicht, für welche unserer Karten sich der Gegenspieler entscheidet. Also eine Art Card-Drafting.


Zusätzlich müssen wir großes Ressourcen-Management betreiben, da unser Lager auf 9 Plätze begrenzt ist. Es gibt die Möglichkeit, sein Lager auszubauen, was ich auf alle Fälle empfehlen würde. Der Clou, den ich aber ansprechen wollte ist, dass wir zwar auch Ressourcen nehmen können, wenn unser Lager voll ist und dieses auch beliebig umsortieren können aber anschließend dann alle übrigen Ressourcen unserem Gegenüber anbieten müssen. Dieser darf nun so viele davon nehmen, wie Lagerplätze zur Verfügung stehen – umsortieren ist allerdings nicht erlaubt.


Doch das war es noch nicht. Das Spiel verlangt nämlich zusätzlich von uns noch, dass wir den Verkauf von gebrautem Bier und gebackenem Brot ungefähr in der Waage halten. Am Spielende addieren wir nämlich Bier und Brot separat und unser Endergebnis ist dann die Punktzahl, die geringer ist.


Wir spielen super gerne reine 2-Personen-Spiele und dieses hier ist absolut gelungen. Es macht großen Spaß und verlangt auch einiges an Denkarbeit. Zudem spielt es sich super flüssig. Ist man einmal komplett mit den Regeln vertraut, dauert eine Partie keine 30 Minuten. Eine ganz klare Empfehlung.




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