• Tim Nau

Cascadia - Kosmos

Cascadia: Im Herzen der Natur – Kosmos

„Cascadia“ bei Kosmos erschienen, ist ein Plättchenlegespiel für 1 bis 4 Spieler ab 10 Jahren von Randy Flynn.

Wir erschaffen Lebensräume für Wildtiere und siedeln Tiere an. Dabei wetteifern wir gleichzeitig um die größten zusammenhängenden Gebiete. Wem wird es gelingen das reichhaltigste Ökosystem zu erschaffen?


Ein Blick in die Spieleschachtel

Was für ein tolles Spielmaterial und es ist einfach immer wunderschön zu sehen, für was die Spieleschachtel alles gut ist und wie toll es nachher auf dem Tisch aussieht. Hier bauen wir uns einen Wasserfall und das geht auch noch super schnell. Die Marker sind auf dicker Pappe, die Bären sind super niedlich und die Würfel erstklassig.

Die Anleitung ist super verständlich geschrieben und beantwortet alle Fragen.


Das Spielsystem

Das Spiel überzeugt mit einem supereinfachen Spielsystem, welches man auch Neueinsteigern in knapp 10 Minuten erklären kann. Darüber hinaus ist der Aufbau schnell abgeschlossen und der Spaß kann beginnen.


Bevor wir zum Spielablauf kommen, möchte ich ein paar Worte zu den Wertungskarten verlieren die dafür sorgen, dass keine Partie der anderen gleicht, da immer eine andere Taktik gespielt werden muss. Jede Wertungskarte stellt nämlich immer andere Anforderungen, um Punkte für das entsprechende Tier zu sammeln. So gilt es, zum Beispiel beim Fuchs, einmal möglichst viele unterschiedliche Tiere um ihn zu platzieren und ein anderes Mal müsst ihr möglichst oft das gleiche Tier legen. Dies sorgt für eine riesige Varianz.

Für jedes der 5 Tiere – Bär, Lachs, Bussard, Wolf und Hirsch – gibt es 4 Wertungskarten, die mit A bis D gekennzeichnet sind. In jeder Partie wählt ihr für jedes Tier eine Karte. Wie ihr dies tut, ist euch überlassen. Ich ziehe einfach immer eine Karte. Für die erste Partie wird empfohlen, alle Karten mit A zu nehmen. Diesem Hinweis würde ich folgen.


Nun noch ein Wort zur Auslage. Es liegen immer 4 Wildnisplättchen aus. Jedem Plättchen wird zufällig ein Tier aus dem Beutel zugeordnet, so dass 4 Kombinationen auf dem Tisch liegen.


Ein Spielzug gliedert sich in 4 Teilschritte, die schnell abgehandelt sind.


Als erstes wird die Auslage auf Überbevölkerung überprüft. Diese liegt vor, wenn 4 gleiche Tiere unter den Plättchen liegen. In diesem Fall müssen diese ausgetauscht werden. Liegen hingegen nur 3 gleiche Tiere unter den Plättchen, so kann der Spieler genau diese drei Tiere austauschen.


Nun muss der Spieler eine Kombination aus Plättchen und Tier nehmen. Bevor er dies tut darf er einen Zapfen ausgeben um entweder beliebig viele Tiere gegen neue Tiere aus dem Beutel zu tauschen oder um ein Plättchen und ein Tier seiner Wahl zu nehmen. Ich glaube von der Möglichkeit des Tauschs habe ich noch nie Gebrauch gemacht – von der Möglichkeit des Abweichens von einer Kombination hingegen sehr oft.


Als nächstes werden Wildnisplättchen und Tier in der eigenen Landschaft platziert. Im Gegensatz zu vielen anderen Legespielen, sind die Regeln hier absolut überschaubar. Die Reihenfolge hierbei ist egal. Bei der Platzierung des Plättchens muss lediglich eine Kante des neuen Plättchens eine Kante eines liegenden Plättchens berühren. Ein Tier darf nur auf ein Plättchen gelegt werden, auf dem dieses Tier auch abgebildet ist. Die Platzierung des Plättchens ist Pflicht, wohingegen das Legen des Tieres optional ist. Ihr dürft das Tier allerdings nicht aufbewahren und später platzieren, sondern müsst es sofort zurück in den Beutel legen.


Nun wird lediglich noch die Auslage wieder aufgefüllt und schon ist der nächste Spieler am Zug.


Das Spiel endet, sobald die Auslage nicht mehr mit einem Wildnisplättchen aufgefüllt werden kann. Zu diesem Zeitpunkt war jeder Spieler 20 Mal am Zug. Nun erfolgt die Schlusswertung.

In der Schlusswertung gibt es zunächst Punkte für die Erfüllung der Anforderungen auf den Wertungskarten. Anschließend bestimmt ihr das größte Gebiet jeder Wildnisart und erhaltet einen Punkt je Plättchen in dem entsprechenden Gebiet. Hier müsst ihr beachten, dass ein Plättchen nicht mit einem Tier belegt sein muss, um es in die Wertung einbeziehen zu dürfen. In Abhängigkeit von der Spieleranzahl gibt es nun Bonuspunkte für das größte Gebiet jeder Art und zum Abschluss bringt jeder übriggebliebene Zapfen auch noch einen Punkt.


Wer nun die meisten Punkte erringen konnte, der gewinnt das Spiel.


Frischer Wind durch Herausforderungen

Wem das normale Spiel nicht mehr reicht, dem stehen auch noch 15 Szenarien, 25 Herausforderungen und 10 Regel-Varianten zur Verfügung. Insgesamt kommen wir so auf 50 unterschiedliche Herausforderungen.


Die Szenarien geben immer die zu verwendenden Wertungskarten und zusätzlich noch 1 bis 4 Ziele an, die es zu erfüllen gilt.


Außerdem gibt es noch 25 unterschiedliche Herausforderungen, die ihr erfüllen sollt. Hier gilt es, zum Beispiel, eine bestimmte Punktzahl zu überschreiten oder eine bestimmte Punktzahl mit einer Wildnisart zu erzielen.


Wem das alles nicht reicht, der kann auch noch Regel-Varianten einbauen. So besagt zum Beispiel eine Regel-Variante, dass bei der Anlage eines Plättchens mindestens eine Wildnisart übereinstimmend sein muss.


Dieser Modus ist absolut klasse und macht ein super Spiel noch besser.


Die optimale Spielerzahl

Konzipiert ist das Spiel für 1 bis 4 Spieler. Auf den Solo-Modus gehe ich kurz gesondert ein.


Cascadia gehört zu den Spielen, bei denen der Spielspaß komplett unabhängig von der Teilnehmerzahl ist. Vor allem liegt dies an der fehlenden Interaktion, da jeder an seinem eigenen Habitat arbeitet. Je nach Spielerzahl müssen am Anfang der Partie eine bestimmte Anzahl an Wildnisplättchen entfernt werden. In jeder Konstellation endet das Spiel nach 20 Zügen und spielt sich, bei einer Spieldauer von ca. 25 bis 40 Minuten, absolut flüssig.


Auch an die Solo-Spieler wird gedacht und Cascadia macht auch allein großen Spaß. Der Spielablauf funktioniert genau wie beim Spiel mit mehreren Personen. Nach der Wahl des Wildnisplättchens und des Tiers werden immer das nun am weitesten rechtsliegende Plättchen und Tier aus dem Spiel entfernt. Anschließend wird alles nach rechts geschoben und die Auslage wird wieder aufgefüllt.

Ich schiebe gerne abends mal eine Solo-Partie ein und mit den Szenarien, wird das alles noch einmal interessanter.


Fazit

Am 23.05.2022 wurden die nominierten Spiele für die Auszeichnung zum Spiel des Jahres bekanntgegeben. Die Preisverleihung findet am 16. Juli in Berlin statt.


Eines der nominierten Spiele ist Cascadia, welches auch ich auf dem Schirm für die Nominierungsliste hatte. Cascadia befindet sich, aus meiner Sicht, auch absolut zu Recht auf der Liste wieder, denn Cascadia ist ein wundervolles Legespiel, welches sich gleichermaßen als Familienspiel wie auch als Spiel für eine anspruchsvollere Runde eignet.


Ganz toll finde ich, dass für das Spiel mit jüngeren Spielern noch eine eigenständige, doppelseitige Wertungskarte beiliegt, da sich das Spiel mit den eigentlichen Wertungskarten schon ein wenig komplizierter gestaltet. Hier werden nur Gruppengrößen von Tieren gewertet, so dass sich jüngere Spieler komplett auf das Spiel konzentrieren können und man ihnen nur erklären muss, dass sie einfach versuchen sollen, gleiche Tiere immer nebeneinander zu platzieren.

Darüber hinaus macht es auch in der Solo-Variante großen Spaß. Es überzeugt mit einem tollen und sehr zugänglichem Spielsystem und seiner wundervollen Optik.


Dabei erfindet Cascadia das Rad nicht neu, da es sich prinzipiell nur um ein einfaches Legespiel handelt. Ihr wählt eine Kombination aus Plättchen und Tier und platziert diese dann in eurer Landschaft. Doch bereits beim Nehmen müsst ihr immer überlegen, ob sich vielleicht der Einsatz eines Zapfens lohnt, denn nicht immer passen die Kombinationen für euch. Dazu müsst ihr die Tiere nach den Kriterien der Wertungskarten platzieren und dann kommt erschwerend hinzu, dass nicht jedes Tier auf jedes Plättchen gestellt werden darf. Nebenbei versucht ihr natürlich auch noch immer die Plättchen so aneinander zu puzzeln, dass möglichst große Gebiete entstehen, da das am Ende auch noch mit Punkten belohnt wird.


Klar muss man sich darüber sein, dass Interaktion nur ganz begrenzt stattfindet. Ins Gehege kommt man sich nur, wenn es um die Auswahl der Kombination aus Wildplättchen/Tier geht. Und da auch nur sehr begrenzt, da die Auslage wieder aufgefüllt wird und eigentlich auch immer irgendwas da ist, mit dem man was anfangen kann. Ansonsten spielt sich das Spiel absolut solitär, da jeder an seinem eigenen Habitat arbeitet.


Insgesamt ein ganz tolles Spiel, welches eine klare Empfehlung erhält.


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