• Tim Nau

Chrono Cops - Da Vincis Universal-Dilemma - Pegasus Spiele

Chrone Cops – Da Vincis Universal-Dilemma

„Chrono Cops – Da Vincis Universal-Dilemma“, bei Pegasus Spiele erschienen, ist ein kooperatives Rätselspiel mit viel Humor für 1 bis 6 Spieler von Matthias Prinz und Martin Kallenborn.

Wir arbeiten als Zeitagenten im Jahr 2044 bei der Avantgarde. Durch ein Zeitparadoxon entstanden seltsame Wesen – die Cronks, die Professor Knix in unsere Zeit mitbrachte. Aufgrund von Unstimmigkeiten deshalb kam es zum Stopp des Forschungsprojekts, was Professor Knix vor Wut schäumen ließ. So schnappt er sich den einzig funktionierenden Prototypen des Chronographen und taucht, gemeinsam mit den Cronks, in irgendeiner uns unbekannten Zeit unter. Er will die ultimative Macht und sich an der Avantgarde rächen.


Unsere Aufgabe ist es, Knix zu stoppen.


Dieses Mal scheint er einen unterirdischen Zeitfluss anzubohren, was sehr gefährlich werden könnte…


Ein Blick in die Spieleschachtel

Es bedarf nicht viel Material für dieses aberwitzige Abenteuer. So finden wir in der Schachtel viele Karten, 12 Zeitkugeln aus Pappe sowie den beidseitig bedruckten Decoder. Insbesondere die Karten sind echt toll und überzeugen mit super lustigen Illustrationen.

Die Anleitung ist super verständlich und zudem noch mega lustig geschrieben.


Das Spielsystem

Das Spielsystem ist einfach gehalten und der Aufbau benötigt keine 5 Minuten.


Zu Beginn des Spiels sind die 12 unterschiedlichen Zeitlinien alle geschlossen und das Spiel startet mit der Einsatzbesprechung, die euch dann auch die erste Zeitlinie öffnen lässt. Außerdem befinden sich auf der Karte der Einsatzbesprechung noch kleine Kartensymbole mit Zahlen. Immer wenn sich diese auf einer Karte vorfinden, könnt ihr euch aus dem Stapel der kleinen Karten die Karten mit der entsprechenden Nummer nehmen. Die kleinen Karten sind immer Informationen, Ereignisse oder Gegenstände.


Öffnet ihr eine Zeitlinie, so dreht ihr die entsprechende Karte um und auf der Rückseite befinden sich dann unterschiedliche Jahreszahlen – dies sind die sogenannten Sprungmarken, also eine Kombination aus Jahreszahl und Zeitlinie. Hier müsst ihr immer beachten, dass ihr nur zu einem Ort reisen dürft, wenn die entsprechende Sprungmarke auch sichtbar ist. Oftmals enthält der Kartenstapel nämlich mehr Ortskarten als sichtbare Sprungmarken. Die „fehlenden“ Sprungmarken müsst ihr euch erst erarbeiten. Ihr findet diese dann über kleine Karten oder in anderen Zeitlinien. Solange eine Sprungmarke sichtbar ist, dürft ihr jederzeit zu diesem Ort reisen und ihn auch verlassen. Dies ist sogar sinnvoll, wenn ihr noch keine Entscheidung treffen könnt, weil euch notwendige Informationen fehlen. Beachtet nur, dass immer nur eine Ortskarte offen ausliegen darf, denn auch als Zeitagenten könnt ihr nur an einem Ort sein.

Wollt ihr in eine Zeit reisen, so nehmt ihr euch einfach die Ortskarte mit der Jahreszahl und dreht diese um. Neben einem schönen Bild kommt dann immer ein Text zum Vorschein, der euch dann durch das Abenteuer führt. So arbeitet ihr euch dann immer weiter und öffnet, nach und nach, die anderen Zeitlinien und dies ist der Clou des Spiels. Die Handlung verläuft nämlich in 12 Paralleluniversen und wenn ihr etwas tut, hat eure Handlung Auswirkungen.


So sammelt ihr Gegenstände, erhaltet Informationen und Hinweise. Viele der Karten lassen sich zur Interaktion nutzen. Hier kommt der Chrono-Decoder ins Spiel. Meist müsst ihr die entsprechende Ortskarte an die passende Stelle an der Seite legen und die kleine Karte mittig platzieren. Nun folgt ihr noch einer Linie die ich dann, zumindest hoffentlich, zu einer Karte führt, die euer Abenteuer weiter vorantreibt. Doch Vorsicht, denn das Hantieren mit der Zeit kann auch negative Konsequenzen haben. Führt nämlich die Linie ins Leere habt ihr ein Zeit-Paradoxon ausgelöst, was euch 2 Zeitkugeln kostet und sich schlussendlich negativ auf eure Wertung auswirkt. Des Weiteren ringt euch das Spiel auch Entscheidungen ab, die ihr gemeinsam besprechen solltet, da ihr auch hier mit der Zeit spielt. Überlegt euch euer Handeln daher gut. Generell „gewinnt“ ihr das Spiel immer da euer Abenteuer auch weiter geht, wenn ihr keine Zeitkugeln mehr zur Verfügung habt. Ignoriert in diesem Fall einfach die Abgabe von Zeitkugeln.


Falls ihr wirklich mal nicht weiterkommen solltet, stehen euch Tippkarten zur Verfügung. Zunächst müsst ihr allerdings schauen, ob es eine für eure Ortskarte oder für eure kleine Karte gibt. Hierzu müsst ihr euren Chrono-Decoder auf die grüne Seite drehen und einem Liniensystem folgen, welches euch dann zur entsprechenden Tippkarte führt. Die Nutzung einer Karte kostet, falls ihr die entsprechende Information nicht ohnehin schon kanntet, eine Zeitkugel.


Irgendwann wird es euch dann gelingen, Professor Knix zu finden und mit dem Lesen des Abschlussbriefings endet das Spiel dann mit einer Wertung. Euer „Erfolg“ richtet sich nach der Anzahl euch noch zur Verfügung stehender Zeitkugeln.


Die optimale Spielerzahl

Angegeben ist die Spielerzahl mit 1 bis 6 Personen. Aus meiner persönlichen Sichtweise ergibt ein Spiel mit mehr als 3 Personen wenig Sinn, da dafür einfach zu wenig „Arbeit“ auf die Teilnehmer zukommt bzw. es einfach nur schwer möglich ist, alle Spieler in die Handlung einzubinden. Doch mit Sicherheit wird es auch Gruppen geben, die Spaß an diesem Spiel mit 6 Personen, theoretisch geht sogar mehr, haben.


Wir haben das Spiel zu zweit gespielt und uns köstlich amüsiert.


Fazit

Insbesondere den älteren Spielern unter euch dürften die Lucasfilm Games ein Begriff sein. Maniac Mansion, Zak McKraken oder Monkey Island sind nur drei Spiele, die ich wirklich geliebt habe. Bei diesem Spiel ist es ganz klar der Klassiker Day of the Tentacle, welches als Inspiration diente. Diese sind unter dem Namen Point-and-Click-Adventure bekannt und auf dieser Spielidee basiert die Reihe Chrono Cops. Daraus macht das Spiel auch keinen Hehl und stellt dies auf dem Schachteltext auch klar. Zum Auftakt ist neben diesem Abenteuer noch das Spiel Einsteins Relativitätskrise erscheinen, welches ich euch ja schon vorgestellt habe. Wenn ihr die Rezension dazu noch nicht kennt, schaut gerne noch einmal rein:


Rezension zu Einsteins Relativitätskrise


In der Rezension habe ich gesagt, dass das Spiel über keine wirklich innovative Mechanik oder besonders anspruchsvolle Rätsel verfügt. Dies bleibt im Kern auch so. Doch bereits zu Beginn des Abenteuers ist mit aufgefallen, dass man hier doch ein klein wenig mehr um die Ecke denken muss, um auf die Lösung der Rätsel zu kommen. Hierzu solltet ihr immer die erhaltenen Hinweise im Auge behalten. Kurz: Ich fand das Abenteuer schwerer. Die Erklärung hierfür liegt auf der Hand, war mir aber gar nicht so bewusst. Hinten auf der Schachtel ist nämlich ein Schwierigkeitsgrad angegeben, den ich im Vorgänger-Abenteuer komplett übersehen habe. Und dieser ist eine Stufe höher. Großartige Probleme hatten wir trotzdem nicht und haben auch keine Hilfe in Anspruch nehmen müssen aber der Anstieg war spürbar. Ich bin sehr gespannt, ob wir auch noch einen Fall der schwierigsten Stufe zum Spielen bekommen werden.


So müssen wir uns in diesem Abenteuer auch durch satte 12 Paralleluniversen schlagen, die natürlich wieder eng miteinander verbunden sind. Insgesamt führt dies alles dazu, dass ihr ca. 150 Minuten Spielzeit einplanen solltet.


Mit Sicherheit werden einige Spieler kritisieren, dass es auch problemlos möglich wäre, dies Spiel mit App-Unterstützung zu spielen. Vielleicht ist dies ja auch ein möglicher Gedanke für die Zukunft. Mir persönlich gefällt dieser analoge Weg und man muss auch klar sagen, dass dieser gut funktioniert. Vor allem auch deshalb, weil das Spiel nicht sehr textlastig ist, was ja bei ähnlichen Spielen oftmals der Fall ist.


Chrono Cops ist ein Spiel, welches ihr nur ein einziges Mal spielen könnt, da ihr dann eben die Lösungen bzw. den Weg zu Knix kennt. Gut ist es, dass kein Material zerstört wird und es so möglich ist, dass Spiel problemlos weiterzugeben.


Da Vincis Universal-Dilemma hat mir, insbesondere aufgrund des höheren Schwierigkeitsgrads, noch einen Tick besser gefallen als Einsteins Relativitätskrise. Für mich ist diese Reihe eine ganz klare Empfehlung.



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