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  • Tim Nau

Der Herr der Ringe - Adventure Book Game - Ravensurger

Der Herr der Ringe – Adventure Book Game

Vorab eine Information. Ich werde in dieser Rezension nicht spoilern und alle Fotos die ihr seht, beschränken sich auf das erste der insgesamt acht Kapitel.


„Der Herr der Ringe“, von Ravensburger, ist ein kooperatives Spiel mit Abenteuerbuch für 1 bis 4 Spieler von Ryan Miller, Jason Little und Marcus Ross.

Saurons Schatten ist über Mittelerde eingefallen und es gibt nur noch einen letzten Ausweg. Der "Eine Ring" muss in den Feuern des Schicksalsberges zerstört werden. Doch der Weg bis zum Ziel ist lang und zahlreiche Herausforderungen und Gefahren warten auf uns...


Ein Blick in die Spieleschachtel

Die Schachtel selbst ist schon einmal toll und das darin enthaltene Material klasse.


Hauptaugenmerk liegt natürlich auf dem Adventure Book. Auch wenn die Idee eines Buchs nicht neu ist, finde ich diesenach wie vor toll. So blättert ihr von Kapitel zu Kapitel und auf jeder Seite ist dann der entsprechende Spielplan mit den Regeln. Man hat auf eine Spiralbindung verzichtet was natürlich den elementaren Vorteil bietet, dass das Spielfeld durchgängig ist und nicht „unschön“ unterbrochen wird. Ich war zu Beginn ein wenig skeptisch, ob man das Buch denn gerade hinlegen kann. Doch die Skepsis war unbegründet da das Buch vollkommen gerade liegt, wenn ihr es ein ganz klein wenig „überdehnt“.


Zweites Highlight sind die tollen Miniaturen von Frodo, Samweis, Merry, Pippin, Legolas, Aragorn und Gimli, die unheimlich detailliert sind. Wo man schon 7 Miniaturen beilegt frage ich mich nur, warum man nicht noch Gandalf beigelegt hat, da dieser sehr oft mitspielt. Hier müssen wir mit einem Plättchen vorliebnehmen, was mir nicht ganz so gut gefällt. Die Karten selbst sind „nur“ zweckdienlich. Hier hätten schönere Illustrationen nicht geschadet. Dazu gibt es noch eine Vielzahl von Markern. Super gelöst ist es hier, dass es in der Anleitung eine Auflistung darüber gibt, welche Marker ihr in welchem Kapitel benötigt.

Die Anleitung ist klasse und Fragen tauchen kaum auf. Das FAQ ist sehr gelungene und beantwortet einige der Unklarheiten.


Das Spielsystem

Das Spielsystem ist super einfach und die Regeln innerhalb kurzer Zeit verstanden. Ihr schlagt einfach die Seite mit dem entsprechenden Kapitel auf und befolgt die Anweisungen auf der linken Seite. Hier erfahrt ihr welche Figuren zu platzieren sind, wie viele Karten jeder Spieler erhält und welche Sonderregeln zu beachten sind. Rechts findet ihr immer die zu erledigenden Aufgaben und die Belohnung. Anschließend kann es dann auch schon losgehen.

Spielaufbau des ersten Kapitels

Herzstück des Spiels sind die Karten. Es gibt Story-, Sonder- und Handlungskarten sowie noch Karten mit Handlungsanweisungen und Karten mit Saurons Auge.


Die Storykarten, die es in 6 Arten gibt, benötigt ihr immer zur Bewältigung der Herausforderungen. Auf diesen Karten liegt der Fokus des Spiels und es gilt geschickt zu managen. Sie sind quasi eure Handkarten. Eine Besonderheit sind hier die „Der Eine Ring“ Karten, die zum einen als Joker verwendet werden können und zum anderen in jedem Kapitel eine spezielle Funktion bekommen, die euch das Weiterkommen erleichtert. Allerdings haben diese Karten einen sehr entscheidenden Nachteil. Immer nämlich, wenn ihr eine dieser Karten für irgendetwas einsetzt, müsst ihr den „Der Eine Ring“ Marker auf der Verderbensleiste um eine Position weiter setzen. Erreicht der Marker ein Feld der Leiste welches mit Saurons Auge gekennzeichnet ist, müsst ihr eine dieser Karten ziehen und den Effekt ausführen. Dieser ist immer sehr negativ für euch. 5 Felder mit Saurons Auge gibt es auf der Leiste. Erreicht der Marker das Ende der Verderbensleiste, habt ihr das Spiel verloren. Beachtet, dass die aktuelle Position des Markers von Kapitel zu Kapitel mitgenommen wird. Der Einsatz dieser Karten muss folglich genau überlegt und geplant werden.


Zu euren Handkarten zählen auch noch die Sonderkarten, von denen es 18 Stück gibt. Dies sind besondere Karten mit starken Fähigkeiten, die ihr als Belohnung für die Erfüllung von Herausforderungen bekommt. Erhaltet ihr eine Sonderkarte, behaltet ihr sie von diesem Moment auch für das komplette Spiel. Sie werden immer wieder in den Stapel der Storykarten gemischt. Für jedes Kapitel gibt es eine spezielle Handlungsanweisungs-Karte. Diese gibt an, was beim Ziehen einer Handlungskarte zu tun ist. Am Ende des Zugs eines Spielers muss immer eine Handlungskarte gezogen werden. Könnt ihr keine Karte mehr nachziehen, müsst ihr das Kapitel neu beginnen.


Nachdem wir uns ein wenig mit den Karten beschäftigt haben, schauen wir uns kurz den Zug eines Spielers an. Hierbei müssen die 5 Schritte in der vorgegebenen Reihenfolge durchgeführt werden.


Zunächst erfolgt die Bewegung. Ihr dürft eine Figur um bis zu 2 Felder oder 2 Figuren um jeweils 1 Feld weiterbewegen.


Als nächstes erfolgt die Storytelling-Phase. In dieser könnt ihr eine pder mehrere Dinge durchführen. So könnt ihr 1 Handkarte gegen eine Handkarte eines beliebigen Spielers tauschen, eine beliebige Anzahl Karten ablegen, um einen beliebigen Charakter um 1 Feld je abgelegter Karte zu bewegen, ein oder mehrere Herausforderungen abschließen, Sonderkarten ausspielen oder eine „Der Eine Ring“ Karte spielen, um den speziellen Effekt des entsprechenden Kapitels durchzuführen. Beachtet insbesondere, weil dies oft vergessen wird, dass jeder Spieler Sonderkarten ausspielen darf.


Nun werden 2 Storykarten nachgezogen und anschließend wird die nächste Handlungskarte gezogen und der entsprechende Effekt durchgeführt. Verfügt man nun über mehr als 6 Handkarten müssen so viele Karten abgeworfen werden, bis man nur noch 6 Karten auf der Hand hat.


Anschließend ist auch schon der nächste Spieler an der Reihe.

Ihr schließt ein Kapitel erfolgreich ab, wenn ihr alle Herausforderungen erfüllt bevor der Stapel der Handlungskarten aufgebraucht wurde.


Nun könnt ihr entweder sofort mit dem nächsten Kapitel beginnen oder das Spiel „speichern“.


Fazit

Ja, ich gebe es gerne zu, dass ich großer Fan von der Geschichte des Herrn der Ringe bin. Ich habe die Bücher gelesen und die Extended-Version der Filme mittlerweile mehrere Male gesehen. Klar, dass ich dieses Spiel definitiv spielen musste. Doch ihr müsst kein Fan sein oder die Filme kennen, um an diesem Spiel Spaß zu haben.


Großer Pluspunkt gleich zu Beginn ist die Lizenz. Auch wenn ich glaube, dass die Masse der Brettspiel-Fans die Geschichte in und auswendig kennt, werde ich nichts zu den einzelnen Kapiteln sagen. Dieses Spiel lehnt sich an die Filmtrilogie an – ihr spielt die Story der drei Filme und ihr findet viele Fotos aus den Filmszenen. So reist ihr natürlich durch die Minen von Moria, trefft auf die Ents und kommt nicht Drumherum, auch Kankras Höhle betreten zu müssen.

Die Regeln sind super einfach und der Schwierigkeitsgrad befindet sich auf familientauglichen Niveau, bietet aber auch eine angenehme Herausforderung für Vielspieler.


Man muss sich den Spielplan auf jeden Fall vor dem ersten Zug gemeinsam genau anschauen, Möglichkeiten durchsprechen und die Züge gut planen. Dieser Faktor macht für mich das Spiel im kooperativen Bereich so stark – ohne Reden wird man scheitern, denn zeitlich ist nicht viel Luft nach oben. Meistens muss man zur Erfüllung einer Voraussetzung Figuren in einer bestimmten Konstellation auf bestimmte Felder bringen. Dabei gilt es genau die Karten zu planen, die abzugeben sind.


1 bis 4 Spieler können hier das Spiel genießen. Die Anzahl der Spieler hat keinen Einfluss auf das Spielvergnügen.


Wir haben es zu zweit gespielt und ich selbst habe es auch im Solo-Modus getestet. Spielt ihr alleine, legt ihr noch 6 Storykarten aus. Diese Karten stehen euch dann für die Tauschaktion zur Verfügung und gelten im Sinne mancher Handlungsanweisungen als „Spieler“. Persönlich glaube ich, dass 2 Spieler schon die optimalste Zusammensetzung ist. Manchmal ist es ja dann doch so, dass viele Köche den Brei verderben und man, wie dargelegt, ohne genaue Absprachen nicht ans Ziel gelangen wird.

Die Verderbensleiste

Klar muss euch sein, dass ihr nach einmaligen Durchspielen alles gesehen habt. Zumindest bei mir ist es so, dass ich jetzt nicht die Lust hätte, alles noch einmal zu spielen. Doch die kann nach einer gewissen Zeit ja wiederkommen. Doch bis es soweit ist, gilt es erst einmal die 8 Kapitel zu bewältigen. Die Spielzeit je Kapitel liegt bei ca. 20 bis 35 Minuten und somit garantiert das Spiel gute 4 Stunden Freude.


Insgesamt ein ganz tolles, kooperatives Abenteuerspiel, welches eine echte Empfehlung, nicht nur für Fans vom Herrn der Ringe, ist.

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