• Tim Nau

Die Firmenfeier - Das letzte Fest des Oliver Borgmann - Magnificum

Eine absolut spoielerfreie Kurzrezension


100 Jahre Edelberger Schokolade ist der Anlass für eine rauschende Firmenfeier. Das Jubiläum geht jedoch anders als geplant in die erfolgreiche Firmengeschichte ein. Der Sicherheitsdienst findet den toten Oliver Borgmann. Verhaftet wird ausgerechnet Ferdinand Edelberger, der Sohn des Geschäftsführers...


Die MAGNIFICUM GmbH ist eine Firma aus Stuttgart, die uns mit "Die Firmenfeier" ihr erstes Krimispiel für zuhause präsentiert.



Das Spiel an sich orientiert sich an den bekannten Genrevertretern und spielt sich wie diese. Wir erhalten einen Brief und einen verschlossenen Umschlag, indem sich zahlreiche Unterlagen befinden, anhand derer wir den Fall lösen sollen. Regelstudium ist keines notwendig und ihr könnt sofort mit der "Arbeit" beginnen.


Für uns als Ermittler gilt es 4 zentralen Dingen nachzugehen:

  1. Wer hat Oliver Borgmann ermordet?

  2. Was war das Tatmotiv?

  3. Rekonstruktion des Abends von Ferdinand Edelberger.

  4. Entlastung der Hauptverdächtigen.

Zum Abschluss des Spiels werden zu diesen Themengebieten 10 Fragen gestellt, die es zu beantworten gilt. Anhand der Anzahl der richtigen Antworten könnt ihr dann euren Erfolg messen und euch zum Abschluss noch das wirklich großartige Hörspiel-Outro anhören. In diesem Bereich wurde ganz tolle Arbeit geleistet. Neben dem Outro gibt es außerdem noch ein sehr gelungenes Intro in das anstehende Abenteuer.


Wir bekommen hier ein Krimispiel dargeboten und müssen mit den erhaltenen Unterlagen und natürlich, wie es bei echten Ermittlern auch der Fall ist, dem Internet, den Tathergang rekonstruieren, Verdächtige ausschließen und den Täter ermitteln.


Die zur Verfügung stehenden Unterlagen sind wirklich gut gelungen und vor allem aber sehr realitätsnah. Es gibt, zum Beispiel, Fotos oder diverse Dokumente. Diese sind auf Papieren mit unterschiedliche Stärke und es wirkt sehr authentisch und eben nicht einfach wie eine Kopie.


Des Weiteren führen die Ermittlungen uns in das Internet. Was ich hier besonders positiv finde ist die Tatsache, dass wir uns nicht extra einen Instagram- oder Facebook-Account anlegen müssen. Die benötigten Auszüge aus den Social-Media-Netzwerken bekommen wir entweder als Auszüge auf Papier oder stoßen in unseren Ermittlungen auf die Zusammenfassungen. Die Masse wird zwar über diese Accounts verfügen aber eben nicht jedermann. Auch sind Personenverwechslungen so ausgeschlossen.


Die Internetseiten, die es zu besuchen gilt, sind spitze. Auch in diesem Bereich wurde sehr realitätsnah und mit viel Liebe zum Detail gearbeitet. Man erkennt die Hingabe und Leidenschaft in diesem Projekt.


Ausgelegt ist das Spiel für 1 bis 6 Personen. Woher man die Maximalanzahl nimmt erschließt sich mir nicht wirklich. Wir haben das Spiel zu zweit gespielt und ich würde solche Spiele auch maximal mit 3 Personen spielen. Aber es gibt bestimmt auch Gruppen, die solche Spiele gerne mit mehr als 3 Personen spielen.


Doch Kritikpunkte muss sich dieses Erstlingswerk auch gefallen lassen.


Der elementarste Kritikpunkt, aus meiner Sicht, ist die Offensichtlichkeit der Lösung. Nach ca. einer Stunde war uns im Prinzip klar, wer hier für den Mord verantwortlich sein muss - das war dann doch ein wenig zu offensichtlich.


Natürlich galt es nun noch die anderen potentiellen Verdächtigen auszuschließen. Prinzipiell finde ich es gar nicht schlimm, wenn man sich nicht immer das Gehirn zermartern muss. Doch das angegebene Konzentrationslevel und die angegebene Spieldauer ließen auf etwas anderes schließen. Wenn man die Schwierigkeitseinteilung der Fälle anpasst und diesen Fall als "leicht" einstuft, stellt dies aber überhaupt kein Problem dar.


Hier muss ich auch eine Brücke zur angegebenen Spieldauer schlagen. Auf der Schachtel sind 4 bis 5 Stunden Spielzeit angegeben, wohingegen auf der Homepage von MAGNIFICUM von 2 bis 4 Stunden die Rede ist. Die Angabe auf der Homepage ist deutlich realistischer. Ich denke, dass erfahrene Spieler keine 3 Stunden brauchen werden, um die Geschehnisse aufzudecken. Und in dieser Zeitangabe ist schon viel Reden über den Fall enthalten. Die Angaben Homepage und Spieleschachtel sollten allerdings natürlich deckungsgleich sein.


Die Schwierigkeit des Falles würde ich auf unterem Level einordnen und daher dieses Spiel vor allem Einsteigern in die Thematik empfehlen. Es eignet sich aber auch für Krimiabende, an denen man mal nicht um zig Ecken herumdenken möchte. Zettel und Stift solltet ihr dennoch griffbereit haben, denn Notizen erleichtern einem das Leben.


Auch bei diesem Spiel müsst ihr kein Material zerstören und ihr könnt das Spiel somit problemlos an Freunde weitergeben.


Doch trotz der Kritik hat uns der Fall großen Spaß gemacht und geht als Auftaktfall absolut in Ordnung. Wir freuen uns auf weitere Fälle, die hoffentlich folgen werden.

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