• Tim Nau

Einer geht noch! - Zoch

"Einer geht noch!" bei Zoch erschienen, ist ein taktisches Kartenlegespiel für 2 bis 5 Spieler von Paco Yanez.



Unterschiedliche Tierarten befinden sich auf den Booten und ihr müsst eure Tiere sicher in den Hafen bringen. Einige Tiere helfen euch da mit ihren individuellen Fähigkeiten, da jedes Boot nur eine bestimmte Last tragen kann...


Ein Blick in die Spieleschachtel

Das Spiel kommt in einer kleinen Schachtel daher, denn es benötigt nicht viel Material. So befinden sich in der Schachtel lediglich 30 Gewichtsmarker aus Pappe, eine Starspielermarker in Form einer Boje und 85 Karten.



Die Spielanleitung ist verständlich geschrieben und zahlreiche Beispiele erleichtern das Verständnis der einzelnen Tiereffekte.


Das Spielsystem

Einer geht noch!" besticht mit einem sehr schönen Spielsystem.


Entsprechend der Spieleranzahl werden zunächst die Boote in der Tischmitte platziert und auf jedes ein zufälliger Gewichtsmarker gelegt. Nun erhält jeder Spieler noch seine 12 Tierkarten, mischt diese und zieht 3 davon auf die Hand. Nun kann der Spaß beginnen.


In der erste Phase des Spiels legen die Spieler abwechselnd eine ihrer Handkarten unter ein Boot. 2 von diesen Karten muss jeder offen ausspielen und die dritte Karte wird verdeckt gelegt. Ein Boot mit 3 anliegenden Karten gilt als voll.


Ist diese Phase abgeschlossen, werden alle verdeckt gelegten Karten umgedreht. Befinden sich nun drei gleiche Tiere auf einem Boot, so kommen diese aus dem Spiel. Nur wenn es sich hierbei um die Tintenfische handelt dürft ihr eure Karte zu euren Punkten legen.


Nun erfolgt die muntere Auswertung der einzelnen Boote, die bei Boot 1 beginnt.


Jetzt kommen die Effekte einiger Tiere ins Spiel, denn natürlich ist es nicht Sinn und Zweck des Spiels, die Karten einfach irgendwie an ein Boot zu legen und lediglich das Maximalgewicht zu unterschreiten. Ihr wollte euren Gegner ein Schnippchen schlagen und das kann mitunter sehr lustig und fies werden.



Grundsätzlich gilt erst einmal, dass sich 2 Tiere der gleichen Art auf einem Boot verlieben. Die Besitzer dieser beiden Tiere erhalten jeweils eine Amorkarte, die 2 Punkte am Spielende wert ist. Verliebte Tiere führen nie eigene Aktionen aus, lösen nie Aktionen anderer Tiere aus und sind nie von Aktionen anderer Tiere betroffen. Sie sind also quasi dann nur an Bord und freuen sich über ihre Verliebtheit.


Die Effekte der Tiere müssen immer der gleichen Reihenfolge (Maus, Fuchs, Affe und dann der Löwe) abgehandelt werden.


Die Maus wird nur aktiv, wenn sich ein Elefant an Bord befindet. Dann tauscht ihr das Gewichtsplättchen gegen ein zufälliges gezogenes Plättchen aus.


Der listige Fuchs möchte das schwerste Tier auf das nächste Boot verfrachten. Doch dies gelingt ihm nur, wenn das Maximalgewicht des Bootes überschritten ist. Trägt das Boot das Gewicht der Tiere, so fliegt die List auf und der Fuchs wird über Bord geworfen.


Der Affe stiftet das schwerste Tier an, dass dritte sich auf diesem Boot befindliche Tier auf das nächste Boot zu verfrachten.


Doch es gibt auch noch den Pfau der, wenn wenn er sich auf einem Boot mit Fuchs und/oder Affe befindet, die Effekte verändert. Der Fuchs hält nämlich den Pfau, aufgrund seines imposanten Radschlags, für das schwerste Tier und verfrachtet diesen auf das nächste Boot wenn seine List aufgeht. Der Affe stiftet den Pfau an das tatsächlich schwerste Tier auf das nächste Boot zu verfrachten. Wenn er nun Pech hat, kann er das auch selbst sein.


Dann hätten wir noch den Löwen, der das nächstleichtere Tier frisst.


Wurden auf diese Weise nun alle Boote

abgehandelt werden die Gewichte auf diesen überprüft. Ist das zulässige Maximalgewicht überschritten kentert das Boot und die Karten kommen auf den persönlichen Ablagestapel. Lediglich die Tintenfische erreichen schwimmend den Hafen und kommen auf den Wertungsstapel.


Ist hingegen das Maximalgewicht nicht überschritten, erreicht das Schiff den Hafen und die Landtiere kommen auf den Wertungsstapel. Die Tintenfische waren leider zu lange auf dem Trockenen und kommen auf den Ablagestapel.


Am Ende einer Runde wird die Startspielerboje an den nächsten Spieler weitergegeben, es werden drei neue Handkarten gezogen und es kommen neue Gewichtsplättchen auf jedes Boot.


Am Ende der vierten Runde hat jeder Spieler alle seine 12 Karten ausgespielt und es erfolgt die Schlusswertung. Hier addiert ihr einfach das Gewicht der Tiere, die den Hafen erreicht haben und zählt die Punkte eurer Amorkarten hinzu.


Die optimale Spieleranzahl

2 bis 5 Personen können hier im lustigen Wettstreit gegeneinander Antreten. Die Anpassung aufgrund der Spieleranzahl erfolgt durch die Anzahl der Boote, von denen so viele auf dem Tisch platziert werden, wie Spieler spielen.


Aus meiner Sicht ist bei diesem Spiel der Spaß abhängig von der Spieleranzahl. Mit 2 Spieler kommen eben nur 2 Boote auf den Tisch und die Effekte der einzelnen Tiere haben sehr geringen Einfluss. Leider ändert sich dies bei 3 Spielern nur bedingt und ich finde, dass erst ab 4 Spielern der Spaß sehr groß ist und dann zu fünft seinen Höhepunkt erreicht.


Fazit

"Einer geht noch!" überzeugt mit einer echt tollen Spielidee, die zudem noch mega lustig ist. Leider kommt das Spiel erst ab 4 Spielern richtig in Fahrt. Dann macht es aber auch in einer Runde mit Erwachsenen großen Spaß. Jeder Spieler versucht hier den anderen zu ärgern und seine Tiere ins Trockene zu bringen. Ein wenig Taktik ist durchaus drin. Doch diese wird oftmals von den Gegenspielern zunichte gemacht und das Aufdecken der verdeckt gelegten Karten ist dann immer ein Highlight. Wir haben oftmals ziemlich gelacht und die Schadenfreude war groß, wenn der eigene Löwe das Tier eines Gegenspielers gefressen hat oder die List des eigenen Affen aufging und so das nächste Boot dann das Maximalgewicht überschritten hat. So eignet sich das Spiel auch für Kennerspieler hervorragend als opener oder Absacker an einem Spieleabend.


Mit 2 oder 3 Spielern fehlt mir persönlich der drive. Es ist und bleibt natürlich ein schönes Spiel. Allerdings kommt es nicht zu den großen Ketten aufgrund der Effekte der Tiere. Für einen Spieleabend mit dem Nachwuchs aber trotzdem schön und ich denke, dass auch Wenigspieler große Freude haben werden.


Round about beträgt die Spieldauer ca. 15 Minuten, so dass schnell mal eine Runde des Spiels eingeschoben werden kann.



Etwas kompliziert ist lediglich das Merken der einzelnen Tiereffekte. Hier wäre eine Übersichtskarte mit einer kurzen Erklärung der einzelnen Effekte toll gewesen. So muss man dann doch einige Male die Spielanleitung konsultieren.


Insgesamt ein schönes Spiel mit gelungenem System, welches ich gerne spiele.

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