Gaming Wolves auf Reisen - Besuch der Pressetage von Queen Games
Pressetage Queen Games – Wie ein Familienbesuch (im ausschließlich positiven Sinne)
Am 19.09. führte mein Weg mich nach Bonn-Beuel, wo Queen Games zum Pressetag eingeladen hatte. Doch bevor ich meinen Bericht beginne, möchte ich mich beim gesamten Team bedanken. Wieder einmal ist es euch gelungen, mir 2 wunderschöne Tage zu bescheren. Es ist einfach eure Herzlichkeit, die dieses Wochenende immer zu einem Erlebnis machen – dafür DANKE!!! Und natürlich sind es auch die Spiele, um die es ja hier gehen soll. Und da hat Queen Games wieder eine schöne Mischung für Kennerspieler und auch für die ganze Familie.

Wir gewohnt startete Ulrich und auch Rajiv sowie Stefan Feld ließen es sich nicht nehmen, ein paar Begrüßungsworte zu sprechen.
Neben Informationen zu den aktuellen Spielen (zu denen ich nachher im Detail komme), erfuhren wir auch was zu Orlande (dazu auch später ein klein wenig mehr) sowie zum Dauerbrenner Marrakesh. Hier wird es eine extragroße Bigbox zur SPIEL geben und auch ein Insert von Folded Space könnt ihr dort erwerben. Neben dem Insert erwartet euch noch ein Würfelturm. Für reichlich Nachschub ist also gesorgt, zumal auch noch die 3. Erweiterung auf der SPIEL in Essen erhältlich sein wird. Hier werdet ihr euch allerdings ein wenig sputen müssen, wenn ihr diese direkt aus Essen mitnehmen möchtet. Ebenfalls verkündete Ulrich, dass man in Zukunft keine Plastikteile mehr aus China beziehen wird, sondern auf deutsche Produktion setzt. Ein Schritt, den ich persönlich sehr begrüße.
Doch kommen wir nun zu dem, was euch wohl am meisten interessieren wird und für was wir alle natürlich auch da waren – den neuen Spielen, die es in Essen geben wird.
Wir starteten mit Palace Quest von Dirk Henn, der ebenfalls persönlich vor Ort war. Dirk Henn Palace Quest ist ein eigenständiges Spiel innerhalb des erfolgreichen Alhambra-Universums. Braucht man nun ein weiteres Alhambra-Spiel, werdet ihr euch fragen. Ich sage ja, denn dieses Spiel ist kooperativ. Ihr arbeitet also gemeinsam am Bau der Alhambra und das ist ganz schön tricky. In unserer ersten Runde scheiterten wir krachend bereits in Runde 3 von 5 und wagten uns sofort an eine weitere Partie. Nicht ohne Stolz kann ich sagen, dass wir in dieser einen echten Rekord hinlegten, der sogar Dirk beeindruckte…

Doch kommen wir kurz zum Mechanismus des Spiels. Euch erwarten von 5 unterschiedliche Aufgaben des Sultans, die ihr am Ende der Runden 4 bis 8 erfüllen müsst. Je später ihr einen Auftrag erfüllen müsst, desto „besser“ müsst ihr diesen erfüllen. Es geht bei den Aufträgen, zum Beispiel, um Nachbarschaften, die Mauerlänge oder darum, kein Gebäude in der Reserve zu haben. Das heißt, dass ihr die ersten drei Runden zur eigenen Vorbereitung nutzen könnt bzw. nutzen müsst.
Jeder Spieler erhält, je nach Teilnehmerzahl, eine bestimmte Anzahl von Handkarten, die gemischt und vor sich ausgelegt werden. Ein Spieler wird der Baumeister und wählt aus 4 Plättchen nun 3 aus, die gebaut werden sollen. Ist man am Zug, deckt man die oberste Karte des eigenen Stapels aus. Diese zeigt eine Zahl und einen der bekannten Juwelen. Nun kann man sich entscheiden, ob man diese Karte halten möchte oder eine neue Karte aufdecken möchte. Um eure Entscheidung zu treffen müsst ihr euch die ausliegenden 3 x 3 Raster anschauen, auf denen sich ebenfalls die Juwelen befinden. Wollt ihr ein Plättchen auf einem Feld platzieren, müsst ihr es mit dem entsprechenden Juwel bezahlen. Am besten zahlt ihr dabei passen, auch wenn Überzahlen natürlich erlaubt ist. Beim passenden Bezahlen bewegt ihr allerdings euren Punktemarker und eine gewisse Punktzahl am Ende des Spiels gehört ebenfalls zur Siegbedingung.
Insgesamt muss man schon gut zusammenarbeiten, um das Spiel erfolgreich zu bestehen bzw. die Anforderungen zu erfüllen. Es eignet sich auch sehr gut für Familien und durch die kooperative Spielweise können auch Kinder problemlos in das Spiel eingebunden werden.
Fans von kooperativen Spielen sollten sich dieses unbedingt anschauen. In meiner Gruppe kam das Spiel wirklich sehr gut an und hat uns allen Spaß gemacht. Schön wäre es, wenn, vielleicht in Form von Queenies, noch das ein oder andere Vorgaben-Plättchen dazukommen würde.

Dann wechselten wir zu den kleineren Spielen aus der Reihe "Family & Friends". Hier starteten wir mit Out of Words, welches wohl den meisten bekannt sein dürfte. Hier gibt es nun die „Music & Movies“ Variante.
Das Spielprinzip an sich hat sich nicht verändert. Ein Spieler zieht eine Karte. Auf dieser findet ihr die Kategorien Schauspieler, Interpreten, Filme und Songs. Für jede Kategorie gibt es immer zwei Begriffe und ihr dürft euch einen aussuchen. Aus welcher Kategorie gibt allerdings die oberste Karte des Nachziehstapels vor.

Out of Words ist immer noch ein klasse Spiel, welches man in großer Runde super spielen kann und welches für viel Gelächter sorgt. Bei „Music & Movies“ sollte man allerdings tatsächlich auch mit den Genres vertraut sein, ansonsten hält sich die Freude in Grenzen. Ich zum Beispiel kenne mich im Bereich Musik eben überhaupt nicht aus und hatte große Probleme. Gut, dass es die Möglichkeit gibt, eine Karte abzuwerfen, wenn man mit keinem der beide Begriffe etwas anfangen kann. Diese Regeln kann man ja auch erweitern… So sorgte dann meine Unkenntnis für recht viel, allerdings nettes, Gelächter. Und das sorgte dann dafür, dass auch mir unsere Testrunde gut gefallen hat.
Wer Out of Words mag und mit dem Thema etwas anfangen kann, bekommt ein klasse Spiel und viele tolle Abende im Kreise von Freunden.
Anschließend schauten wir uns dann „Dancing Birds“. Dancing Birds ist ein Kartenspiel und ganz einfach gesagt handelt es sich um eine Rummy-Version mit ein paar kleinen Änderungen, die insbesondere die Wertung betreffen.

Der Spieler am Zug zieht zunächst eine Karte nach. Anschließend kann er dann Karten ausspielen. Hierbei müssen Vögel mit der gleichen Zahl eine unterschiedliche Farbe haben, wohingegen Kartenreihen mit Vögeln der gleichen Farbe ausgespielt werden müssen. Dies nennt man in diesem Spiel Choreografien.
Wie beim Rummy besteht ein wesentlicher Aspekt natürlich daraus, Karten aus den Reihen der Mitspieler zu nehmen und in seine eigenen Reihen zu legen oder damit dann eigene Karten ausspielen zu können. Dies macht man dann auch, um die Länge der Reihe beim Gegenspieler zu reduzieren und die eigene Reihe zu vergrößern, da die Länge einer Reihe am Ende ausschlaggebend für die Punktzahl ist. Am Ende des eigenen Zuges wirft man dann eine seiner Karten auf den passenden Ablagestapel. Da es 4 unterschiedliche Farben gibt, hat man hier bei Dancing Birds 4 Ablagestapel und legt den Vogel eben auf den passenden Stapel. Im eigenen Zug kann man auch Karten von diesen Stapeln nehmen, um eigene Karten ausspielen zu können.
Eine laufende Runde endet, wenn eine Person die letzte Handkarte abgelegt hat. Nun gibt es eine Zwischenwertung und in dieser gibt es Punkte für die Anzahl an Choreografien und deren Länge. Minuspunkte gibt es für übriggebliebene Karten.
Das Spiel wird über mehrere Runden gespielt und endet, wenn eine Person die festgelegte Mindestpunktzahl, laut Anleitung 30, hat.
Insgesamt hat uns auch Dancing Birds sehr gut gefallen und es richtet sich an Familien und kann natürlich problemlos mit Kindern gespielt werden. Die Optik der Karten ist dabei sehr gelungen.

Was folgte war ein weiterer Ausflug in die Alhambra-Reihe und wir spielten eine Runde „Alhambra Card Game“. Ja, ich weiß, schon wieder Alhambra. Doch auch diese Version hat absolut seine Daseinsberechtigung. Dirk Henn gelingt es hier nämlich, dass Brettspiel sehr schön als Kartenspiel zu präsentieren. Dem Spiel gelingt es dabei nämlich sehr gut, das Flair des großen Bruders kompakt widerzuspiegeln. Der einzige Aspekt der wegfällt ist das Bilden der Stadtmauer. Das ist zwar schade, weil die Stadtmauer mir immer gefallen hat und taktisch einige Möglichkeiten geboten hat. Doch alles kann man wahrscheinlich nicht implementieren. Das Spielsystem ist ansonsten komplett gleich. Ist man am Zug nimmt man entweder Geld oder errichtet ein Gebäude. Bezahlt man das Gebäude passen, erhält man auch hier einen Zusatzzug und das ist Gold bzw. Punkte wert. Auch hier gibt es zwei Zwischenwertungskarten, die in den Geldstapel eingemischt werden. Die Schlusswertung wird dann ausgelöst, wenn die Gebäudeauslage nicht mehr nachgelegt werden kann.

Es gelingt hier wirklich sehr gut, dass Spiel in kompakter Form zu präsentieren. Mir gefällt das besonders gut, weil ich Alhambra eben liebe und nun ein Spiel habe, welches ich auch problemlos mit in den Urlaub nehmen kann.
Nach dem hervorragenden Abendessen ging es für uns dann nach Beijing. Dieses Spiel erscheint als Nr. 12 in der City Collection Reihe und basiert auf dem Spiel „Im Jahr des Drachen“ aus dem Jahr 2007.

Über Ausstattung und Aufmachung muss man nicht viele Worte verlieren. Hierfür bürgt die City Collection seit 2022 mit Qualität.

Am eigentlich Spielsystem des Ursprungsspiels hat sich nicht so viel geändert. So sind wir als Gouverneur einer chinesischen Provinz tätig und wollen diese über 12 Monate hinweg zu möglichst großem Wohlstand führen. Doch das ist gar nicht so einfach denn am ende jeder Runde bekommen wir es mit Herausforderungen zu tun, auf die wir uns vorbereiten müssen. So kommt es zu Hungersnöten oder es kommt der kaiserliche Steuereintreiber.

Einen wesentlichen Einfluss nimmt die Personenleiste ein. Wer nämlich auf dieser vorne steht, der darf als erstes agieren und seine Spielfigur auf eine der Aktionsgruppen setzen und eine der möglichen Aktionen durchführen. Möchte einer der Folgespieler ebenfalls dieses Feld besetzen, so kostet es drei Geld, was man eigentlich gerne sparen möchte. So können wir dann, zum Beispiel, die Ernte einholen, was wichtig für die Verpflegung unserer Einwohner ist oder Steuern eintreiben. Wie viel hängt dabei von den Personen ab, die in unserer Provinz leben. Zu Beginn des Spiels dürfen wir bereits zwei Personen wählen. Und da hat man dann die Qual der Wahl. So gibt es nämlich ältere oder jüngere Personen. Jüngere Personen sind noch agil und wir können mehr Schritte auf der Personenleiste gehen, was uns in der Spielerreihenfolge nach vorne bringt. Ältere Menschen hingegen sind etwas langsamer aber dafür im entsprechenden Beruf schon erfahrener. Dies bringt uns dann Vorteile bei Aktivierung der Person. Neue Personen gelangen dann im zweiten Schritt zu uns, indem wir eine unserer Handkarten ausspielen und entsprechende Person dann in unsere Provinz einzieht. Anschließend erfolgt dann die Ereignisphase und in dieser müssen wir dann die Katastrophen überstehen bzw. die Herausforderungen meistern.
Beijing ist ein Spiel auf Kennerniveau und es gilt dabei viel zu beachten, um erfolgreich zu sein. Das heißt, dass man auch mal negative Konsequenzen in Kauf nehmen muss. Wie eigentlich immer bei Stefans Spielen kann man sich nicht auf alle Bereiche konzentrieren, sondern muss sich fokussieren.

Immer steht man auch vor der Überlegung, ob man denn jüngere Personen oder doch eher ältere Personen nimmt. Das sorgt für viel Kopfzerbrechen und in diesem Spiel führen viele Wege zum Erfolg. Das sorgt natürlich dafür, dass man einige Partien spielen muss und wird, um seine eigene Strategie zu entwickeln.
Am nächsten Morgen stand dann noch eine Partie Manila an, was eine neue Version von Amerigo ist und als Nummer 13 in der City Collection erscheinen wird. Mein größter Kritikpunkt an Amerigo war immer der Würfelturm, der nie richtig funktioniert hat. Dies hat man hier beseitigt und es gibt einen Turm, der wirklich zuverlässig funktioniert.

Amerigo gehörte schon immer zu meinen Spielefavoriten und sofort habe ich mich heimisch gefühlt, auch wenn optisch einiges geändert wurde bzw. auch dazugekommen ist. So gibt es, zum Beispiel, jetzt einen Taifun am Ende jeder Runde, auf den wir uns natürlich vorbereiten müssen. Kleiner Tipp: Macht dies, da euch ansonsten wertvolle Punkte verloren gehen.
Euer Ziel ist es, viele Inseln zu entdecken und diese zu kultivieren, um am Ende viele Punkte zu erhalten. Das war jetzt sehr einfach gesprochen, denn es gibt unendlich viele Möglichkeiten, um Punkte zu machen. So erhaltet ihr Punkte, zum Beispiel, durch das Fertigstellen von Inseln, durch die Bewegungen durch oder das Sammeln von Ressourcen.
Am eigentlichen Spielsystem hat sich wenig geändert. So werden zu Beginn jeder Runde die Würfel, jede Farbe steht hier wieder für eine andere Aktionsmöglichkeit, in den Turm geworfen und diese kommen dann links und rechts aus diesem heraus. Die Seite auf der sich mehr Würfel befinden bestimmt dann, welche Möglichkeiten euch in der aktuellen Runde zur Verfügung stehen. Die Würfel der anderen Seite werden in den Pool der Würfel für die nächste Runde gelegt. Dabei bestimmt dann die Farbe, von der die meisten Würfel sind, die Stärke der Aktion und zur Verfügung stehen euch alle Aktionen, von denen sich mindestens ein Würfel im Pool befindet.

Reihum wählt nun jeder Spieler eine Aktion und führt diese durch. Ihr schnappt euch keine Aktionen weg. So erhaltet ihr Sandsäcke, um euch gegen den Taifun zu wappnen, führt Handel, bewegt euch durch Manila oder Fahrt mit eurem Schiff zu den unterschiedlichen Inseln.
Manila hat mir unheimlich viel Freude bereitet und hat nichts von seinem Reiz verloren. Es bietet atemberaubend viele Möglichkeiten und keine Partie wird sich gleich spielen.
Bei beiden Spielen gilt also wieder, dass sich Besitzer der alten Versionen der Spiele überlegen müssen, ob sie für die Neuerungen im System und für die besseren Komponenten das Geld investieren möchten.
Eine Kaufempfehlung gibt es meinerseits definitiv für beide Spiele.
Einen Blick durften wir auch schon auf Colorade werfen, welches 2027 als Nummer 14 der City Collection erscheinen wird. Da das Material wirklich noch absolutes Prototypen-Material ist bzw. es sich um Material handelt, welches man sich aus anderen Spielen geliehen hat, verzichte ich hier auf Fotos.
Es handelt sich um ein komplett neues Spiel, bei dem ihr einen Freizeitpark bauen werdet und Personen sich durch diesen bewegen. Der Kniff hierbei ist das Wertungssystem. So bewegen sich, je nach Aktionen, 2 Scheiben aufeinander zu. Und ´je nachdem welche Scheibe sich bewegt, kommt es eben zur Wertung in dieser Kategorie.
Das alles lang sehr interessant allerdings für mich noch vage, um eine Prognose abgeben zu können.
Thematisch wird man mit Sicherheit einige Personen catchen können, da es Spiele dieser Art dann ja doch recht wenig gibt. Wir dürfen gespannt sein, was da auf uns zukommt.
So, dass waren dann auch schon die wunderschönen 2 Tage, die wir im Kreise der "Familie" genießen durften.




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