• Tim Nau

Humboldts Great Voyage - HUCH!

Auf den Spuren von Humboldt

Humboldts Great Voyage von Huch, ein Spiel für 2 bis 4 Spieler, liegt auf dem Tisch und wir haben uns auf dessen Spuren begeben.


Ein Blick in die Spieleschachtel

Das Spielmaterial ist schön. Neben dem Spielbrett bekommen wir die Wissenssteine und Figuren in Holz und außerdem noch die Frachtplättchen, Kontaktperson und die Expeditionstableuas auf dickerer Pappe. Außerdem noch einige Schiffskarten, die sich in ihrem optischem leider nur von der Anzahl der zu erbeutenden Siegpunkte unterscheiden. Hier hätte ich mir eventuell unterschiedlich große Schiffe gewünscht, die dadurch ihre Transportkapazität zeigen.


Mega genial ist die beiliegende Kurzanleitung, die noch einmal, in toll komprimierter Form, den Spielaufbau, den Spielablauf und das Spielende darstellt.



Sehr gelungen die Anleitung, die klar und verständlich geschrieben ist.

Das Spielsystem

Das Spielsystem gestaltet sich als recht einfach und nach den ersten Zügen, ist man bereits in das Spiel eingetaucht.


Wir ziehen einen Wissensstein und planen anhand der Farbe dieses Steines unsere Reiseroute und versuchen dabei so viele Frachtplättchen wie möglich einzusammeln.

Eingeschränkte Möglichkeiten, Glücksmomente und ein wenig Tiefgang

Großen Tiefgang bekommen wir nicht geboten, da wir die Reise nur entlang der Pfeile durchführen dürfen. Aus meiner Sicht ergibt dies aber auch Sinn, da sich ja an der Reiseroute Humboldts orientiert wird.


Zunächst benötigen wir Glück beim Ziehen, da wir nur auf einem Ort der passenden Farbe unsere Reise beginnen dürfen. Dies sind immer nur 2 oder 3 Orte. Passt uns die erste Farbe nicht, dürfen wir einen zweiten Stein ziehen, von dessen Farbe wir dann allerdings starten müssen. Von diesem Ort dürfen wir alle Wissenssteine nehmen und richten mit diesen Steinen dann unsere Route entlang der Pfeile aus.

Wir platzieren also nach und nach die Steine auf dem nächsten Ort. Wenn möglich farblich passend, da wir nämlich nur dann eine Frachtkarte der entsprechenden Farbe nehmen dürfen. Vor dem Start der Reise darf sich der Gegenspieler noch einen Wissensstein (2 bei 2 Spielern) entlang der Reiseroute nehmen und diese auf seinen Schiffskarten verteilen. Die Frachtkarten, die wir uns bei einem farblich passendem Stein nehmen dürfen sind elementar, da sie zur Erledigung unserer Aufträge auf den Schiffskarten dienen und uns diese Auftragserfüllung 4, 6, 9 oder 12 Siegpunkten bringt. Je komplexer dabei der Auftrag, desto höher die Punkte. Die Komplexität richtet sich hierbei nach der Anzahl der Frachtplättchen und nach der Farbe. Bei höherwertigen Aufträgen muss neben der Farbe auch noch das entsprechende Symbol passen. Hier kommt wieder Glück ins Spiel, da von jeder Farbe immer lediglich 2 Frachtplättchen offen und der Rest verdeckt liegen. So verläuft unsere Reise dann in jedem Zug und wir bereisen im Schnitt 3 bis 6 Orte.


Haben wir dann eine oder mehrere Schiffskarten in unserem Zug erfüllt, gibt es die entsprechenden Siegpunkte. Ist es uns zusätzlich noch gelungenen den unteren Teil der Karte zu belegen, werden wir außerdem noch mit der Kontaktperson in der entsprechenden Farbe belohnt. Durch diese Kontaktpersonen kommt noch ein kleiner Taktikfaktor in das Spiel, da es zwei Optionen gibt. Zum einen können wir Kontaktpersonen sammeln und am Ende des Spiels dann Siegpunkte erhalten und zum anderen besteht die Option, eine zum Ort farblich passenden Kontaktperson auf einen zum Ort nicht farblich passenden Wissensstein zu legen. Dieser Wissensstein gilt dann als farblich passend und wir werden mit dem entsprechenden Frachtplättchen belohnt.

Ein klassisches Familienspiel

Humboldts Great Voyage ist ein klassisches Familienspiel, welches von den zahlreichen Glücksmomenten lebt. Wir ziehen einen Stein und suchen dann den Ort der entsprechenden Farbe und starten unsere Reise. Hier beschränkt sich dann die Aktivität darauf kurz zu schauen, von welchem Ort wir denn am meisten profitieren also am meisten Frachtplättchen einsammeln können.

Ein wenig Taktik kommt durch die beschriebene Möglichkeit des Einsatzes der Kontaktperson als Joker hinzu. Bei den Kontaktpersonen merkt man dem Spiel ebenfalls seine Orientierung als Familienspiel an. Es gibt nämlich insgesamt 6 unterschiedliche Kontaktpersonen wir benötigen aber nur ein Set aus 4 verschiedenen Farben, um die maximalen Punkte zu erhalten.


Das Expeditionstableau jedes Spielers weist zwei Seiten auf und es kann einmal mit verdeckten und einmal mit offenen Kontaktpersonen gespielt werden.

Das Spielgefühl

Thematisch gefällt mir das Spiel sehr gut. Humboldt wollte das Zusammenwirken aller Naturkräfte verstehen und ging am 5 Juni 1799 an Bord. Seine ursprünglich geplante Route über die Karibik und Südamerika nach Asien führte ihn letztendlich „nur“ zum amerikanischen Kontinent.

Seine Route ist nun Dreh- und Angelpunkt des Spiels und das kommt gut rüber.

Die optimale Spieleranzahl

Das Spiel ist für 2 bis 4 Spieler gedacht. Der unterschiedlichen Anzahl trägt man Rechnung, indem zu Beginn des Spiels eine gewisse Anzahl von Wissenssteinen aus dem Beutel entfernt und die weiteren in unterschiedlicher Weise verteilt. Durch die Entnahme von Steinen kommt es auch zu einer unterschiedlichen Anzahl an zur Verfügung stehenden Spielzügen, so dass das Spiel mit 2 und 3 Spielern über 6 Runden und bei 4 Spielern nur über 4 Runden spielt.

Des Weiteren darf der passive Spieler bei 2 Spielern 2 Wissenssteine der Reiseroute des Mitspielers vom Spielbrett nehmen und auf seine Schiffskarten verteilen.

Mir persönlich hat das Spiel mit 2 oder 3 Spielern am besten gefallen. 4 Spieler empfand ich, aufgrund der geringeren Anzahl an Spielzügen als zu viel, da man mit Pech zu wenig seiner Aufträge erledigen kann, wenn einem das Glück nicht so hold ist.


Immer wieder die Farbproblematik

Leider ist es auch bei diesem Spiel für Menschen mit einer Farbsehschwäche nicht einfach. Insbesondere das rot, grün und braun ist sehr schwer unterscheidbar. Dies gilt vor allem auf den Schiffskarten.


Ich kann nur immer wieder empfehlen, dass es wichtig ist, neben der Farbe auch, wann immer möglich, eine Symbolik zu verwenden.



Fazit

Humboldts Great Voyage ist ein nettes Spiel. Man muss es auch als das sehen, was es denn ist. Und das ist ein klassisches Familienspiel ohne großen Tiefgang, welches von zahlreichen Glücksmomenten lebt.


Jede Partie spielt sich prinzipiell gleich, da es lediglich unterschiedliche Frachtplättchen zu besorgen gilt und auf den Städten immer andersfarbige Wissenssteine liegen. Dies führt dazu, dass reine Kennerspieler an ihren Spielabenden wohl eher nicht zu diesem Spiel greifen werden.


Mir haben die gespielten Partien Spaß gemacht und in entsprechender Runde werde ich das Spiel auch noch das ein oder andere Mal auf den Tisch bringen. Klasse ist, dass in jedem Zug immer alle Spieler eingebunden sind und so die Downtime äußerst gering ausfällt. Mit einer durchschnittlichen Spielzeit von ca. 40 Minuten ist es ein Spiel, welches sich auch hervorragend für einen schönen Abend innerhalb der Woche handelt.


Wem familientaugliche Spiele gefallen, der sollte bei „Humboldts Great Voyage“ einen Blick riskieren.

GAMING WOLVES

Hallo zusammen.

Wir sind Nina und Tim und gemeinsam sind wir die Gaming Wolves.

In unserem Blog rezensieren wir aktuelle aber auch ältere Spiele, schreiben Kolumnen und Berichten über News aus der Welt der Brettspiele. Wir hoffen, dass wir euch mit unseren Artikeln eine schöne Auszeit geben können und diese für euch als Entscheidungsfindung dienen werden.

Wenn ihr Fragen, Wünsche, Anregungen oder Kritik habt, dann kontaktiert uns gerne.

Und nun wünschen wir euch viel Spaß!

Eure Gaming Wolves

Nina & Tim

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