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  • Tim Nau

Jurassic World - Schmidt Spiele

Jurassic World – Rückkehr zur Isla Nebular

„Jurassic World“, von Schmidt Spiele, ist ein Deckbuilding-Spiel für 2 bis 4 Spieler ab 10 Jahren von Marco Teubner.

Wir sind ein kleines Team von Wissenschaftlern und wurden auf die Isla Nebular geschickt, um einige der zurückgelassenen Forschungsergebnisse zu retten. Doch diese Mission ist nicht einfach. Die Natur hat die Insel zurückerobert und Vulkanausbrüche erschweren die Bergung der Materialien…


Ein Blick in die Spieleschachtel

Das Spielmaterial geht absolut in Ordnung. Sehr schön finde ich das Spielbrett mit den Plätzen für die zahlreichen Karten. So hat alles seinen Platz und es sieht einfach ordentlicher aus. Die Qualität der Karten geht in Ordnung. Dazu natürlich die klasse Holz-Dinos, die schön aussehen.

Die Anleitung ist gut geschrieben und überzeugt vor allem mit einer klaren Aufteilung. Zunächst wird das „normale“ Spiel erklärt und anschließend dann auf die Variante für fortgeschrittene Spieler eingegangen.


Das Spielsystem

Schauen wir uns zunächst den Spielverlauf der Einsteiger-Variante an. Der Variante für fortgeschrittene Spieler werde ich mich dann später widmen.


Das Spielsystem ist super einfach gehalten, die Regeln schnell erklärt und auch der Aufbau ist zügig abgeschlossen.


Jeder Spieler besitzt ein Startdeck aus 10 Karten. Die Masse der Karten sind blaue Aktionskarten.


Die Karten können auf unterschiedliche Art und Weise verwendet werden. Jedoch darf immer nur eine Kartenaktion genutzt werden. Schauen wir uns die Anatomie der Karten ein wenig genauer an. Nicht jedes Symbol befindet sich auf jeder Karte.


Oben auf der Karte befindet sich der Name des Auftraggebers. Dieser ist erst für die Variante von Interesse.


Rechts unten auf der Karte ist der Kaufpreis angegeben. Links findet ihr den Bernstein mit einer Zahl darin, der für die Kauf-Aktion von Interesse ist.


Dann hätten wir noch das Kisten-Symbol mit einer Zahl, welches sich links in der Mitte befindet. Dieses dient dazu, um Ausrüstungskisten auf den Plan zu legen, um Camps zu errichten oder um Vorräte aufzustocken.


Dann wäre da noch das Symbol und der Text im unteren Bereich. Hier nutzt ihr die Karten-Aktion um, zum Beispiel, Karten aus dem Deck zu entfernen, Bernstein können verwendet werden, um Ausrüstungskisten oder Camps auf dem Spielbrett zu platzieren, Camps können verlegt werden oder es kann auch eine Dinosaurier-Figur zurück auf ein leeres Vulkanfeld gestellt werden.

Neben den blauen Karten gibt es noch die roten Dinosaurier-Ei und Dinosaurier-Karten. Diese Karten müsst ihr, im Gegensatz zu den blauen Karten, beim Ausspielen nutzen.


Ein Dinosaurier-Ei befindet sich in jedem Startdeck. Durch dieses könnt ihr Dinosaurier-Karten vom Stapel ziehen. Diese ermöglichen dann die Bewegung der entsprechenden Dinosaurierfigur auf dem Spielbrett. Die Bewegung und die Effekte schauen wir uns später an.


Der Spieler am Zug führt Aktionen durch Ausspielen seiner Handkarten aus. Schauen wir uns gemeinsam die Aktionsmöglichkeiten an.


Durch Nutzung der Bernstein-Aktion kann eine Karte aus der Auslage gekauft werden. Der Kaufpreis muss erreicht oder überschritten werden. Selbstverständlich können, wie bei der Nutzung des Kisten-Symbols auch, mehrere Karten kombiniert werden, um den Kaufpreis zu erreichen. Die gekaufte Karte wird auf den persönlichen Ablagestapel gelegt – sie kann also nicht sofort genutzt werden. Wichtig: Im Falle eines Überschusses darf dieser nicht zum Kauf weiterer Karte genutzt werden.


Die Kisten können auf unterschiedliche Art und Weise genutzt werden. So können Ausrüstungskisten auf den Plan gelegt werden, ihr könnt Camps errichten oder die Vorräte aufgestocken. Wollt ihr Ausrüstungskisten platzieren, nehmt ihr die entsprechende Anzahl und verteilt diese auf dem Spielbrett. Ihr könnt aber auch bereits platzierte Kisten vom Spielplan versetzen, anstatt neue aus dem persönlichen Vorrat zu nehmen. Ihr könnt Kisten auf leere Felder oder auf Felder legen, wo sich bereits Kisten oder Camps von euch oder euren Mitspielern befinden. Ausrüstungskisten erfüllen zwei unterschiedliche Funktionen. Zum einen reduzieren sie die Kosten des Baus eines Camps, welches normalerweise 4 Kisten-Symbole benötigt. Wollt ihr, zum Beispiel, ein Camp bauen und auf dem entsprechenden Feld befinden sich bereits 2 Kisten, so müsst ihr nur noch 2 Kisten-Symbole verwenden. Platziert dann das Camp und legt die Kisten in euren persönlichen Vorrat zurück. Ein Camp kann auch auf einem eigenen Camp oder dem Camp eines Gegenspielers gestellt werden. Das „Gesamtcamp“ gehört immer dem Spieler, dem das oberste Camp gehört. Zum anderen schützen Kisten ein gebautes Camp. Wir kommen auf diesen Faktor im Bereich des Abschnitts über die Dinosaurier-Karten zurück.


Wie gesehen, werden im Laufe des Spiels Kisten und/oder Camps in den allgemeinen Vorrat wandern. Je Kisten-Symbol dürft ihr auch einen der Gegenstände wieder in den persönlichen Vorrat legen.

Unmittelbar nachdem ein Camp errichtet wurde, löst der entsprechende Spieler eine Wertung aus. Dazu wählt dieser eine der drei Wertungskarten aus dem aktiven Bereich und rückt den Zählstein entsprechend der erreichten Punkte nach vorne. Nun werden alle Karten in Pfeilrichtung weitergeschoben und die eben genutzte Karte ans Ende der Schlange gelegt.


Das Spiel kann auf drei unterschiedliche Arten enden. Ein Spieler platziert das letzte Camp aus seinem persönlichen Vorrat, der Stapel der Dinosaurier-Karten ist leer oder es wurden 2 Stapel an Aktionskarten leergekauft.


In jedem Fall wird die laufende Runde noch zu Ende gespielt.


Die Dinosaurier-Karten

Durch Ausspielen der eigenen Dinosaurier-Ei-Karte wird eine Karte vom Dinosaurierstapel gezogen. Wie auch bei den Aktionskarten wird die Dinosaurier-Karte zunächst auf den Ablagestapel gelegt und gelangt erst später auf die Hand. Mit dem Pteranodon, dem T-Rex, dem Stegosaurier und dem Triceratops gibt es vier unterschiedliche Dinosaurier.


Das Ausspielen der Karte ermöglicht es nun, den entsprechenden Dino um 1 bis 3 Felder in gerader Linie von oben nach unten zu bewegen. Auf die Bewegung darf nicht verzichtet werden. Die Bewegung endet, wenn man ein bebautes Feld oder den Rand der Insel erreicht, wenn die Figur im unteren Bereich über den Spielfeldrand hinausgezogen wird oder man 3 Schritte gegangen ist.


Erreicht man mit dem Dinosaurier ein bebautes Feld, so werden in jedem Fall alle Kisten entfernt, wenn sich auf diesem Feld Kisten und/oder ein Camp befinden. Befindet sich nur ein Camp auf dem Feld, so wird dieses entfernt. Im Falle eines mehrstöckigen Camps, wird nur das oberste Camp entfernt. Sämtliche Materialien werden in den allgemeinen Vorrat gelegt.


Varianten für fortgeschrittene Spieler

Als Variante könnt ihr noch mit den 20 Entwicklungsplättchen spielen. Ihr mischt einfach A- und B-Plättchen separat und legt dann zunächst 3 A-Plättchen an jeden Auftraggeber und anschließend 2- B-Plättchen. Den Abschluss der Reihe bildet dann das Abschlussplättchen.


Anstelle einer der dargestellten Karten-Aktion könnt ihr nun auch den Namen des Auftraggebers auf der Karte nutzen, um bei diesem Einfluss zu erhalten. Dazu spielt ihr die Karte einfach aus und, bewegt euren Marker um ein Feld weiter und erhaltet sofort den abgebildeten Bonus.


Eine weitere Variante sind individuelle Wertungen. Ihr platziert hier, wie üblich, 5 Wertungskarten auf die Felder. Die übrigen Karten kommen aber nicht zurück in die Schachtel, sondern werden als Nachziehstapel bereitgelegt. Ihr löst nun bei Errichtung eines Camps keine Wertung aus, sondern könnt die Wertungskarten regulär kaufen. Beim Kauf einer Karte wird die Wertung sofort ausgelöst und anschließend kommt die Karte auf den eigenen Ablagestapel. Dadurch gelangt sie natürlich später wieder auf die Hand und mit dem Ausspielen wird dann die Wertung erneut ausgelöst. Ihr könnt auch in einer Runde mehrere Wertungskarten kaufen. Gekaufte Karten werden sofort durch eine neue ersetzt. Für die Auslösung des Spielendes zählt der Stapel an Wertungskarten dazu.


Beide Varianten werten das Spiel eindeutig auf, da sie es taktischer machen. Ich persönlich würde immer mit diesen beiden Varianten spielen. Zum Kennenlernen empfiehlt sich allerdings die Einstiegsvariante.


Die optimale Spielerzahl

Konzipiert ist das Spiel für 2 bis 4 Personen.


Anpassungen in Bezug auf die Spielerzahl gibt es nur in der Anzahl der eigenen Camps, die zu Beginn in den allgemeinen Vorrat gelegt werden. Jurassic World lebt von der Interaktion und gehört deshalb zu den Spielen, bei denen der Spaß mit der Teilnehmerzahl steigt. Hier sogar überproportional und der absolute Höhepunkt wird bei 4 Spielern erreicht.


Mir persönlich bereitet das Spiel zu zweit eher weniger Freude.


Je nach Spielerfahrung nimmt eine Partie zwischen 45 und 60 Minuten in Anspruch.


Fazit

Als wäre es heute erinnere ich mich noch an meinen Kinobesuch von Jurassic Park – ein absolutes Highlight. Dieser Film war damals ein Meilenstein – ja schon eine Revolution was realistische Dinosaurier angeht. Bis heute sind mehrere Fortsetzungen erschienen (nicht alle waren gut) und die Technik hat sich komplett weiterentwickelt. Schmidt Spiele hat sich hier aber eine klasse Lizenz gesichert. Ich nehme vorweg, dass man daraus aber irgendwie wenig gemacht hat und man im Spiel wenig wiederfindet. Ja, natürlich das Jurassic World Logo und die Fraktionen aus den Filmen sowie ein paar Grafiken. Das war es dann aber auch schon.


Im Kern ist das Spiel, auch in der Variante für fortgeschrittene Spieler, ein Deckbuilder für Familien. Und dieser funktioniert wirklich gut und bietet eine tolle Einstiegsmöglichkeit in dieses Spielgenre.


Allerdings muss man damit leben können, dass man hier gnadenlos zerstörerisch spielen muss, indem man den Gegenspielern die Dinosaurier auf den Hals hetzt, um dadurch Camps zu zerstören. Das kann dann schon für Unfrieden sorgen und "friedliebende" Spielertypen sollten lieber Abstand von diesem Spiel nehmen.


Warum man sich, neben dem Pteranodon und dem T-Rex, jetzt für den Stegosaurier und den Triceratops entscheiden hat, will mir nicht so wirklich einleuchten, da es sich hier um friedliebende Pflanzenfresser handelt – das weiß tatsächlich auch mein dreijähriger Sohn. Hier wäre der Velociraptor, den man in den Filmen ja auch in Aktion gesehen hat, eigentlich die logischere und auch die bessere Wahl gewesen.


Insgesamt ist dies ein gelungenes Spiel, welches mit zunehmender Teilnehmerzahl immer größeren Spaß macht.






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