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  • Tim Nau

Killercruise - moses. Verlag

Sebastian Fitzek Killercruise – Findet den Mörder und rettet die Passagiere!

„Killercruise“ beim moses. Verlag erschienen, ist ein kooperatives Rätselspiel für 2 bis 4 Spieler ab 12 Jahren von Marco Teubner nach einer Idee von Sebastian Fitzek und Jörn Stollmann.



Wir wurden zu einer Kreuzfahrt eingeladen. Eigentlich ein Traum. Nur leider entwickelt sich dieser Traum schnell zu einem Albtraum, denn unser Gönner ist ein Psychopath, der einen Killer an Bord geschleust hast. Ein Passagier ist schon verschwunden. Wir müssen versuchen diese Person zu retten, den anderen Passagieren helfen und den Killer finden und das am Besten bevor er uns findet...


Ein Blick in die Spieleschachtel

Hier wird es wohl bei jedem zum ganz großen „Wow-Effekt“ kommen, wenn er das Spiel zum ersten Mal auf den Tisch bringt. Und selbst nach zahlreichen Spielen ist es bei mir immer noch so, dass ich einfach fasziniert bin, wenn sich aus der Spieleschachtel dann das opulente 3D-Modell des Schiffs entwickelt. Ganz tolle Arbeit. Nach dem Spiel kann dieses natürlich wieder in der Box verstaut werden. Es passt auch perfekt, nur irgendwie brauche ich immer wieder zwei oder drei Anläufe dafür. Auch die weiteren Materialien sind sehr ordentlich.

Die Anleitung ist gut geschrieben und lässt keine Fragen offen.

Das Spielsystem

Der Aufbau des Spiels gestaltet sich ein wenig langwierig. Nachdem ihr das tolle Schiff komplett entfaltet habt, entscheidet ihr euch zunächst für eines der 24 Rätsel und platziert die angegebenen Hinweiskarten in den entsprechenden Schiffsräumen. Nun platziert ihr zunächst das Mitteldeck und anschließend das Oberdeck des Schiffes. Den Killer und 3 der Startspielfiguren (weißer Hintergrund, weil diese noch unverwundet sind) platziert ihr nun in beliebigen Räumen. Nun erhält jeder Spieler, abhängig von der Spielerzahl, noch Figurenkarten. Ihr bereitet den Nachziehstapel, in Abhängigkeit des Schwierigkeitsgrads, vor. Abschließend mischt ihr alle Passagierkarten, zieht 4 und platziert die Passagiere in den entsprechenden Räumen. Wenn ihr dies alles erledigt habt, kann das Spiel dann endlich beginnen.


Grob unterteilt sich das Spiel in zwei Spielphasen, die aber gleich verlaufen – in die Mitteldeck- und die Unterdeckphase.


Im Mitteldeck müsst ihr den Vermissten finden. Dazu müsst ihr 4 Schiffsräume des Oberdecks aufgeschlossen haben, anschließend anhand der Raumkombination seinen Aufenthaltsort bestimmen und euch dann mit einer Person zum Ort begeben. Habt ihr den Vermissten gerettet, so hilft dieser euch und seine Spielfigur steht euch ebenfalls zur Verfügung.


Im Unterdeck müsst ihr den Psychopathen finden. Dafür müsst ihr die Räume des Mitteldecks aufschließen und dürft dann die darunterliegende Hinweiskarte lesen. So sammelt ihr nach und nach Hinweise, bis ihr anhand der darauf zu finden Informationen den Ort lokalisiert habt. Nun begebt euch mit einer Spielfigur in den entsprechenden Raum und schaut euch auf der Rätselkarte an, ob ihr richtig steht.


Das Spiel wird komplett über die

Figurenkarten gesteuert. Der aktive Spieler muss mindestens eine Figurenkarte ausspielen. Mit jeder Karte kann man eine Spielfigur bewegen, Schiffsräume aufschließen oder diese Karte in den „Sammelt hier die Schlüssel Bereich“ ablegen.


Bei der Bewegung einer Spielfigur habt ihr ebenfalls genau drei Möglichkeiten. Ihr könnt die abgebildete Spielfigur in einen angrenzenden Raum bewegen. Des Weiteren könnt ihr die abgebildete Spielfigur in den angegebenen Raum bewegen. Außerdem könnt ihr noch eine Spezialbewegung durchführen, wenn ihr mit der Spielfigur bereits im angegebenen Raum steht. In diesem Fall könnt ihr euch in einen beliebigen Raum bewegen. Dies ist natürlich eine Jokerbewegung, von der ihr möglichst Gebrauch machen solltet, weil ihr hier den Raum frei bestimmen könnt.


Um einen Schiffsraum aufzuschließen,

benötigt ihr die beiden angegebenen Schlüssel und ihr müsst euch mit einer Spielfigur im Raum befinden, den ihr aufschließen möchtet. Legt dann einfach die beiden Figurenkarten mit den entsprechenden Schlüsseln auf den Ablagestapel. Immer sehr schwierig ist der Umstand, dass sich in dem Raum, den ihr aufschließen wollt, keine Passagierkarte befinden darf. Das heißt, dass ihr einen mitgenommenen Passagier immer vorher in einem anderen Raum ablegen müsst und dann in den Raum zurückkehren müsst. Des Weiteren darf sich natürlich nicht der Killer im Raum befinden.


Des Weiteren könnt ihr noch

Handkarten in den „Sammelt hier die Schlüssel Bereich“ legen. Diese Schlüssel stehen allen Spielern zur Verfügung und können nur als Schlüssel verwendet werden. Gerade zu Beginn des Spiels, wenn ihr nur über drei Spielfiguren verfügt, nutzt ihr am besten immer die Figurenkarte der nicht im Spiel befindlichen Figur als Schlüssel oder legt diese in den Bereich für alle Spieler.


Möchte oder kann der aktive Spieler keine Handkarte mehr ausspielen, so wird wieder auf die ursprüngliche Anzahl nachgezogen. Durch dieses Nachziehen kommen dann, früher oder später, die Killerkarten ins Spiel. Diese Karten zeigen entweder einen oder zwei Killer. Zunächst zieht ihr den Killer ein oder zwei Schiffsräume weiter. Betritt der Killer dabei einen Schiffsraum mit Passagierkarte, so tötet er diesen Passagier und die Karte wird in das „Er kriegt euch“ Feld gelegt. Tötet der Killer 5 Passagiere habt ihr das Spiel verloren. Betritt der Killer einen Raum mit Spielfigur so wird diese bei der ersten Begegnung verwundet und die zweite Begegnung bedeutet dann den Tod. Für jede gezogene Killerkarte müsst ihr auch die entsprechende Anzahl, also 1 oder 2, Passagierkarten nachziehen und die Passagiere in die entsprechenden Räume legen. Außerdem müsst ihr für jede gezogene Killerkarte auch eine weitere Figurenkarte nachziehen. Dies hat zur Folge das es auch vorkommen kann, dass ihr mehrere Killerkarten nacheinander zieht und die Schritte durchführen müsst, was wiederum zur Folge haben kann, dass gerade gelegte Passagiere schnell das Zeitliche segnen. Hier ist der Glücksfaktor als recht hoch zu bewerten.

Damit Passagiere nicht sterben, müsst

ihr diese schnellstmöglich retten. Hierzu müsst ihr die Bedingung auf der Passagierkarte erfüllen. So kann es vorkommen, dass ihr mit einer bestimmten Figur den Raum des zu rettenden Passagiers betreten müsst, dass ihr einen Passagier in einen bestimmten Raum bringen müsst oder auch, dass ihr mit zwei Figuren den Raum des Passagiers betreten müsst.


Möglichkeiten das Spiel zu verlieren gibt es viele – aber ihr gewinnt das Spiel nur, wenn ihr den Psychopathen findet.


Der Widerspielwert

Oftmals ist es bei Spielen dieser Art ja so, dass nach einmaligen Spielen ein erneutes Spielen nicht möglich ist, da entweder Material „zerstört“ wird oder man die Rätsel kennt. Dies ist hier nicht der Fall. Dem Spiel liegen 2 Rätselkarten á 12 Rätseln bei. Wobei Rätsel das falsche Wort ist. Ihr platziert ja lediglich, je nach Rätselnummer für die ihr euch entscheidet, andere Hinweiskarten an unterschiedlichen Orten im Unterdeck.

Ich lasse mich mal zu der Aussage

hinreißen, dass nach 24 Spielen niemand mehr weiß, wo sich denn der Psychopath bei Rätsel 1 versteckt hatte. Und sollte dem doch so sein, so erlebt ihr 24 wunderbare Spiele. Und welches Spiel schafft es schon 24 Mal auf den heimatlichen Spieltisch?


Der Widerspielwert ist enorm hoch.


Die optimale Spieleranzahl

Konzipiert ist das Spiel für 2 bis 4 Personen.


Eine Anpassung erfolgt anhand der den Spielern zur Verfügung stehenden Figurenkarten. Im Spiel mit 2 Personen erhält jeder Spieler 6 Karten und ansonsten jeder 4. Natürlich ist dies ein Spiel, welches auch durch die Interaktion der Spieler untereinander lebt. Man plant, zumindest sollte man das tun, die Spielzüge eines jeden Spielers gemeinsam, um dann am Ende gemeinsam zu gewinnen oder aber zu verlieren. Die Spieleranzahl hat für mich keinen Einfluss auf den Spielspaß.


Natürlich steht es euch auch, dass Spiel einfach allein mit zwei oder mehr Charakteren zu spielen.


Ich persönlich spiele solche kooperativen Spiele am liebsten mit 2 Personen.


Die Spieldauer beträgt im Schnitt so 30 bis 45 Minuten.

Fazit

„Killercruise“ ist ein echter Eyecatcher. Doch kann auch das Spiel überzeugen?


Ich mache es kurz: Ja, das Spiel überzeugt. Es handelt sich hier um ein echtes kooperatives Spiel, bei dem ihr ohne gute Zusammenarbeit keine Chance habt. Besprecht immer eure Karten und überlegt euch die Züge gemeinsam denn, wie bei allen Spielen dieser Art, ist Schnelligkeit das entscheidende Element zum Spielsieg und schon die mittlere Stufe ist in diesem Spiel eine Herausforderung.


In der ersten Spielphase müsst ihr vier Oberdecks aufschließen, um den vermissten Passagier zu finden, um dadurch an die vierte Spielfigur zu gelangen. Vergesst ihr dabei die Passagiere, schlachtet der Killer diese unbarmherzig in einer rasenden Geschwindigkeit ab. Verliert ihr bereits in dieser Phase des Spiels zu viele Passagiere, so wird die zweite Spielphase dann euer endgültiger Untergang.


In dieser müsst ihr nämlich den Psychopathen finden und ihm das Handwerk legen. Dazu müsst ihr deutlich mehr Räume aufschließen, um an die Hinweiskarten zu gelangen. Ihr müsst so lange auf Kartenjagd gehen, bis ihr den Aufenthaltsraum eindeutig identifizieren könnt. Hier kommt es auch ein wenig auf das Glück an, wie konkret die Hinweise denn nun formuliert sind und welchen Hinweis ihr wann lest. Manchmal ist es leider so, dass ihr, nach endloser Mühe beim Überlebenskampf, einen neuen Hinweis freigeschaltet habt, mit den Informationen aber nichts anfangen könnt, da euch diese bereits bekannt sind. Die Anleitung spricht von 4 bis 7 Hinweiskarten, die ihr im Schnitt benötigt. In meinen Partien waren es meistens 5 oder 6 Stück.


In diesem Zusammenhang möchte ich kurz zum Rätselfaktor des Spiels eingehen, da der Begriff Rätselspiel, aus meiner Sicht, nicht passend ist. Das einzige Rätsel, welches ihr lösen müsst, ist die Bestimmung des Aufenthaltsorts des Psychopathen. Dieser ergibt sich aus der Kombination der Hinweise auf den Hinweiskarten, die ihr lediglich in einen Zusammenhang bringen müsst. So steht, z. B., auf einer Karte „Der Psychopath ist nicht in diesem oder dem gegenüberliegenden Schiffsraum“ oder auf einer anderen Karte „Der Psychopath ist mindestens 3 Schiffsräume von diesem entfernt“. Ihr handelt hier nach dem Ausschlussprinzip. Seid ihr kurz vor der Niederlage und würdet in den nächsten Runden ohnehin verlieren, habt allerdings noch drei Räume in denen sich der Killer verstecken kann, so lohnt es natürlich, auch einmal einfach auf gut Glück einen Raum auszuwählen.


Ein Kritikpunkt, aus meiner Sicht, ist der Glücksfaktor des Spiels beim Nachziehen der Karten. Ihr könnt das Spiel in drei unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen spielen. Dazu bildet ihr, je nach Stufe, 4, 5 oder 6 Kartenstapel und platziert in jedem Stapel 2 der Killerkarten, mischt die Stapel einzeln und legt diese übereinander. Die einfachste Stufe haben wir jedes Mal, ohne wirkliche Probleme, ganz locker gemeistert.

Doch bereits bei der mittleren Stufe war es so, dass wir einige Spiele verloren haben, weil die Killerkarten so schnell hintereinanderkamen, dass wir zur Reaktion kaum mehr Zeit hatten. Wenn uns noch ein wenig Reaktionszeit geblieben ist, waren wir damit beschäftigt, schnellstmöglich die Passagiere und uns selbst zu retten, so das keine Handkarten mehr für die Öffnung von Räumen zur Verfügung stand. Haben wir dann einige Personen in Sicherheit gebracht, kamen auch schon wieder die Killerkarten – ein Teufelskreislauf. Das war jetzt natürlich die Schilderung, wenn es wirklich unglücklich verläuft. Doch so schlecht läuft es nicht immer und es wird euch, gute Zusammenarbeit vorausgesetzt, gelingen, den Psychopathen zu finden, denn das Spiel ist in dieser Stufe bereits schwer aber nicht unfair. In unseren Erfolgspartien war es dann auch meistens recht knapp. Doch es übt einen ungemeinen Reiz aus und ihr spürt förmlich den Atem des Killers in eurem Nacken und die Freude über den gemeinsamen Erfolg ist dann sehr groß. Von der schwersten Stufe des Spiels möchte ich lieber nicht reden, denn dort haben wir, zumindest bis dato, immer gnadenlos versagt.


Etwas nervig ist der zeitaufreibende Aufbau des Spiels. Doch das dann folgende Erlebnis entschädigt mit einer unglaublichen Spielintensität. Selten habe ich ein Spiel gespielt, bei dem so mit gefiebert wurde. Dieses Mitfiebern dauert ungefähr 30 Minuten – zumindest dann, wenn ihr die Spielabläufe beherrscht. Die ersten Partien werden länger dauern.


Insgesamt ist „Killercruise“ ein erstklassiges Spiel, welches großen Spaß macht, bei dem man förmlich den Atem des Killers immer im Nacken spürt und das Spiel ist dabei so spannend wie ein Fitzek-Roman.

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