• Tim Nau

Magistrar - Duell der Magier - Spiel Das! Verlag

Magistrar – Duell der Magier

„Magistrar – Duell der Magier“, beim Spiel Das! Verlag erschienen, ist ein taktisches Duellspiel für 2 Spieler ab 8 Jahren von Robert Heller.



Einmal im Jahr kommen in Magistrar die mächtigsten Magier zusammen, um sich im Duell zu messen. Wir verkörpern einen dieser Magier und versuchen in 5 Duellen möglichst viel helle oder dunkle Energie zu sammeln.


Ein Blick in die Spieleschachtel

Das Spielmaterial ist schön – hier gibt es nichts zu beanstanden. Die Pappmarker haben eine ordentliche Dicke und die Holzfiguren eine gute Qualität. Besonders gut gefällt mir das Spielbrett, welches natürlich die Arena zeigt.



Die Anleitung ist sehr verständlich geschrieben und Fragen bleiben keine offen.


Das Spielsystem

Das Spielsystem ist sehr schnell verstanden und auch der Aufbau geht zügig. Ich werde euch zunächst kurz was zu den Regeln erzählen, um später dann auf die taktischen Kniffe des Spiels einzugehen.


Nachdem jeder Spieler sich für eine Farbe entschieden hat und die 30 Energieplättchen - weiße Energie, schwarze Energie und Superenergie - in seinem Stoffbeutel gut durchgemischt hat, geht es auch schon los. Eine Partie erstreckt sich über 5 einzelne Duelle. Die ersten 4 Duelle laufen gleich ab. Das fünfte Duell unterscheidet sich, da die Magier hier noch einmal all ihre Kräfte sammeln…

Die Duell-Arena

Die Spieler ziehen zufällig 6 Plättchen und verteilen diese von oben nach unten im eigenen Energiebereich. Nun kann das erste Duell beginnen.


Der Startspieler beschwört 6 Zauber – stark, mittel und schwach - und stellt die entsprechenden Figuren auf das Runenfeld. Nun reagiert der zweite Spieler und beschwört seinerseits Zauber. Hier ist es jedoch so, dass Spieler 2 nie eine gleich starke Figur wie Spieler 1 setzen darf. Dies hat natürlich zur Folge, dass man sich auch mal gegen einen Sieg oder eine Niederlage nicht wehren kann – diesen Umstand könnt und müsst ihr im Verlaufe der Partie taktisch für euch nutzen.


Nun folgt die Auswertung. Es gewinnt der Magier, der den stärkeren Zauber beschworen hat. Das entsprechende Energieplättchen wird in den Wertungsbereich geschoben. Ist dieser Schritt für alle 6 Energieplättchen abgeschlossen, schiebt jeder Spieler seinen Wertungskegel pro erobertes Plättchen in die entsprechende Richtung. Bei weißer Energie in die linke und bei schwarzer Energie in die rechte Richtung. Eine frühzeitige Fokussierung auf eine der Energien ist spielentscheidend - ich komme im Kapitel über die Kniffe des Spiels auf dieses Thema zurück.


Zusätzlich erhält der Spieler mit den meisten gewonnenen Energieplättchen noch den Duell-Marker der entsprechenden Runde. Dieser ist am Spielende 5 Punkte wert. Im Falle eines Gleichstands erhält niemand den Marker.


Nun wechselt der Startspieler und die nächste Runde beginnt.


Die Duelle 1 bis 4 verlaufen gleich. Bei Duell 5 sammeln die Magier noch einmal ihre letzten Kräfte und es kommt zu einem direkten Schlagabtausch. Nun wird jeder Kampf einzeln gespielt. Das heißt, dass der Startspieler einen Zauber beschwört und der Gegenspieler dann direkt auf diesen Zauber reagiert und anschließend dann seinerseits einen neuen Zauber auf ein anderes Feld beschwört. Hier kann es dann auch dazu kommen, dass ihr gleiche Figuren setzen müsst, wenn euch keine anderen Figuren mehr zur Verfügung stehen.


Nun kommt die finale Wertung. Hier wird lediglich auf der Energieleiste geschaut, wie viele Punkte erspielt wurden. Des Weiteren addiert jeder Spieler noch 5 Punkte je Duell-Marker hinzu.


Sonderfall Superenergie

Im Beutel jedes Spielers befinden sich 2 Plättchen Superenergie. Superenergien, die einem Plättchen gegenüberliegen, gelten als gewonnene Begegnung. Auch das Setzen einer Figur durch den entsprechenden Magier ist nicht nötig. Der andere Magier hingegen muss eine Figur setzen. Für jede gewonnene Begegnung mit Superenergie dürfen wir unseren Wertungskegel auf einer beliebigen Energieleiste um 2 Felder weiterziehen.


Liegen sich 2 Superenergien gegenüber neutralisieren sich diese und die Begegnung endet unentschieden – dies ist der einzige Fall, wo keiner der Magier gewinnt.


Die Spielvarianten

Dem Spiel liegt gleich Material für drei Varianten bei, die ich euch kurz darlegen möchte. Es empfiehlt sich, zunächst eine Partie komplett ohne eine Erweiterung zu spielen um den Grundmechanismus kennenzulernen.

Die Magierkarten

Variante Magierkarten: 4 Magierkarten liegen dem Spiel bei. Jeder Magier weist hierbei eine andere Eigenschaft auf. Diese sind recht gut ausbalanciert und keine der Eigenschaften wirkt sich jetzt komplett spielverändert aus. Es ist einfach eine sehr nette Ergänzung, die mir viel Spaß macht und die ich in meinen Partien immer nutze.

Die Duellkarten

Variante Duellkarten: 15 Duellkarten

liegen dem Spiel bei. Zu Spielbeginn zieht ihr 4 und legt diese verdeckt neben den Spielplan. Vor jedem Duell, mit Ausnahme des fünften Duells, deckt ihr eine Karte auf und diese Karte gilt dann bis zum Ende der Duellrunde. Auch die Duellkarten stellen eine sehr schöne Ergänzung dar und je nach Karte sollte man seine Taktik auch genau überdenken und ggfs. sogar umstellen, um zusätzliche Punkte zu sammeln.


Variante Großmagier: In einer Runde „Best of Five“ versucht ihr den Titel Großmagier zu erringen. Hier kommen die goldenen Superenergien ins Spiel. Der Verlierer einer Partie darf sich immer eine goldene Superenergie in seinen Beutel mischen. Bei der Energie-Wertung zählt diese Energie 3 Punkte und bei der Duell-Wertung erhaltet ihr einen Bonus von +1 wenn es darum geht, anhand der gewonnenen Begegnungen den Sieger zu bestimmen. Ebenfalls eine nette Beigabe. Allerdings wohl die Variante, die man am wenigsten spielt. Zumindest bei mir ist es so, dass diese Spielvariante eher mal „kurz zwischendurch“ auf den Tisch kommt.


Die Kniffe des Spiels

„Magistrar“ ist ein sehr einfach zu spielendes Duellspiel, welches aber mit einigen Kniffen aufwarten kann, die das Spiel taktisch und spannend machen.


Da hätten wir die unterschiedlich starken Zauber, die durch die Spielfiguren symbolisiert werden. Jeder Spieler verfügt natürlich über die gleiche Anzahl. Am Ende jeder Runde werden die gesetzten Figuren aber abgeräumt und sie stehen euch nicht mehr zur Verfügung. Hier muss man schon ein wenig Nachdenken, welche Figuren man denn nun setzt. Setzt eure Figuren immer so ein, dass ihr kampffähig bleibt.


Je weiter ihr auf einer der Leiste nach vorne kommt, desto mehr Punkte erhaltet ihr natürlich. Daher ist es wichtig, dass ihr euch schon recht frühzeitig auf eine bevorzugte Energie festlegt. Mitunter kann es aber auch elementar wichtig sein, den Gegner am Vorankommen zu hindern und ihn in die andere Richtung laufen zu lassen. Hier könnt ihr euch den Umstand zunutze machen, dass der Gegner nicht eine gleichstarke Figur einsetzen darf. Wirkt ihr einen schwachen Zauber, so verliert ihr den Kampf auf jeden Fall.


Die Duellmarker sind elementar wichtig. Wenn der Ausgang der einzelnen Runden nicht ungefähr ausgeglichen ist, könnt ihr das Spiel nicht mehr gewinnen. Lediglich ein einziges Mal in sehr vielen Partien konnte ich bei einem 1:3 noch einen Gesamtsieg verbuchen.


Fazit

„Magistrar“ ist ein Spiel, welches ich überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Wohl auch, weil mir der „Spiel Das! Verlag“ nicht bekannt war. Nur durch Zufall bin ich auf der SPIEL beim Stand vorbeigekommen und konnte mich dort dann auch mit Verlagsinhaber Robert Heller unterhalten, der auch noch Autor dieses Spiels ist.


„Magistrar“ ist ein tolles Duellspiel welches trotz der einfachen und sehr eingängigen Regeln, mit einer tollen taktischen Tiefe punkten kann, die ich euch im Part über die Kniffe des Spiels versucht habe zu verdeutlichen. Wirklich toll ist auch, dass hier keine Partie der anderen gleicht, da jeder Kontrahent eine andere Taktik spielt und es in diesem Spiel keine Non-Plus-Ultra Strategie gibt. So muss man sich ,auch als vermeintlicher Könner, auf jeden Gegner neu einstellen.


Lediglich die so hohe Wichtigkeit der Wertung der Duellmarker finde ich etwas unglücklich.


Hat man die Regeln einmal verinnerlicht, so dauert eine Partie, welche ja aus 5 Runden besteht, keine 20 Minuten. Somit eignet sich dieses Spiel perfekt für eine schnelle Runde zwischendurch.


Insgesamt ein echt tolles Spiel und eine Empfehlung für alle, die öfters reine 2-Personen-Spiele spielen.


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