Naishi - Board Game Circus
- Tim Nau
- 21. Aug.
- 4 Min. Lesezeit
Naishi
„Naishi“, als deutsche Ausgabe bei Board Game Circus erschienen, ist ein Kartenspiel für 2 Personen von Mathieu Bieri und Alex Fortineau.

Die Spieler versuchen eine eigene Provinz aufzubauen. Doch die Regeln des Shoguns sind streng und so müssen unsere Karten in einer bestimmten Reihenfolge bringen, damit unsere Provinz überhaupt Punkte bringt.
Ein Blick in die Spieleschachtel
Das Spiel kommt in einer ganz kleinen Schachtel daher. In dieser befinden sich auch lediglich 55 Karten, 4 Holz-Token, ein Wertungsblock und die Anleitung. Die Karten haben eine wirklich gute Qualität und die Illustrationen auf diesen gefallen mir ausgesprochen gut.

Die Anleitung ist klasse geschrieben und Fragen sollten keine offenbleiben.
Das Spielsystem
Das Spielsystem ist schnell verstanden und auch nicht sonderlich schwer. Was eigentlich im Spiel steckt, merkt man schnell im Rahmen der ersten Partie.
Bevor wir uns kurz die Regeln gemeinsam kurz anschauen, werfen wir einen Blick auf die Grundlagen. Ihr habt immer 5 Karten auf der Hand und 5 Karten in der Auslage. Beides zusammen ist eure Provinz, die am Ende des Spiels gewertet wird. Immer beachten müsst ihr, dass ihr die Position von Karten, weder von denen in der Hand noch von denen in der Auslage, nicht tauschen dürft. Dies ist nur mit Nutzung des Kaiserhofs möglich, auf den wir gleich noch zu sprechen kommen.
Seid ihr am Zug, könnt ihr 1 von 4 Aktionen nutzen. Schauen wir uns diese an.

So könnt ihr eine Karte nehmen und vor oder nach dieser Aktion noch eine Bonusaktion nutzen. Ihr werft eine Karte aus der Hand oder der Auslage ab und ersetzt die abgeworfene Karte durch die Karte vom Markt, die sich an derselben Position wie die abgeworfene Karte befunden hat. Vor oder nach dem Tausch der Karten könnt ihr eine Bonusaktion auf dem Kaiserhof nutzen. Hierfür stehen euch 2 Gesandte zur Verfügung, die ihr auf die entsprechende Position auf der Karte des Kaiserhofs platzieren müsst. 2 verschiedene Bonusaktionen stehen euch zur Verfügung. So könnt ihr entweder von 2 verschiedenen Marktstapeln die oberste Karte abwerfen oder Karten vertauschen. Das Vertauschen ist, aus meiner Sicht, die Aktion, die eigentlich in jedem Spiel gemacht wird und die auch essentiell ist, um stark zu punkten. Ihr könnt nämlich 2 Karten vom Markt, 2 Karten der Auslage, 2 Karten der Hand oder 1 Karte der Hand mit einer Karte der Auslage getauscht werden.
Eine weitere Aktionsmöglichkeit ist das Erlassen eines Dekrets. Achtung, denn diese Aktion kann nur einmal im Spiel von einem Spieler genutzt werden und der dafür einzusetzende Gesandte bleibt auch den Rest des Spiels auf diesem Feld stehen – ihr erhaltet ihn nicht zurück! Durch diese Aktion könnt ihr entweder 1 Karte der Hand mit der Karte an derselben Position des Gegenübers tauschen oder 1 Karte der Auslage mit der Karte an derselben Position in der Auslage des Gegenübers. Tendenziell ist es in meinen Partien eher so gewesen, dass die zweite Möglichkeit genutzt wird, weil man bei der ersten Möglichkeit eben nicht weiß, welche Karte man bekommt. Mit der zweiten Option besteht natürlich auch die Möglichkeit, dem Gegenspieler ordentlich die Suppe zu versalzen.

Als weitere Aktion könnt ihr Gesandte zurückerhalten. Ihr erhaltet mit dieser Aktion eure eingesetzten Gesandten auf den Feldern des Kaiserhofs zurück.
Dann gibt es noch die Aktion zum vorzeitigen Auslösen des Spielendes. Diese kann genutzt werden, sobald mindestens ein Marktstapel leer ist. Der Gegenspieler hat noch einen Zug und anschließend erfolgt dann die Schlusswertung.
Das Spielende wird dann ausgelöst, wenn 2 Marktstapel leer sind.
Die Wertung
Am Spielende legt ihr eure Handkarten in genau der gleichen Reihenfolge unter die Karte der eigenen Auslage. Dies ist nun die Provinz, die gewertet wird.
Und Punkte ist ja genau das, was mir mit unserer Provinz erzielen möchten. Die Möglichkeiten Punkte zu erhalten sind mannigfaltig.
So gibt es nämlich insgesamt 12 unterschiedliche Kartentypen, die alle unterschiedliche Voraussetzungen haben, um damit Punkte zu erzielen. So benötigt ihr, zum Beispiel, beim Reisfeld eine möglichst große Gruppe wohingegen der Berater je nach Position in der Provinz Punkte gibt. Da es jede Karte nur in einer bestimmten Anzahl gibt, werdet ihr hier nicht drum herumkommen eure Taktik auch mal umzustellen. Doch genau das macht das Spiel aus.
Fazit
Es gibt Spiele, die schaffen es mich bereits während der ersten Partie zu überzeugen. Und so ein Spiel ist Naishi tatsächlich. Es vereint ein einfaches Spielsystem mit einer Vielzahl an taktischen Möglichkeiten bzw. Herangehensweisen. Und dazu bin ich auch ein Fan von Spielen mit Japan-Thema.
Ich bin immer speziell auch auf der Suche nach Spielen, die man mit 2 Personen sehr gut spielen kann, da ich eben sehr oft auch alleine mit meiner Frau spiele. Naishi ist ein reines 2-Personen-Spiel.
Die Regeln sind erst einmal ziemlich einfach. Doch bereits bei den ersten Zügen merkt man, was für einen Hirnverzwirbler wir doch hier vor uns haben. Es gibt zahlreiche Taktiken, um Punkte zu generieren. Die Voraussetzungen der einzelnen Karten finden wir in der Anleitung, auf einer Spielerhilfe und auch auf den Karten selbst. Das ist sensationell gut gelöst und spätestens nach 2 Spielen reicht dann auch ein Blick auf die Karte um zu erkennen, wie man diese denn spielen muss.
Weitere Pluspunkte sind noch, dass das Spiel mit super wenig Material auskommt und man es somit perfekt überall hin mitnehmen und spielen kann. Auch ist die Spieldauer mit knapp 20 Minuten gering, so dass man schnell eine Partie zwischendurch einschieben kann.
Insgesamt für mich ein echtes Highlight und somit eine ganz klare Empfehlung.
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