• Tim Nau

Rajas of the Ganges (Roll&Write) - Huch

Rajas of the Ganges – The Dice Charmers

„Rajas oft he Ganges – The Dice Charmers“ bei Huch erschienen, ist ein Roll-and-Write-Spiel für 2 bis 5 Spieler vom Autorenduo Inka und Markus Brand.



Der Großmogul wünscht sich ein Erblühen der Provinzen seiner Landesfürsten. Es sollen Straßen gebaut, Handel betrieben und der Ganges befahren werden. Der Fürst selbst und andere Personen im Palast sind zur Unterstützung bereit.


Also, steigt zum angesehensten Landesfürsten auf.


Ein Blick in die Spieleschachtel

In der Spielschachtel befinden sich zwei dicke, doppelseitig bedruckte Blöcke, 8 wirklich tolle Würfel, Ablagetableaus für diese und einen Elefanten, den man zusammenstecken kann.



Die Anleitung ist, bis auf die Ausnahme des Passus der Wegeplatzierung, ordentlich geschrieben und dank der guten Beispiele ist man sehr schnell mit den Regeln vertraut.

Das Spielsystem

Das Spielsystem ist wirklich klasse und sehr schnell verstanden. Zu Beginn des Spiels entscheidet ihr euch entweder für die Sonnen- oder die Mondseite. Diese unterscheiden sich in der Anordnung der Boni und sorgen dadurch für ein anderes Spielerlebnis, da andere Ketten gebildet werden.


Das Spiel wird über 8 Würfel gesteuert,

welche 4 unterschiedliche Farben aufweisen. Mit den lilafarbenen Würfeln sammelt ihr Waren, mit grünen Würfeln baut ihr Wege, mit blauen Würfeln fahrt ihr mit eurem Boot den Ganges entlang und Palastaktionen führt ihr mit den orangenen Würfeln durch. Auf die Aktionen gehe ich später noch ein klein wenig genauer ein.


Der Startspieler würfelt alle Würfel und nimmt sich den Würfel, dessen Aktion er durchführen möchte. Diesen legt er auf sein Ablagetableau und den zweiten Würfel der gleichen Farbe legt er auf den Elefanten. Anschließend wird dann, immer von links nach rechts, die Aktion abgestrichen. Eventuelle Folgeaktionen werden ebenfalls abgestrichen – dieser Punkt wird leicht vergessen.


Anschließend wählt dann der nächste Spieler einen der ausliegenden Würfel und führt seine Aktion durch. Möchte dieser den Würfel nutzen der sich auf dem Elefanten befindet, so kostet ihn dies ein Karma. Nun kann er diesen Würfel und einen weiteren Würfel der Auslage neu werfen und sich für einen dieser beiden Würfel entscheiden. Der andere Würfel kommt wieder auf den Elefanten. Dies ist ein wichtiges Element und sollte nicht vergessen werden. Insbesondere in der Endphase des Spiels, die manchmal schneller kommt als man denkt, solltet ihr davon Gebrauch machen, um noch möglichst viele Punkte zu ergattern.


Hat jeder Spieler einen Würfel – im Spiel mit 2 Personen zwei– genommen, so endet die Runde und der Startspieler-Elefant wird an den Folgespieler weitergegeben.


Das Spiel endet, wie auch bei der

großen Schwester, sobald es einem Spieler gelingt, dass sich die Einträge auf der Geld- und Ruhmesleiste überschneiden. Nun wird die Runde noch zu Ende gespielt, damit jeder die gleiche Anzahl an Spielzügen hatte. Gewonnen hat am Ende der Spieler, dessen Überschneidung am weitesten ist. Seid euch also nicht zu sicher, auch wenn ihr das Spielende ausgelöst habt kann der Sieg an euren Gegenspieler gehen. Wie beim Brettspiel auch habe ich hier nämlich schon Spiele erlebt, wo es noch faustdicke Überraschungen gab, als ein Spieler im letzten Zug noch einmal richtig klasse gepunktet hat und dadurch dann vorbeigezogen ist.


Kurzüberblick über die Aktionen

Über den lilafarbenen Würfel erhaltet ihr immer 2 Waren, die ihr dann auf dem Markt verkaufen könnt. Achtet immer darauf, dass ihr auch ausreichend Waren habt, wenn ihr durch eine andere Aktion einen Markt eröffnet. Mit dieser Aktion lässt sich viel Geld generieren da der Preis immer weiter ansteigt. Habt ihr alle Waren eines Zeltes verkauft, erhaltet ihr auch noch eine Zusatzaktion.


Mit Hilfe des blauen Würfels bewegt ihr euer Boot den Ganges entlang. Hier erhaltet ihr immer den Bonus entsprechend des Feldes, auf dem euer Boot stoppt. Durch einige Aktionen könnt ihr auch wieder zurückbewegen, was sich gelegentlich sehr lohnen kann.


Der orangefarbene Würfel ermöglicht es euch, die Hilfe von Personen aus dem Palast in Anspruch zu nehmen. So gibt es zum Beispiel die Maharani die euch ein oder zwei Felder auf dem Fluss vorwärts fahren lässt oder die Händlerin die für euch 2 beliebige Waren verkauft.


Mit dem grünen Würfel baut ihr Wege.

Sobald ihr auf ein Feld mit einem Gebäude kommt, gilt dieses als gebaut und ihr erhaltet Ruhmespunkte. Des Weiteren gibt es an den Rändern noch Zusatzaktionen die aktiviert werden. Der grüne Würfel war immer der begehrteste Würfel. Es hat sich auch gezeigt, dass es sich absolut lohnt schnell seine Gebäude aufzuwerten, um mehr Ruhmespunkte beim Gebäudebau zu erhalten.


Euer Ziel muss es sein, möglichst lukrative Ketten zu erzeugen.


Die optimale Spieleranzahl

Konzipiert ist das Spiel für 2 bis 5 Personen. Im Spiel mit 2 Personen hat jede Runde 2 Durchgänge, bevor der Startspieler wechselt.


Der Spielspaß ist in diesem Spiel nicht abhängig von der Teilnehmerzahl und überzeugt in jeder Gruppengröße. Die Spieldauer lag in meinen Partien immer bei gut 30 Minuten.


Fazit

Im Jahr 2017 erschien „Rajas of the Ganges“ und das Spiel gehört zu den Spielen, welches bei mir wohl mit am meisten auf dem Spieltisch gelandet sind. Über die Umsetzung als Roll-and-Write-Spiel habe ich mich riesig gefreut. Wer das Brettspiel kennt, dem werden alle Elemente sofort bekannt sein und man fühlt sich umgehend heimisch. Doch kann das Spiel auch überzeugen und wie gut transportiert es das Flair des Brettspiels?


Ich mache es kurz: Ja, das Spiel überzeugt komplett. Es ist herausragend gelungen, das Brettspiel als Roll-and-Write-Spiel umzusetzen und auch das Flair der großen Schwester zu transportieren.



Das Spiel startet recht gemächlich und es dauert auch etwas, bis es an Fahrt aufnimmt. Doch nach spätestens 4 Durchgängen zieht das Tempo dann rasant an und durch Folgeaktionen sind klasse Kettenreaktionen möglich, die das Punktekonto schnell nach oben klettern lassen. Dies macht einen ungemeinen Reiz aus und sorgt dafür, dass das Spiel taktisch anspruchsvoll ist. Ein wirklich guter Zug kann wie folgt aussehen. Man nutzt den grünen Würfel, baut einen Weg und eröffnet dadurch einen Markt. Mit dieser Verkaufsaktion verkauft man dann alle Waren eines Zeltes und schaltet die Zusatzaktion „Bewegung auf dem Ganges“ frei. Mit dieser Bewegung gelingt es euch dann auch noch eine Palastaktion freizuschalten, die euch wiederum ermöglicht erneut Wege zu bauen. Dieses Beispiel könnte man noch weiterspinnen. Es gilt folglich bei diesem Spiel einiges zu beachten und die Folgeaktionen immer im Auge zu behalten.


Downtime gibt es so gut wie keine. Der eigene Würfel ist, zumindest meistens, sehr schnell ausgewählt. Die Interaktion untereinander ist sehr gering und findet eigentlich nur statt, wenn jemand einen dringend benötigten Würfel nimmt, den man selbst gerne gehabt hätte. Hier leistet die Möglichkeit des Einsatzes von Karma dann gute Dienste, um doch noch eine Chance auf den Würfel zu bekommen. Es handelt sich hier um ein recht solitäres Spiel.


Nur eine ganz kleine Kleinigkeit gibt es

dann doch zu kritisieren. Da legt man dem Spiel schon so einen tollen Elefanten bei, macht diesen dann aber so groß, dass er zusammengebaut nicht in die Schachtel passt. Ein wenig kleiner wäre praktischer gewesen. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau. So nehme ich den Elefanten halt nach dem Spiel auseinander und packe ihn ein.


Insgesamt ein erstklassiges Spiel und eine klare Empfehlung. Endlich kann man „Rajas oft he Ganges“ auch mit in den Urlaub nehmen oder auf der Terrasse spielen.

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