• Tim Nau

Sagani - Skellig Games

Sagani – Elemente im Gleichgewicht

„Sagani“ bei Skellig Games erschienen, ist ein Plättchenlegespiel für 1 bis 4 Spieler von Uwe Rosenberg.



Wir betreten eine Welt, die von Naturgeistern bevölkert wird. Diese streben danach, im Gleichgewicht zu leben. Unsere Aufgabe ist es, die Harmonie zurückzubringen, damit die Naturgeister sich zeigen.


Ein Blick in die Spieleschachtel

Das Spielmaterial ist gelungen. Die 72 Plättchen mit den Naturgeistern sind schön illustriert und dick. Außerdem gibt es noch einen Startspielermarker, das Spielbrett, welches als Punkteleiste fungiert und Holztoken.



Die Anleitung ist gut geschrieben und Fragen bleiben keine offen.

Das Spielsystem

Das Spielsystem ist schnell verstanden und der Aufbau des Spiels zügig erledigt. Hier muss jedoch kritisch angemerkt werden, dass dem Spiel kein Beutel für die Naturgeist-Plättchen beiliegt und man beim Legen der Nachziehstapel schon ein wenig wegschauen sollte. Wir haben uns mit einem Beutel aus einem anderen Spiel geholfen.


Bevor ich auf die Regeln des Spiels eingehe, möchte ich euch kurz was zum Aufbau der Plättchen erklären.


Es gibt vier unterschiedliche Farben, die die vier Naturgeister (Erde, Wasser, Feuer und Luft) repräsentieren. Jedes Plättchen weist 1, 3, 6 oder 10 Siegpunkte auf. Je nach Siegpunktanzahl gibt es 1, 2, 3 oder 4 Verbindungen die erreicht werden müssen, um den Geist erscheinen zu lassen. Je „höherwertig“ der Geist ist, umso mehr Verbindungen werden benötigt, damit dieser Geist im Einklang mit seiner Umgebung ist. Die 5 Plättchen in der Auslage liegen immer offen und ihr erkennt in welche Richtung die Verbindung erfolgen müsst. Grundsätzlich dürft ihr die Plättchen beliebig drehen.



Der Startspieler wählt nun aus den zur Verfügung stehenden Plättchen. Das erste Plättchen darf er einfach vor sich platzieren. Mittig auf dem Plättchen werden nun so viele Klangscheiben gelegt, wie Verbindungen nötig sind, um die Harmonie zu erzeugen. Jedes Folgeplättchen muss mit einer Kante an ein bereits liegendes Plättchen platziert werden.


Immer dann, wenn der Spieler nicht ausreichend eigene Klangscheiben zur Verfügung hat, um diese auf das genommene Plättchen zu legen, muss dieser Missklangscheiben nehmen und das Plättchen damit bestücken. Jede dieser Scheiben kostet einmalig 2 Minuspunkte. Von nun an sind diese Scheiben im Besitz des entsprechenden Spielers.


Nach der Bestückung mit Klang- bzw.

Missklangscheiben prüft man, ob Harmoniebedingungen erfüllt sind. Eine Harmoniebedingung ist erfüllt, wenn der Pfeil eines Naturgeistes in die Richtung eines geforderten Naturgeistes zeigt. Dies muss nicht angrenzend der Fall sein. Es reicht, wenn in der entsprechenden Richtung ein entsprechender Geist liegt. Ist das der Fall, so wird die Klangscheibe von der Mitte des Plättchens auf den entsprechenden Pfeil gelegt, um dies zu signalisieren. Sind nun auf diese Weise alle Bedingungen eines Naturgeists erfüllt – alle Klangscheiben liegen also auf den entsprechenden Pfeilen – erhält der Spieler alle seine Scheiben zurück und der Geist wird umgedreht. Weiterhin kann er aber als Erfüllungsbedingung für einen anderen Geist genutzt werden. Mit dem Umdrehen des Plättchens erhält der Spieler dann auch seine Siegpunkte und rückt den Marker vor.


So nehmen die Spieler nacheinander Plättchen aus der Auslage. Liegt nur noch ein Plättchen in der Auslage so darf der aktive Spieler sich entscheiden dieses zu nehmen oder, alternativ, das oberste Plättchen des Nachziehstapels. Die Plättchen im Nachziehstapel liegen allerdings verdeckt. Der Spieler erkennt die Siegpunkte und Farbe des Plättchens nicht aber die Verbindungsrichtung. Entscheidet er sich für das Plättchen des Nachziehstapels, platziert er dieses regelkonform in seiner Auslage und das Plättchen der Auslage wird in den Intermezzo-Bereich gelegt. Dieser bietet Platz vier 4 Plättchen. Vor dem Nachfüllen der Auslage mit 5 neuen Plättchen wird geprüft, ob sich 4 Plättchen im Intermezzo-Bereich liegen. In umgekehrter Reihenfolge dürfen die Spieler nun ein Plättchen aus der Auslage nehmen und platzieren. Die umgekehrte Reihenfolge soll dem zurückliegenden Spieler ein wenig die Chance geben, den Rückstand aufzuholen. Diese Art von Gummiband-Mechanik gefällt mir sehr gut. Die Anzahl der Intermezzi differiert von Spiel zu Spiel. Selbst im Spiel mit 2 Personen hatten wir Partien dabei, in denen es nicht zu einem Intermezzo kam, weil meistens einfach das letzte Plättchen der Auslage genommen wurde.


Das Spielende wird eingeläutet sobald

der erste Spieler die zu erreichenden Punkte, diese unterscheiden sich je nach Spielerzahl, erreicht bzw. überschritten hat. Das Spiel wird nun noch solange fortgeführt, bis der rechte Sitznachbar des Startspielers seinen Zug durchgeführt hat. Dies führt dazu, dass es auch noch im Rahmen des letzten Spielzugs zu Überraschungen kommen kann, was unheimlich interessant ist. Zu sicher sollte man sich daher nicht sein. Tendenziell ist es auch so

, dass die Runden sehr knapp ausfallen.


Die optimale Spieleranzahl

Konzipiert ist das Spiel für 1 bis 4 Spieler. Auf den Solo-Mechanismus gehe ich später gesondert ein.


Eine Anpassung aufgrund der

Spieleranzahl erfolgt über die zu erreichenden Punkte – je mehr Spieler, desto weniger Punkte müssen erreicht werden. Die Spieldauer liegt bei jeder Spielerzahl bei ungefähr 45 Minuten.


„Sagani“ ist ein Spiel, welches sich mit 2 Spielern deutlich planbarer spielt als mit 4 Spielern, da man in jeder Runde immer 2 oder 3 Plättchen der Auslage erhält. So kann man deutlich besser taktieren und auch mal dem Gegenspieler ein für ihn sehr wichtiges Plättchen wegnehmen und erhält, zumindest meistens, trotzdem später noch ein Plättchen, welches für einen selbst wichtig ist. Mit mehreren Spielern spielt dann das Glück eine immer größere Rolle. Ich selbst spiele das Spiel daher am liebsten in Zweierbesetzung.


Auch Freunde des Solo-Spiels werden bei „Sagani“ berücksichtigt. Es gibt mit einer kürzeren und einer längeren Variante zwei unterschiedliche Möglichkeiten, das Spiel zu spielen. Wesentlicher Unterschied zum Mehrspielerspiel ist, dass es keine Auslage von Plättchen gibt. Es muss immer das nächste Plättchen genommen werden.


„Sagani“ macht auch alleine großen Spaß.


Fazit

„Sagani“ ist das neue Plättchenlegespiel von Uwe Rosenberg und richtet sich vor allem an Familienspieler. Doch auch Kennerspieler werden ihren Spaß haben. Das Spiel ist eine Mischung aus Plättchenlege- und Puzzlespiel.


Die Regeln sind sehr schnell verinnerlicht und das Spiel läuft sehr flüssig. Dank der angenehmen Spieldauer von knapp 45 Minuten, bleibt es selten bei einer Partie bzw. es kann auch eine Partie schnell am Abend eingeschoben werden.


Was dann folgt ist nichts wirklich neues. Wir nehmen ein Plättchen aus der Auslage und platzieren es in unser "Gebiet". Ein wenig planerische Arbeit müssen wir dafür natürlich leisten, da die eigenen Klangscheiben ansonsten schnell verbraucht sind. In die Planung sollten daher auch schon die weiteren Plättchen der Auslage mit einbezogen werden, was allerdings nur bei 2 Spielern wirklich gut möglich ist. Dies führt dazu, dass das Spiel mit mehr Personen deutlich glückslastiger wird. Spaß macht es allerdings trotzdem.



Wirklich schön ist das Thema und die dafür verwendeten Illustrationen. Diese sorgen für eine wirklich stimmige Atmosphäre am Spieltisch.


Ich bin mir ein wenig unklar darüber, ob es das Intermezzo wirklich bedurft hätte. Ja, diese Mechanik soll den hinten liegenden Spielern einen kleinen Vorteil verschaffen. Doch in der Realität ist es oftmals so, dass das Intermezzo kommt, wenn wenig Klangscheiben zur Verfügung stehen und man Missklangscheiben in Kauf nehmen müsste, was Minuspunkte kostet. Gut, sie wandern ja dauerhaft in den eigenen Vorrat und somit werden die zukünftigen Möglichkeiten erhöht. Also durchaus ein Gedanke. Oftmals wird man allerdings einfach passen, weil die Plättchen nicht in das persönliche Konzept passen.


Ein weiterer Kritikpunkt ist der fehlende Beutel, der den Aufbau deutlich erschwert.



Mich rein persönlich hat das Spiel jetzt nicht komplett begeistert, was aber einzig und allein daran liegt, dass ich zahlreiche Plättchenlegespiele besitze und mir hier dann doch die Innovationen fehlen. Dennoch hat „Sagani“ mir schöne Stunden beschert und ich werde das Spiel noch öfter auf den Tisch bringen. Wer noch ein Plättchenlegespiel mit Puzzleeinschlag sucht, der sollte einen Blick riskieren.

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