• Tim Nau

Santa Monica - AEG

Santa Monica – Unser Weg zum Traumstrand

„Santa Monica“, bei AEG erschienen und von Skellig Games auf Deutsch lokalisiert, ist ein Kartenlegespiel für 2 bis 4 Spieler ab 14 Jahren von Josh Wood.



Wir versuchen den ansprechendsten Strandabschnitt in Südkalifornien zu errichten. Unterschiedliche Merkmale bringen uns hier die Punkte.


Ein Blick in die Spieleschachtel

Das Spielmaterial ist absolut gelungen. Ich mag die Karten mit den Illustrationen in den Pastellfarben. Sämtliches Pappmaterial ist auf dicker Pappe. Dazu kommen die Holzfiguren und die Sanddollar.



Die Anleitung ist verständlich geschrieben und Fragen bleiben eigentlich keine offen. Lediglich bei den Punkteerklärungen muss man noch gelegentlich nachschauen.


Das Spielsystem

Das Spielsystem ist super schnell verstanden und der Spielaufbau ist zügig abgeschlossen. Der Einstieg in das Spiel kann folglich sehr schnell erfolgen. Doch um wirklich hohe Punktzahlen zu erzielen, ist einiges an Denkarbeit zu verrichten.


In eurem Zug führt ihr lediglich 3 kleine Aktionen durch.


Zunächst wählt ihr entweder eine Karte

aus der unteren Reihe der offenen Auslage und platziert diese in eurem Strandabschnitt. Alternativ könnt ihr noch eine Sanddollar-Aktion nutzen.


Entscheidet ihr euch für eine Karte aus der offenen Auslage, so ist diese kostenlos. Ihr nehmt sie einfach und platziert sie anschließend regelkonform in eurem Strandabschnitt. Die Legeregeln sind super einfach. Promenadenabschnitte müssen unten liegen wohingegen Strandabschnitte in die obere Reihe gelegt werden müssen. Des Weiteren müssen gelegte Abschnitte immer mit einer Seite einen anderen Abschnitt berühren – folglich ist lediglich das diagonale Anlegen nicht erlaubt.


In jedem Spiel gibt es außerdem noch 2 Sanddollar-Aktionen, die ihr durchführen könnt. Da es insgesamt 8 unterschiedliche Aktionen gibt, müsst ihr euch hier immer auf neue Gegebenheiten einstellen, die das Spiel super abwechslungsreich machen. Diese Aktion müsst ihr bezahlen. Je nach ausliegenden Aktionskarten könnt ihr, zum Beispiel, so Karten aus der hinteren Reihe oder auch 2 Karten nehmen. Des Weiteren bieten euch diese Aktionen auch immer eine Bewegungsoption von Figuren oder in einem Fall sogar das Entfernen. Diese Aktionen sind ein super wichtiges taktisches Element, von dem ihr unbedingt Gebrauch machen solltet. Meine favorisierte Aktion ist das Nehmen einer Karte aus der vorderen Reihe und anschließend die Möglichkeit des Tauschs von 2 Karten im Strandabschnitt.


Des Weiteren gibt es noch den Food Truck und den Gourmet. Nehmt ihr aus der unteren Reihe die Karte unter der sich eine dieser Figuren befindet, so kommt ihr noch in den Genuss einer kleinen Belohnung. Im Falle des Food Trucks ist dies ein Sanddollar und im Falle des Gourmets ist dies eine Figurenbewegung. Anschließend schiebt ihr die entsprechende Figur ein Feld nach vorne. Treffen sich nun die beiden Figuren, erhaltet ihr sogar die doppelte Belohnung, die ihr in beliebiger Kombination nehmen dürft. In diesem Fall wird anschließend der Food Truck um zwei Karten nach vorne gesetzt. Die Belohnung ist eine nette Beigabe, falls euch mal keine der Karten so richtig zusagen sollte.


Nach der Platzierung führt ihr die Platzierungsaktionen aus. Hier erhaltet ihr Sanddollars, platziert Figuren auf der gerade gelegten Karte oder dürft Figuren bewegen.



Ist dies alles erledigt, so werden die Lücken in der unteren Reihe durch Nachschieben aus der oberen Reihe gefüllt und leere Plätz in der oberen Reihe werden durch Karten des Nachziehstapels ergänzt.


Das Spielende wird eingeläutet, sobald ein Spieler die 14. Merkmalskarte platziert. Die laufende Runde wird noch zu Ende gespielt und anschließend darf jeder Spieler noch seine Touristen und die VIPs um 1 Feld und seine Einheimischen sogar um 3 Felder bewegen, bevor es an die Schlusswertung geht. Zieht die Bewegungsmöglichkeit am Ende der Partie immer unbedingt in eure Planung ein und vergesst diese nicht, was mir gelegentlich passiert ist.


Die Kniffe des Spiels

Die Spielregeln sind folglich recht einfach. Doch einige Kniffe sorgen dafür, dass man einiges an Überlegungen in das Spiel investieren muss und da wird man dann auch mit hoher Punktzahl belohnt.


Es beginnt alles mit den Startplättchen.

Die Unterschiede bei diesen sind allerdings nicht wirklich der Rede wert. Ihr erhaltet immer, in unterschiedlicher Kombination, VIPs, Touristen oder Sanddollar und erhaltet am Spielende Punkte für bestimmte besuchte Plätze durch eure Prominente, da diese ihren „Footprint“ an entsprechendem Ort hinterlassen.


Dann geht es an die Auswahl eures Strand- bzw. Promenadenabschnitts. Die meisten Karten geben euch eine Bedingung und wenn ihr diese erfüllt, erhaltet ihr am Spielende Siegpunkte. Hier kann man mit Überlegung sehr viele Punkte erzielen.


Und dann gibt es auch noch das Wertungsplättchen. Von diesen Plättchen liegen dem Spiel 3 unterschiedliche bei und zu Spielbeginn wird, per Zufall, eines davon ausgewählt. So müsst ihr immer wieder andere Faktoren berücksichtigen und euren Aufbau dahingehend betreiben.


Die Schlusswertung

Ein wenig kompliziert bzw. besser gesagt zeitaufwändig ist die Endwertung des Spiels. So erhaltet ihr zunächst Punkte für die Anforderungen jeder einzelnen Karte, anschließend noch für eure „Footprints“ und dann muss noch das Wertungsplättchen ausgewertet werden. Das dauert ein wenig. Ich wüsste allerdings auch nicht, wie man das komfortabler hätte lösen können.


Dem Spiel liegt dafür ein Wertungsblock bei, den ihr nutzen könnt. Ich persönlich habe diesen nie gebraucht, sondern einen einfachen Zettel und nach und nach die einzelnen Wertungsschritte durchgeführt.


Die optimale Spieleranzahl

Konzipiert ist das Spiel für 2 bis 4 Personen. Aufgrund der momentanen Situation konnte ich das Spiel in Vollbesetzung nicht spielen.



Mir hat das Spiel sowohl mit 2 als auch mit 3 Personen sehr gut gefallen und die gleiche Freude bereitet. Mit zunehmender Spielerzahl steigt die Spieldauer. 2-Personen-Spiele dauern bei uns im Schnitt ca. 45 Minuten. Mit 3 Personen waren wir knapp eineinhalb Stunden mit dem Spiel beschäftigt.. Aus meiner Erfahrung heraus würde ich sagen, dass die Spielzeit ca. 20 bis 30 Minuten pro Spieler beträgt.


Bei 2 Personen ist der Kartendurchsatz natürlich deutlich geringer als mit 3 oder 4 Personen. Unter Umständen kann das dazu führen, dass es bei einigen „Aufträgen“ schwer werden kann, diese zu erfüllen, wenn denn endlich die gesuchte Karte kommt, der Gegenspieler diese aber auch unbedingt haben möchte. Umgekehrt muss man allerdings sagen, dass das Spiel mit zwei Personen taktischer ausfällt und man seine Züge besser planen kann. Mit mehr Personen ist die "Chance" recht groß, dass die avisierte Karte bereits genommen wurde.


Fazit

„Santa Monica“ ist ein sensationell gutes Spiel, welches mit einer einfachen Spielmechanik überzeugt die dafür sorgt, dass das Spiel auch problemlos von Familienspielern, die mal ein etwas komplexeres Spiel ausprobieren möchten, genossen werden kann, da es auch komplett aus dem Bauch herausgespielt werden kann. Diese Spielweise sorgt allerdings nicht für Punkterekorde - Freude hat man trotzdem. Gleichzeitig bietet es aber eine große taktische Tiefe die sorgt dafür, dass auch Kennerspieler voll auf ihre Kosten kommen.


Der erste Einstieg gestaltet sich aufgrund der Vielzahl an Symbolen als etwas schwierig. Somit kommt es zu einem ständigen Blättern weil man wieder nachlesen muss, was diese Karten einem schlussendlich bringt. Doch spätestens nach zwei oder drei Partien ist man komplett drin und benötigt die Anleitung gar nicht mehr.


Für Varianz sorgen neben den unterschiedlichen Sanddollar-Aktionen und den verschiedenen Wertungsplättchen vor allem die Vielzahl der Merkmalskarten. Hier gleicht kein Spiel dem anderen und ihr erlebt Santa Monica immer neu.


Will man hohe Punktzahlen erreichen, muss man schon viel überlegen und einige Faktoren mit einbeziehen. Die Karteneffekte bzw. die Wertung dieser ist nämlich das zentrale Element des Spiels. Hier ist auch richtig was drin. Es macht großen Spaß seinen Strandabschnitt wachsen zu sehen. Ihr dürft nur nicht den Fehler machen und nach eignem Gefallen - oh schön, da ist endlich der Surf-Shop - spielen, sondern müsst auf Effektivität achten.


Bei aller Euphorie muss ich allerdings noch kleinere Kritikpunkte anbringen, die allerdings sehr marginal sind.


Zum einen ist es ein wenig nervig die

Anzahl seiner errichteten Strand- und Promenadenabschnitte zu zählen, da das Spielende mit der Platzierung der 14. Karte eingeläutet wird. Hier hätte ich mir eine Art Fortschrittszähler gewünscht – Platz dafür wäre in der Schachtel noch gewesen. Dies ist nämlich auch mein zweiter Kritikpunkt. Als ich den Karton gesehen habe, habe ich mich schon gefragt, was hier denn für eine Fülle an Material drin sein muss. Doch ungefähr die Hälfte des Kartons ist einfach leer. Mir ist bewusst, dass es bestimmte Standardgrößen an Spieleschachteln gibt. Ich hätte es dennoch schöner gefunden, wenn man ein kleineres Format gewählt hätte. Ein wenig zeitaufwändig ist noch die Schlusswertung, da ihr euch jede Karte einzeln anschauen und werten müsst.


Insgesamt ist „Santa Monica“ ein erstklassiges Spiel, welches es innerhalb kürzester Zeit geschafft hat, sich in den Stapel unserer favorisierten Spiele zu spielen.


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