• Tim Nau

Zombie Teenz Evolution - Asmodee

Zombie Teenz Evolution – Aus den Kids wurden Teenz

„Zombie Teenz Evolution“ von Scorpion Masqué und bei Asmodee erschienen, ist ein kooperatives Legacyspiel für 2 bis 4 Spieler ab 8 Jahren von Annick Lobet.



Die Zombiehorden haben die Stadt übernommen. Nun gilt es schnell zu sein und die 4 Ressourcen zu sammeln, um ein Gegenmittel herzustellen…


Ein Blick in die Spieleschachtel

Der kleine Karton ist ein echter Hingucker und kann mit einer tollen Illustration überzeugen. Dieser positive Ersteindruck setzt sich mit dem Öffnen der Schachtel fort. In einem tollen Inlay finden wir Materialien in sehr guter Qualität. Highlight sind natürlich die 10 Evolutionsumschläge und die 4 Erfolgsumschläge, auf die ich nur kurz eingehen werde, um niemandem die Freude an der eigenen Entdeckung zu nehmen. In diesen Umschlägen findet ihr zahlreiche weitere Materialien, die das Spiel weiterentwickeln.



Das beiliegende Heft ist eine Mischung aus Anleitung und Erfolgsgeschichte. In der Mitte findet ihr viele Sticker, die es nach und nach einzukleben gilt. Mein persönliches Highlight ist die Comicgeschichte. Die Anleitung an sich ist sehr kurz geschrieben und absolut verständlich. Hier bleiben keine Fragen offen. Die neuen Regeln werden immer mit dem Öffnen der Umschläge erklärt.


Das Spielsystem

Das Spielsystem ist super einfach und ihr benötigt nur gut 5 Minuten, um es Mitspielern zu erklären. Der Aufbau des Spiels ist ebenfalls sehr schnell abgeschlossen, so das ihr zügig in das Geschehen einsteigen könnt.


Ein Spielzug ist schnell abgehandelt. So werft ihr zunächst den weißen Würfel (später kommt noch ein schwarzer Würfel hinzu) und führt die Zombie-Aktivierung durch oder zieht eine Ereigniskarte. Die Ereigniskarten sind größtenteils negativ und üben Druck auf euch aus da ihr, zum Beispiel, Zombies bewegen müsst oder ihr dürft in dieser Runde keine Zombies angreifen. Würfelt man eine der farbigen Seiten, so betritt entweder eine neue Zombiehorde die Stadt oder, wenn diese Farbe schon in der Stadt ist, bewegt sich die entsprechende Zombiehorde ein Feld weiter.


Erreicht eine Zombiehorde ein Gebäude, so wird dieses erobert und sie errichten ein Trampolin. Das Trampolin hat nun den für euch entscheidenden Nachteil, dass sich die Zombiehorde in ihrer nächsten Bewegungsaktion durch einen Sprung direkt zum nächsten Gebäude bewegt und dieses dann erobert. Da müsst ihr natürlich entgegenwirken und dafür dienen dann die Aktionen, die ihr in der nächsten Spielphase durchführt.


Eure Aktionen führt ihr in der Phase „Helden-Aktionen“ durch. Ihr dürft 2 Aktionen durchführen. Als Auswahl gibt es auch nur 3 unterschiedliche Aktionen, von denen ihr eine auch doppelt ausführen könnt. So könnt ihr euren Held um ein Feld weiterbewegen, ihr könnt eine Zombiehorde angreifen, wenn ihr euch mit dieser auf einem Feld befindet oder ihr könnt euch Zutatenkisten zuwerfen.


Das war es dann auch schon. Ihr gewinnt das Spiel, wenn es euch gelingt, alle 4 Zutaten-Kisten in die Schule zu transportieren. Ihr verliert das Spiel, wenn die Zombies die 4 Gebäude erobert haben - achtet also auf das oben erwähnte Trampolin, da dieses die Zombiehorden schnell vorankommen lässt.


Der Legacy-Effekt

Insgesamt wäre das dann etwas zu wenig. Das Spiel lebt von der Entwicklung. In der Schachtel findet ihr insgesamt 14 verschlossene Umschläge. In diesen Umschlägen entdeckt ihr zahlreiche Überraschungen. So enthalten diese, zum Beispiel, neue Charaktere mit Spezialfähigkeiten, neue Mechaniken oder zusätzliche Regeln. Lasst euch hier einfach überraschen – ich möchte durch Spoiler niemandem den Spaß nehmen.


Die Entwicklung des Spiels erfolgt aufgrund eurer Fortschritts- und Erfolgsleiste. Dieses gilt es nämlich mit Aufklebern zu bestücken. So erhaltet ihr, egal ob Sieg oder Niederlage, immer einen Gehirn-Sticker, den ihr auf die Fortschrittsleiste klebt. Wenn ihr auch noch eine Mission erfüllt, dürft ihr auf diese Leiste auch noch einen Trophäen-Sticker kleben. Missionen sind immer besondere Anforderungen, die es zu erfüllen gilt. Die ersten 6 zu erfüllenden Missionen findet ihr bereits in der Anleitung. Weitere kommen dann im Verlauf des Spiels hinzu. Wenn ihr alle 3 Missionen einer Gruppe erfüllt habt, dürft ihr einen Orden-Sticker auf das Feld der entsprechenden Gruppe kleben und ein weiterer kommt auf eure Erfolgsleiste. Achtung, gem. der Regeln dürft ihr pro Partie immer nur eine Mission erfüllen.


Erreicht ihr so nun auf einer oder beiden Leisten ein Feld mit einem Buchstaben oder einer Zahl, dürft ihr entsprechenden Umschlag öffnen.


Das Öffnen der Umschläge ist ohne Frage das Highlight des Spiels und die Entwicklung ist der Grund für den Wiederspielreiz des Spiels.


Die optimale Spielerzahl

Das Spiel ist konzipiert für 2 bis 4 Personen. Spielt ihr das Spiel mit 2 Personen, so steht euch ein dritter Held zur Verfügung, der immer in der Schule steht. Dieser führt keine Aktionen durch. Ihr könnt ihm aber eine Zutaten-Kiste zuwerfen. Dank dieser Änderung ist das Spiel auch problemlos mit 2 Personen zu spielen und macht großen Spaß.


Ich persönlich sehe auch keinen Unterschied im Spiel mit 2 oder mehr Personen, da man seine Aktionen ohnehin gemeinsam planen muss. Wenn man nur zu zweit spielen kann und mit mehr Helden spielen möchte können auch ohne Probleme 2 Helden je Spieler gespielt werden. Theoretisch ist es auch möglich, dass Spiel alleine zu spielen, indem man zwei oder mehr Helden steuert.



Fazit

„Zombie Teenz Evolution“ war in diesem Jahr zum Spiel des Jahres nominiert, womit mich persönlich die Jury dann doch ein wenig überrascht hat, weil ich es eher als Kinderspiel eingestuft hätte. Nach zahlreichen Partien hat sich mein Eindruck nun auch bestätigt. Das ihr schlussendlich nur den oder die Würfel werft und anschließend eine von drei möglichen Aktionen durchführt ist für erwachsene Spieler einfach zu wenig. Auch sind die durchzuführenden Aktionen, zumindest meistens, recht eindeutig. Das Spiel richtet sich primär an Kinder bzw. an Familien, die das Spiel mit dem Nachwuchs spielen.


Diese werden dann große Freude am Geschehen haben. Zumindest dann, wenn man eine kleine Regeländerung macht. Ich komme gleich darauf zu sprechen.


Das Spiel ist der Nachfolger von „Zombie Kidz Evolution“, indem wir ja die Schule vor den Zombiehorden schützen mussten. Nun hat sich die Bedrohung auf die Stadt ausgeweitet und die Kids sind zu coolen Teens herangewachsen. Es gilt nun Kisten mit Ressourcen in die Schule zu transportieren.


Der Grundmechanismus des Spiels hat sich nicht geändert und so werden sich Spieler des Vorgängers sofort heimisch fühlen. Doch auch Neueinsteiger werden schnell mit der Handhabung vertraut sein.



Ich persönlich würde eine Regeländerung bzgl. des Einklebens der Sticker vorschlagen. Wie dargestellt lebt das Spiel von seiner Entwicklung. Die ersten Runden gestalten sich nämlich recht einfach und überschaubar. Nach und nach wird es dann, durch neue Charaktere und neuen Möglichkeiten, auch regeltechnisch etwas komplexer. Möchten man aber wirklich so viele Partien spielen, nur um den nächsten Umschlag öffnen zu dürfen? Schon bei mir war die Ungeduld den nächsten Umschlag zu öffnen und die dann damit einhergehende Entwicklung zu erleben und zu spielen immer unendlich groß. Wie mag es da nur jüngeren Spielern gehen?! Um schneller voran zu kommen haben wir die Regeln dahingehend geändert, dass man auch mehrere Missionen in einer Partie erfüllen darf. Aus meiner Sicht kann man auch problemlos dazu übergehen, nach jeder Partie einen Umschlag öffnen zu dürfen. Doch das kann jede Gruppe allein für sich entscheiden.


„Zombie Teenz Evolution“ ist ohne Frage ein gutes Spiel. Ich lege es Eltern mit spielbegeisterten Kindern wärmstens ans Herz. Ältere Spieler sind mit artverwandten Spielen dann aber doch besser bedient.

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