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  • Tim Nau

Das Dinner - Magnificum

Die Rezension ist absolut spoilerfrei - auch haben

wir auf Fotos verzichtet, die euch irgendwas verraten könnten,

um niemandem die Spannung zu nehmen


Das Dinner – Die letzte Arie der alten Dame

„Das Dinner“, von Magnificum, ist ein kooperatives und realistisches Ermittlungsspiel, für 1 bis 6 Spieler.

Es sollte ein wundervoller Abend werden – ein Dinner und ein Auftritt, zu dem Agneta Hellwig 7 ausgewählte Gäste geladen hatte. Doch dieser endete für sie fast tödlich. Die Gastgeberin bricht zusammen und muss ins Krankenhaus gebracht werden. Schnell ist klar, dass sie vergiftet wurde und nur knapp mit dem Leben davongekommen ist. Doch wer wollte sie töten?


Für uns als Ermittler gilt es, 4 zentrale Fragen zu beantworten:

- Wer hatte vor, Agneta Hellwig zu töten?

- Welchem der 7 Gäste verdankt die alte Dame ihr Leben?

- Wie wurde der Gastgeberin das Gift verabreicht?

- Wem gehörte das Handy, das am Tatort gefunden wurde?


Das Spielprinzip und das Spielmaterial

Nach dem tollen Auftaktfall „Die Firmenfeier – Das letzte Fest des Oliver Borgmann“ und dem Zweiteiler „Das Bankett“ war ich wirklich gespannt, was uns nun erwartet. Schaut euch gerne noch einmal meine Rezensionen an:



Das Spielprinzip gleicht dem der Genrevertreter. Wir erhalten einen Umschlag und in diesem befinden sich zahlreiche Unterlagen. Bevor wir diesen aber öffnen, besuchen wir die Homepage und bekommen dort ein tolles Intro zu hören. Diese Einführung in den Fall gefällt mir richtig gut. Anschließend öffnen wir dann den Umschlag und starten mit unseren Ermittlungen.


Als beauftragte externe Ermittler folgen wir natürlich erst einmal dem im Einleitungsschreiben angegebenen Link, der uns Zugriff auf Akten der Polizei Bremerburgen gibt. Hier erhalten wir weitere Informationen, auf die wir zugreifen dürfen. Des Weiteren finden wir dort auch die Suchfunktion der Polizei und können uns gewisse Gegenstände näher anschauen. Auf dieses System werdet ihr des Öfteren zugreifen müssen.

Klasse Material erwartet euch

So sichten wir dann weiter zahlreiche Unterlagen, gehen den Hinweisen nach und ziehen aus diesen unsere Schlüsse, finden Mordmotive sowie Alibis und entlarven am Ende (zumindest hoffentlich) den oder die Täter.


Das Öffnen des Umschlags ist immer ein Highlight bei Spielen dieser Art. Hier hatte ich wirklich einen „Wow-Effekt“, denn das Material ist sehr umfangreich. So gibt es, zum Beispiel, Fotos, einen persönlichen Kalender, eine Einladungskarte oder Auszüge aus Instagram. Das waren nur ein paar Beispiele. In diesem Bereich, welcher für mich sehr wichtig bei Spielen dieser Art ist, wurde sehr gut gearbeitet. Das ist nämlich schon alles sehr realitätsnah und man fühlt sich als echter Ermittler, der mit den einzelnen Beweisstücken arbeitet.


Der zweite elementare Bereich bei diesen Spielen sind immer die Internetseiten, die es zu besuchen gilt. Diese sind absolut realistisch aufgebaut und strotzen vor Detailreichtum. Zwingend notwendig ist also auch bei diesem Spiel ein Internetanschluss.


Die optimale Spielerzahl und Spielzeit

Als Spielerzahl sind 1 bis 6 Personen angegeben. Rein theoretisch könnten natürlich auch noch mehr Personen das Spiel gemeinsam spielen. Hier kommt es wohl auf den Spielertypen an. Ich persönlich spiele solche Spiele am liebsten zu zweit oder maximal zu dritt. Von der Materialfülle ist es hier ohne Probleme möglich, dass sich auch vier oder mehr Spieler nicht langweilen, da man ja parallel auch immer im Internet recherchieren muss.


Die Spielzeit ist mit eineinhalb bis 3 Stunden angegeben. Diese Angabe ist absolut passend. Wir haben knapp zweieinhalb Stunden benötigt. Hier kommt es natürlich darauf an, wie viel Zeit man sich für die Gespräche über den Fall nimmt. Ich persönlich meine, dass man sich für dieses Spielerlebnis lieber ein wenig mehr Zeit nehmen sollte.


Fazit

„Das Dinner“ ist der dritte Fall von Magnificum und hat uns großen Spaß gemacht.


Es fängt beim umfangreichen und vor allem realitätsgetreuen Material an, erstreckt sich über zahlreiche Videofiles, einige Audiofiles und natürlich die Internetrecherche. Da steckt unheimlich viel Liebe zum Detail drin und alles zusammen mündet in einem spannenden Kriminalfall.


Was ich richtig gut finde ist, dass Magnificum auch mit dem dritten Fall weiter versucht sich von den „Konkurrenten“ abzusetzen und eine eigene Duftnote zu setzen. Bei diesem Fall werdet ihr es mit zahlreichen Videofiles zu tun bekommen, die ihr euch ganz genau anschauen müsst. Ihr werdet auch nicht Drumherum kommen euch Videos öfter anzuschauen. Die Qualität der Videos ist dabei gut. Vor allem gefällt mir, dass man hier eigene Produktionen nutzt. Wer mit Videofiles wenig anfangen kann, der sollte nicht zu diesem Fall greifen. Auf Audiofiles setzt man bei diesem Fall etwas weniger, als es beim Bankett der Fall gewesen ist. Klasse finde ich weiter, dass man auch dieses Mal wieder ein Intro und ein Outro nutzt. Dies sorgt für eine klasse Atmosphäre.


Des Weiteren findet ihr bei diesem Fall zahlreiche Dokumente, die ihr erst öffnen dürft, wenn ihr mit euren Ermittlungen weiter vorangeschritten seid. Dieses System gefällt mir und sorgt für zusätzlichen Realismus. Es kommt einem wirklich so vor, dass man in eine Richtung eben richtig ermittelt hat und somit auf weitere Hinweise gestoßen ist. Legt die Dokumente am besten sofort bei Spielbeginn griffbereit zur Seite.


Sehr gut aufgebaut ist das Hinweissystem des Spiels. Zu allen relevanten Fragestellungen findet ihr eine unterschiedliche Anzahl an Hinweisen und gelegentlich auch noch die Lösung. Ich frage mich nur, warum es nicht für alles eine komplette Lösung, sondern teilweise auch nur eine Hinweiskette gibt. Die Hinweise sind schon sehr konkret, nur manchmal steht man vielleicht einfach komplett auf dem Schlauch. Hier hätte ich mir für jede Fragestellung eine komplette Auflösung gewünscht.


Sehr gut gefällt mir auch das Auflösungssystem. Hier gilt es, die 4 Fragen zu beantworten. Dies geschieht durch einfaches "anklicken" der vorgegebenen Antwortmöglichkeiten. Anschließend erhaltet ihr dann die Anzahl eurer richtigen Antworten und den Durchschnittscore. Abgeschlossen wird der Fall dann mit einem sehr gelungenen Outro.


Die Bewertung der Schwierigkeit eines solchen Falls finde ich persönlich immer ein wenig schwierig. Wie leicht der Fall von der Hand geht, hat auf jeden Fall was damit zu tun, wie viele Spiele dieser Art ihr schon gespielt habt. Hier entwickelt sich mit der Spielerfahrung eine Routine und ihr wisst, worauf ihr achten müsst. Im Vergleich mit Genre-"Konkurrenten" würde ich "Das Dinner" in die Kategorie Einsteiger einsortieren. Ein Fall also, der sich auch klasse für Einsteiger in diese Spielethematik eignet.


Wirft man nur einen Blick auf die Fälle von Magnificum würde ich sagen, dass sich „Die Firmenfeier“ und "Das Dinner" ungefähr auf dem gleichen Level befinden. Der Kreis der Tatverdächtigen ist bei diesen Fällen sehr überschaubar. Beim Dinner kommt hinzu, dass es den Ermittlern eigentlich nur gelingen muss, etwas Bestimmtes zu entdecken. Anschließend fügt sich dann alles sehr schnell zusammen. Wir hatten zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Probleme. Wer es etwas komplexer mag, der sollte daher bei Magnificum zum Bankett greifen, wo eine Schüppe draufgelegt wurde.


Ihr müsst kein Material zerstören oder beschriften, so dass es problemlos möglich ist, das Spiel an Freunde weiterzugeben, um diesen einen tollen Krimiabend zu ermöglichen.


Insgesamt zeigt Magnificum auch mit dem dritten Fall, dass sie ihr Handwerk verstehen. Eine klare Empfehlung für alle Freunde von Ermittlungsspielen.


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