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  • Tim Nau

Der Brand - Magnificum

Der Brand – Ein Dorf und seine Geheimnisse

„Der Brand“, von Magnificum, ist ein kooperatives und realistisches Ermittlungsspiel, für 1 bis 6 Spieler.

 

Die Dorfidylle in Sehlnau, einem beschaulichen Dorf in der Schweiz, bröckelt, als Christine Habegger dort ein Haus kauft. Irgendjemand möchte sie loswerden. Zu Beginn bleibt es bei nächtlichen Anrufen. Doch es wird immer bedrohlicher. Dann bricht ein Brand am Haus von Frau Habegger aus und ein Experte bestätigt, dass es sich um Brandstiftung handelt.

Für uns als Ermittler gilt es 4 zentrale Fragen zu beantworten:

-        Wer hat den Brand gelegt?

-        Was war das Motiv?

-        Wer hat das Feuer gelöscht und warum hat sich diese Person nicht gemeldet?

-        Von wem stammen die heimlichen Fotografien der Nachbarn?

 

Meinung

Der Brand ist nach den Fällen „Die Firmenfeier – Das letzte Fest des Oliver Borgmann“, dem Zweiteiler „Das Bankett“ und „Das Dinner“ der mittlerweile vierte Kriminalfall aus dem Hause Magnificum.

 

Thematisch führt man uns hier in ein klassisches „Kuhdorf“, indem jeder jeden kennt. Da hat es „die Neue“ dann ein wenig schwer. Es wird eine sehr realistische Situation dargelegt, die sich wohl jeder vorstellen kann. Ich persönlich hätte das Dorf einfach nach Deutschland gelegt und auf das leichte schweizerdeutsch verzichtet. Doch über irgendwelche Verständnissschwierigkeiten müsst ihr euch keinerlei Gedanken machen.

 

Bis dato hat mir jeder Fall große Freude bereitet und so war ich auch dieses Mal voller Vorfreude, als wir uns dem Fall gewidmet haben, den wir uns extra für den Silvesterabend aufbewahrt haben. Schaut euch gerne noch einmal meine Rezensionen zu den anderen Fällen an:

 

 

Das Spielprinzip gleicht dem der Genrevertreter. Wir erhalten einen Umschlag und in diesem befinden sich zahlreiche Unterlagen. Bevor wir diesen aber öffnen, besuchen wir die Homepage und bekommen dort ein tolles Intro zu hören. Lobenswert auch, dass es eine Fassung zum Lesen für Menschen mit Hörschäden gibt. Diese Einführung in den Fall gefällt mir richtig gut. Anschließend öffnen wir dann den Umschlag und starten mit unseren Ermittlungen…


Als beauftragte externe Ermittler folgen wir natürlich erst einmal dem im Einleitungsschreiben angegebenen Link, der uns auf die Seite des Ermittlungsbüros Carro führt. Hier gleich ein Lob, denn wieder einmal setzt man sich positiv von anderen Vertretern des Genres ab und präsentiert eine frische Idee. Wir selbst befinden uns nämlich nicht in Sehlnau. Die Befragung der Zeugen erledigt daher eine andere Person für uns, die sich vor Ort befindet und mit der wir dann via Internet kommunizieren. So schicken wir Kim durch Sehlnau und sie befragt die Personen und schickt uns ihre Befragung dann als Audiofile, welchen wir uns anhören. Hier gibt es ebenfalls die Option auf eine Fassung für Menschen mit eingeschränktem Gehörsinn. Das ist wirklich klasse und hat schon was von einem interaktiven Hörspiel. Die sprecherischen Darbietungen aller Beteiligten gehen dabei absolut in Ordnung. Auch die Art von Kim sorgt immer mal wieder für ein herzliches Schmunzeln.


Des Weiteren gilt es natürlich die zahlreichen Unterlagen zu sichten, den Hinweisen nachzugehen und dann unsere Schlüsse zu ziehen. Wir erstellen uns immer eine Mindmap, was ich euch auch empfehlen würden. Vor allem bei diesem Fall, da es zahlreiche verdächtige Personen gibt. Für diese gilt es dann Motive und Alibis zu finden um dann am Ende (zumindest hoffentlich) den oder die Täter entlarven zu können. Und nach getaner Arbeit dürfen wir auch wieder einem netten Outro lauschen.

 

Das Öffnen des Umschlags ist immer ein Highlight bei Spielen dieser Art. Magnificum überzeugt auch dieses Mal mit sehr schönen und umfangreichem Material welches, was mir sehr wichtig ist, absolut realistisch ist. So gibt es, zum Beispiel, Fotos, einen Notizblock oder Auszüge aus Instagram. Das waren nur ein paar Beispiele. In diesem Bereich wurde sehr gut gearbeitet.

Der Bereich der zu besuchenden Internetseiten ist bei diesem Fall sehr übersichtlich. Die zu besuchenden Seiten sind realistisch aufgebaut und sehen gut aus. Ein Internet-Anschluss ist also auch bei diesem Fall zwingend notwendig.

 

Als Spielerzahl sind 1 bis 6 Personen angegeben. Rein theoretisch könnten natürlich auch noch mehr Personen das Spiel gemeinsam spielen. Hier kommt es wohl auf den Spielertypen an. Ich persönlich spiele solche Spiele am liebsten zu zweit oder maximal zu dritt. Von der Materialfülle ist es hier ohne Probleme möglich, dass sich auch vier oder mehr Spieler nicht langweilen, da man ja parallel auch immer im Internet recherchieren muss.

 

Die Spielzeit ist mit 2 bis 4 Stunden angegeben. Diese Angabe ist absolut passend. Wir haben knappe 4 Stunden. Hier kommt es natürlich darauf an, wie viel Zeit man sich für die Gespräche über den Fall nimmt. Ich persönlich meine, dass man sich für dieses Spielerlebnis lieber ein wenig mehr Zeit nehmen sollte. Und wenn ihr die 4 Stunden überschreitet, stellt das auch kein Problem dar. Eine "Strafe" aufgrund einer Zeitüberschreitung gibt es nicht.

 

Wenn ihr mal nicht weiterkommt, könnt ihr auf das gut aufgebaute Hinweissystem zählen. Zu allen relevanten Fragestellungen findet ihr eine unterschiedliche Anzahl an Hinweisen und gelegentlich auch noch die Lösung. Wie bereits beim letzten Fall auch schon frage ich mich weiterhin, warum es nicht für alles eine komplette Lösung, sondern teilweise nur eine Hinweiskette gibt. Die Hinweise sind schon sehr konkret, nur manchmal steht man vielleicht einfach komplett auf dem Schlauch. Hier hätte ich mir für jede Fragestellung eine komplette Auflösung gewünscht.

 

Die Bewertung der Schwierigkeit eines solchen Falls finde ich persönlich immer ein wenig schwierig. Wie leicht der Fall von der Hand geht, hat auf jeden Fall was damit zu tun, wie viele Spiele dieser Art ihr schon gespielt habt. Hier entwickelt sich mit der Spielerfahrung eine Routine und ihr wisst, worauf ihr achten müsst.

 

Wir haben schon recht viele Fälle dieser Art gespielt und fanden „Die Firmenfeier“ und „Das Dinner“ recht einfach. Bei „Das Bankett“ wurde dann schon eine Schüppe draufgelegt und persönlich würde ich den Schwierigkeitsgrad, im Vergleich zu Fällen von Genrevertretern, dort im Mittelfeld sehen. Gleiches gilt auch für diesen Fall. Persönlich finde ich, dass sich zwei der Fragen doch recht schnell beantworten lassen, wohingegen man bei den anderen zwei Fragen schon ein wenig knobeln muss und durchaus auch auf eine andere Lösung kommen könnte.

 

Ihr müsst kein Material zerstören oder beschriften, so dass es problemlos möglich ist, das Spiel an Freunde weiterzugeben, um diesen einen tollen Krimiabend zu ermöglichen.

 

Auch der mittlerweile vierte Kriminalfall von Magnificum großen Spaß gemacht. Insgesamt gehören für mich die Kriminalfälle von Magnificum mit zum Besten, was der Markt in diesem Bereich hergibt.

 

Es fängt beim umfangreichen und vor allem realitätsgetreuen Material an, erstreckt sich über zahlreiche Audiofiles und verlangt ordentlich Recherchearbeit. Da steckt unheimlich viel Liebe zum Detail drin und alles zusammen mündet in einem spannenden Kriminalfall.

 

Für Fans von Krimispielen eine ganz klare Empfehlung.

 


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